Der Vorstand des Vereins Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau hat sich unlängst dazu entschlossen, die Liquidation besagten Vereins durchzuführen. «Anlässlich der virtuellen Jahresversammlung Ende 2020 stimmten die über 400 Mitglieder (zu Spitzenzeiten waren es rund 480 Mitglieder) der Auflösung zu», sagt Josef Imhof und bedauert zeitgleich, dass diese letzte Versammlung virtuell hat stattfinden müssen. Die Folgen der Coronapandemie auf die Flugbewegungen waren im letzten Jahr absehbar. «Die Coronakrise hat das Fluglärm-Problem unerwarteterweise wohl auf Jahre, wenn auch nicht verschwinden lassen, so doch erheblich gemindert», betont Josef Imhof. Er war, mit vielen Mitstreitern und Vorstandskollegen, während 15 Jahren das Sprachrohr im Dienste der Bevölkerung. Laut Imhof sei das eine enorm lange Zeit, für eine Bürgerprotestbewegung. «Einige Wenige haben begonnen, bis es schnell mehrere Hundert gewesen sind, welche auch grösstenteils an der Sache dran- und im Verein geblieben sind.»

Die berühmte Holzbrettaktion

Ein Höhepunkt, nebst unzähligen Informationsveranstaltungen, war 2016 die Holzbrettaktion. Protestbriefe auf Holzbretter montiert, machten sich auf den Weg nach Bundesbern. Darauf waren Slogans wie «Ihr Brett vor dem Kopf macht uns Bauchweh», oder «Der Himmel reicht vom Norden, Osten, Westen bis Süden: Auch für Flugzeuge», zu lesen. Bundesrätin Doris Leuthard und BAZL-Direktor Christian Hegner, sollten dadurch auf den Hinterthurgau und deren Fluglärmproblem aufmerksam gemacht werden. «In den vergangenen 15 Jahren haben wir Geschichte geschrieben, viel Herzblut aufgewendet, Kontakte geknüpft, sich ausgetauscht und mit Politiker zusammengearbeitet. Auch darum kommt bei mir schon etwas Wehmut auf, beenden wir die Sache nun definitiv. Es war ein richtiger und wichtiger Lebensabschnitt für mich», sagt Josef Imhof. Dass der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau fehlen wird, ist sich auch Regierungsrätin Carmen Haag, Vorsteherin Departement Bau und Umwelt TG, bewusst. «Der Verein hat wichtige Arbeit geleistet, sie waren für uns ein geeigneter Sparringpartner in der Problematik Fluglärm im Hinterthurgau. Das Fehlen des Bürgerprotests wird sich zeigen, wenn es um handfeste Änderungen wie die Verlängerung der Piste 28 geht. Mit gezielten Aktionen, hat sich der Bürgerprotest während 15 Jahren in Bern einen Namen gemacht, die engagierten Bürger haben dem Hinterthurgau eine Stimme gegeben, welche nicht nur in Bundesbern gehört wurde», sagt Carmen Haag. Die Regierungsrätin macht zugleich das Versprechen, dass die Politik ganz im Sinne des Bürgerprotests weiterbetrieben wird. «Josef Imhof und seine Mitstreiter werden uns im Kanton mit Bestimmtheit fehlen», sagt Haag.

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Die Messstation auf dem Riesiberg bleibt stehen.