Auch an der bereits 29. Aufführung - im Jahr 1990 war Cantores Corde mit dem «Magnifikat» von Johann Sebastian Bach gestartet - wussten die Mitglieder des Vereins Cantores Corde das Publikum zu begeistern. Nach der Premiere in St. Gallen gefolgt vom Auftritt in Romanshorn, stand am Samstagabend in der Wiler Kreuzkirche der dritte Auftritt auf dem Programm. Am Sonntag folgt in der Katholischen Kirche Weinfelden eine vierte Vorstellung. Eingangs wies Vereinspräsident Silvan Isenring humorvoll auf die umfassende Vorbereitung hin, welche auch eine Intensivwoche im Südtirol enthalten hatte.

Professionelle Vorstellung

Bei Cantores Corde ist man sich professionell einstudierter Werke gewohnt. Den Beweis traten Orchester, Chor und die vier Solisten an. Gemessen am ruhig geführten Einsatz von Dirigent Karl Paller, fühlte er sich der gut einstudierten Auftritte seiner Schützlinge sicher. Seine Leitung erfolgte nicht allein mit dem Dirigentenstab, vielmehr wusste er mimisch und auch händegleitend zu führen.

Cantores Corde darf auf eine grosse Zahl Sänger zählen, wie auch ein breit abgestütztes Orchester. Mit den Solisten, Sopranistin Stefanie Steger, Mezzosopranistin Astrid Pfarrer, Tenor Jörg Dürrmüller und Bassist Flurin Caduff war für wirkungsvolle Soloeinlagen gesorgt. 

Eigene Schicksalsschläge musikalisch verarbeitet

Antonin Dvorak will in seinem Werk die Gefühlsausdrücke Marias, der Mutter Jesu am Kreuz, musikalisch zum Ausdruck bringen. Führt man sich die Inhalte der einzelnen Strophen zu Gemüte, kann man die teils dramatisch wirkenden Musikszenen berührend auf sich wirken lassen.

Dvorak ist selbst ein gutes Beispiel, wie aus grössten Schicksalsschlägen Grosses herauswachsen kann. Offensichtlich vermochte der Verlust seiner drei Kinder ihn in seiner persönlichen Entwicklung nicht schwächen. Die erfahrenen Schmerzen Mariens spornten ihn an, die eigenen Schicksalsschläge mit «Stabat Mater» zu verarbeiten. Was Dvorak im Jahr 1877 geschaffen hat, erfährt mit der Aufführung durch Cantores Corde Wirkkraft für unsere Generation.