«Wir leben in einer spannenden Zeit. Meine Mitarbeiterin Claudia Baldegger und ich tragen gerne dazu bei, dass sich viele Menschen in ihren eigenen vier Wänden wohlfühlen», sagt die Geschäftsführerin Bernadette Camera. Was sie damit meint: «Für uns Architekten ist in den vergangenen Jahrzehnten der planerische Umgang mit dem immer begrenzter vorhandenen Boden und mit den fast unbegrenzt einsetzbaren, erneuerbaren Energien zur grossen, spannenden Aufgabe geworden.»

Eine Aufgabe, die genau der Idee von Architektur entspricht, die Bernadette Camera verfolgt. 1992 gründete sie ihr Unternehmen in Bettwiesen und zog 1997 nach Tägerschen um, wo sie heute noch wohnt und arbeitet. «Wir leben in der Region und bauen für die Menschen von hier. Das bedeutet, dass wir sorgsam mit den Wünschen und Ressourcen unserer Kunden umgehen müssen. Zum einen sollen sich die Menschen in unseren Neu- und Umbauten wohlfühlen. Zum anderen wissen wir, dass man sich hier immer wieder über den Weg läuft», lächelt Bernadette Camera.

Im Video: Das ist die Camera Architektur

 
Video: Mykhailo Zinchenko

Energie produzieren statt brauchen

Damit sich ihre Kunden in den immer komplexer werdenden regulatorischen Vorschriften leicht zurechtfinden, hat die Architektin im Laufe der Zeit zahlreiche Qualifikationen erworben und sich weitergebildet. Dabei sticht insbesondere ein Bereich hervor, der für Bauherren zentral ist: der umsichtige Einsatz erneuerbarer Energien. Oder wie es Bernadette Camera prägnant formuliert: «Wir setzen unsere Energie dafür ein, dass unsere Gebäude Energie produzieren statt brauchen.»


Baulich verdichten – mit Pep

Ob Einfamilienhäuser, Gewerbeliegenschaften, Schulhäuser oder Banken: Camera hat sie in den vergangenen Jahren in der Ostschweiz ebenso realisiert, wie auch zahlreiche Umbauten. Ein spezieller Auftrag war der Einbau eines Aufbahrungsraumes im alten Glockenturm von Tobel: «Das war da schon eine Herausforderung. Denn im Grunde genommen war der Turm eine Abstellkammer. Daraus einen Raum zu schaffen, in dem ein würdevolles Abschiednehmen von seinen Liebsten möglich ist, war herausfordernd. Doch ich finde, dass wir die uns gestellte Aufgabe gut gemeistert haben», sagt Bernadette Camera.

Dass ihr die Arbeit demnächst ausgeht, befürchtet die innovative Architektin mitnichten. «Es gibt noch viele alte Häuser, die man energetisch und baulich sanieren muss. Schon allein deswegen, weil es immer weniger Bauland gibt. Wir müssen also verdichten und sanieren. Darum ist es umso spannender, wenn der Bauherr nicht nach Schema F plant. Also genauso, wie wir es gerne haben», sagt Bernadette Camera.