Für das vergangene Jahr wurde der Gemeindebehörde von Jonschwil genehmigt, den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte zu senken. Nicht anders sieht das in der Mehrzweckhalle in Schwarzenbach aus. Erneut stimmt der Souverän – und zwar einstimmig – einer Steuerfusssenkung zu, dieses Mal gar um drei Prozentpunkte auf neu nun 122 Prozent. «Nach Abwägung aller Aspekte sind wir zum Schluss gekommen, dass diese weitere Senkung vertretbar ist. Schlussendlich liegt es uns am Herzen, keine Steuern auf Vorrat zu erheben und unser Reserve-Polster ist genügend gross», sagt Gemeindepräsident Stefan Frei. Tatsächlich stehen der Gemeinde Jonschwil, was die vergangenen 15 Jahre betrifft, der einzigen Steuerfusserhöhung gleich deren neun Senkungen gegenüber. In Zahlen ausgedrückt; einmal wurde der Steuerfuss um drei Prozentpunkte erhöht, während er bei den neun Senkungen um ganze 40 Prozentpunkte gesenkt werden konnte.


Thema Krieg allgegenwärtig

Eröffnend thematisiert der Gemeindepräsident den aktuellen Kriegszustand in der Ukraine und betont, dass gleich mehrere Gäste aus der Ukraine an der Versammlung beiwohnen. «Diese heisse ich besonders willkommen. Sie leben nun schon seit einiger Zeit in unserer Gemeinde und müssen tatenlos mitverfolgen, wie ein Diktator ihr Heimatland zu erobern versucht. Wir können nur erahnen, wie sich diese fühlen, wenn sie mitansehen müssen, wie die Ukraine leidet und bereits grosse, schmerzliche Verluste, erlitten hat.» Stefan Frei ist sich den wirtschaftlichen Sanktionen, die auch die Schweiz betrifft, bewusst. «Die Preise steigen und wir wissen nicht, wie sich das Nahrungsmittelangebot in den nächsten Monaten entwickelt.» Wenige Tage nach Kriegsausbruch haben Private einige Flüchtlinge aufgenommen, dies, weil sie mit ihnen verwandt oder bekannt sind. «Wir von Seiten der Behörde haben sogleich ein «Ukraine-Modul» auf die Beine gestellt und Vorbereitungen für die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen getroffen. Voraussichtlich werden diese bald bei uns eintreffen, wofür wir 22 Wohnplätze bereitgestellt haben. Dafür erfuhren wir viel Unterstützung von Helfern und Spendern; das ist gelebte Solidarität», sagt Frei lobend.

Die Jahresrechnung 2021 und das Budget 2022 genehmigt der Souverän ohne eine Gegenstimme. Ein kurzes Aufflackern an Emotionen verpufft bisweilen schnell. Ein Antrag aus der Bürgerschaft verlangte die Planungskosten von 40'000 Franken innerhalb des Budgets zu streichen. Dies deshalb, da er den Sinn einer Errichtung von Strassen-Mittelinseln an den Dorfeingängen nicht sieht. «Es kostet nur viel Geld und verbaut wertvolles Kulturland», so seine Argumente. Die Bürger folgen dem Antrag nicht und genehmigen diesen Budgetposten, der vorerst nur die Planung beinhaltet. Für Stefan Frei und eine Votantin stehen dabei die Sicherheit von Fussgängern und Fahrradfahrer an erster Stelle. «Mit den geplanten Mittelinseln senkt sich die Schnellfahrerei um wichtige und entscheidende Prozente», sagt das Gemeindeoberhaupt.