Präsident Armin Poffet begrüsste unter den Gästen den Oberuzwiler Gemeindepräsidenten Cornel Egger, Antonia Hungerbühler vom Ostschweizer Akkordeon Musik-Verband sowie Vereinsdelegationen. Entschuldig hatte sich das erkrankte Uzwiler Gemeindeoberhaut Lucas Keel. Das Akkordeon Orchester Uzwil spielt unter der Leitung des Vollblutmusikers Peter A. Sticker auf sehr hohem Niveau. Der Dirigent versteht es, die spielfreudigen Musikerinnen und Musiker zu fördern und zu fordern, das heisst: immer besser werden, Erfolg ist dann der verdiente Lohn. Für Peter Stricker ist es eine Freude, im Uzwiler Gemeindesaal mit der ausgezeichneten Akustik auftreten zu dürfen.

Europa und Afrika
Mit dem tänzerischen Marsch «Folies Bergère» von Paul Lincke eröffnete das Ensemble das Konzert. Der deutsche Komponist und Theaterkapellmeister gilt als „Vater“ der Berliner Operette. Seine Bedeutung für Berlin ist mit der von Johann Strauß für Wien und Jacques Offenbach für Paris zu vergleichen. Er liess sich während zwei Jahren im «Folie Bergère», einem berühmten Konzertsaal in Paris feiern. Von Frankreich führte die Reise direkt nach Dänemark, zur «Rhapsodie» von L. Bjarne, arrangiert von Fritz Dobler, einer Legende der Akkordeonmusik, der diese Melodieform der Romantik besonders liebt. Postwendend gings weiter nach Afrika, wo der US-Amerikaner Ralf Schwarzien Impressionen aus «Agadir» musikalisch festgehalten hat. Walter Grob schrieb «Erinnerungen an meine Mutter» und Peter Stricker hat die Komposition faszinierend für sein Orchester arrangiert.

Carmen fasziniert
Mit dem Querschnitt durch Bizets Oper «Carmen» hat der Dirigent einen anspruchsvollen Leckerbissen geschaffen, «die kürzeste Oper der Welt», wie er meinte. Sie dauerte fünfzehn Minuten und verlangte alles von den Musizierenden. «Ich kenne diese Oper in- und auswendig» erzählte er. «Sie war mein allererstes Dirigiertstück in der Dirigentenausbildung, ein harter Brocken». Auf das Werk haben sich die Akteure intensiv vorbereitet mit einer Führung durch die Bregenzer Seebühne und der Aufführung der Oper an einem herrlichen Abend am Bodensee. Absolut faszinierend, meisterhaft brachten sie die Geschichte der spanischen Zigeunerin Carmen und ihre Geschichte um Liebe, Leidenschaft und Kampf für die Freiheit in den Uzwiler Gemeindesaal – die Gäste waren total begeistert.

Vom Herr des Tanzes bis zum «Tatort"
Die immer wieder beliebte Stepptanz-Melodie «Lord oft the Dance» eröffnete im blauen Nebel den zweiten Teil, ein sehr spezielles Arrangement mit grossem Einsatz des Drummers Jürg Wolf. «Progressions» von belgischen Komponisten Alain Crepin hat der Dirigent umgeschrieben und seine Qualitäten als excellenter Saxophonspieler gezeigt. Dann gings weiter mit Doldingers Filmmusik zu den Krimis «Tatort» und «Ein Fall für zwei» sowie dem Film «Das Boot», wobei beklemmende, tragische Takte die Situation auf einem engen Flüchtligsboot darstellen. «Memories of Spain», ein Bolero für Akkordeon Duo, arrangierte von W. Franz mit typisch spanischen Rhythmen. Als Ohren- und Augenweide entpuppte sich «Music to watch girls by», marschierten doch zur Musik über die Leinwand heisse Girls in engen Höschen und Bikinis, zeigten ihre knackige Figur, präsentierten einen Bauchtanz und liessen die Augen des Scheichs staunen. Als Zugabe erklang ein Marsch und dann wünschte sich das Publikum nochmals die letzte Komposition von S. Ramin – allerdings fehlten dabei die hübschen Mädels!