Dass die Gemeinde Niederbüren nicht mehr zum Verein Regio Appenzell-St. Gallen-Bodensee gehören möchte, hat laut Gemeindepräsidentin Caroline Bartholet nichts mit einer schlechten oder unbefriedigenden Arbeit zu tun. «Im Gegenteil», betont Bartholet. Die Mitgliedschaft sei immer spannend und lehrreich gewesen. Aber warum möchte Niederbüren plötzlich nun zum Verein Regio Wil gehören? Und was erhofft sich die Gemeinde von diesem Wechsel auf den 1. Januar 2021? Diese Mitgliedschaft mache mehr Sinn. «Üblicherweise deckt sich die Mitgliedschaft bei einer Regio mit dem Wahlkreis», führt Bartholet aus, «und wir gehören nun einmal zum Wahlkreis Wil.» Die Regio Appenzell-St. Gallen-Bodensee umfasse Ortschaften wie Walzenhausen, Urnäsch oder Uttwil. Alles Gemeinden mit denen Niederbüren bis auf die Mitgliedschaft in derselben Regio kaum Berührungspunkte hat. «So gibt es beispielsweise das Projekt Lattich – dort geht es um die Zwischennutzung des Areals rund um den Güterbahnhof St. Gallen», erklärt Bartholet. Viele Mitglieds-Gemeinden und auch Projekte seien weit weg von Niederbüren. 

Bei den Mitgliedern der Regio Wil handelt es sich um Nachbargemeinden. «Wir gehören einfach zur Regio Wil», ist Bartholet überzeugt, «mit ihr haben wir viel mehr Gemeinsamkeiten.» Mit Ortschaften wie Oberbüren oder Niederhelfenschwil arbeite man längst zusammen. Hinzukommt, dass mittlerweile das neue WirtschaftsPortalOst (WPO) gegründet wurde. Denn mit einer Aufnahme in die Regio Wil wird Niederbüren gemäss Vereinsstatuten gleichzeitig Mitglied im WPO. «Von diesem Angebot und Netzwerk kann unser Gewerbe mehr profitieren», nennt Bartholet einen weiteren Grund für den Wechsel. Als dritten Punkt nennt die Gemeindepräsidentin den Verein Thur Kultur. «Hier geht es um die Förderung von kulturellen Anliegen», sagt Bartholet, «und Niederbüren ist eine klassische Thur-Gemeinde.» Das mache keinen Sinn, dass sich die Gemeinde an kulturellen Projekten am Bodensee beteilige. «Hinzukommt, dass wir keine Agglo-Gemeinde sind, wir gehören nicht zur Agglo St. Gallen.»