Das Amt für Berufsbildung führt jährlich in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Fachstelle für Statistik eine flächendeckende Befragung der Schulabgängerinnen und Schulabgänger durch. Am Stichtag 3. Juni 2022 wurden 4'377 Jugendliche aus den 3. Sekundar-, Real- und Kleinklassen sowie aus den Brückenangeboten erfasst.

Am Stichtag hatten 4‘157 Jugendliche oder 95 Prozent eine Anschlusslösung gefunden (Vorjahr 4‘279 Personen, 95,7 Prozent). Über vier Fünftel der Jugendlichen der 3. Oberstufe und der aktuellen Brückenangebote haben eine Lehrstelle oder eine schulische Anschlusslösung gefunden. Weitere 11,4 Prozent besuchen ein staatliches Brückenangebot oder haben eine private Lösung. Noch auf der Suche sind gut 4 Prozent. Gut 1 Prozent hat noch keine definitive Absicht. 5 Prozent der Jugendlichen haben keine Lösung angegeben.

Die meisten Jugendlichen beginnen Lehre

73 Prozent der Jugendlichen beginnen nach der 3. Oberstufe oder einem Brückenjahr eine Lehre. Das sind 120 Personen oder 1,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Der Anteil Jugendlicher, der in eine weiterführende Schule übertritt, ist ebenfalls leicht gesunken, um 20 Personen oder 0,3 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent.

498 Jugendliche werden in eine Zwischenlösung (staatliches Brückenangebot, private Lösung wie Fremdsprachenaufenthalt, Privatschule oder Praktikum) übertreten. Dieser Anteil bleibt mit 11,4 Prozent (Vorjahr 11,0 Prozent) moderat. Von den 4‘377 Jugendlichen in der 3. Oberstufe oder in einem aktuellen Brückenangebot waren 220 oder 5 Prozent am Stichtag noch ohne Anschlusslösung (Vorjahr 194 Jugendliche, 4,3 Prozent). Gleichzeitig waren im kantonalen Lehrstellennachweis 1'575 (Vorjahr 1'586) offene Ausbildungsplätze in etwa 150 Berufen ausgewiesen.

Die Auswertung zeigt, dass nicht nur die schulisch am leistungsfähigsten, sondern auch die schulisch schwächeren Jugendlichen realistische Chancen auf eine Anschlusslösung haben. Am Stichtag hatten von den Absolvierenden der Sekundarschule 98,2 Prozent (Vorjahr 98,7 Prozent) und von der Realschule 93,2 Prozent (Vorjahr 95,4 Prozent) eine Anschlusslösung. Die Absolvierenden der Kleinklasse verzeichnen mit 92,8 Prozent erfreulicherweise eine leichte Zunahme der Anschlusslösungen (Vorjahr 91,5 Prozent). Bei den Absolvierenden von Brückenangeboten liegt die Übertrittsquote mit 87,8 Prozent leicht über dem Vorjahr (85,6 Prozent).

Bei der Lehrstellensuche spielt offensichtlich die Staatsangehörigkeit nach wie vor eine Rolle. 1‘234 Personen oder 28,2 Prozent (Vorjahr 1‘220 Personen beziehungsweise 27,3 Prozent) aller erfassten Jugendlichen sind ausländischer Staatsangehörigkeit. Unter den Jugendlichen ohne Anschlusslösung beträgt ihr Anteil 58,2 Prozent. Der Anteil ohne Anschlusslösung bei Jugendlichen ausländischer Staatsangehörigkeit ist mit 10,4 Prozent (Vorjahr 9,1 Prozent) viermal so hoch wie bei jenen mit Schweizer Staatsangehörigkeit (2,9 Prozent, Vorjahr 2,5 Prozent).

Die aus früheren Jahren bekannten geschlechtsspezifischen Besonderheiten haben sich bestätigt. Weibliche Jugendliche treten weniger häufig (66,2 Prozent) direkt in die Berufsbildung ein als männliche (79,4 Prozent). Demgegenüber treten deutlich mehr weibliche Jugendliche (12,6 Prozent) in eine weiterführende Schule über als männliche (5,5 Prozent). Ebenfalls deutlich ist der Geschlechterunterschied bei den Zwischenlösungen (weibliche 14,6 Prozent, männliche 8,4 Prozent).

Es gibt noch offene Lehrstellen

Es bleibt für Lehrbetriebe schwierig, alle angebotenen Lehrstellen in gewünschter Weise zu besetzen. Den 220 Jugendlichen (Vorjahr 194) ohne Anschlusslösung steht ein Überhang von 1'575 als frei gemeldeter Lehrstellen gegenüber. Wie im Vorjahr verteilen sich die offenen Lehrstellen auf rund 150 Berufe und betreffen teilweise traditionell begehrte oder als anspruchsvoll geltende Berufe. Die Jugendlichen werden bei der Suche von verschiedenen Seiten aktiv unterstützt. Erfahrungsgemäss werden etwa zwei Drittel von ihnen noch bis zum Schuljahresende eine Anschlusslösung finden – sofern sie bei der Suche aktiv mitwirken. Das Amt für Berufsbildung genehmigt dieses Jahr noch Lehrverträge bis zum Ende der Sommerferien. (pd)