Anfangs der Woche erwartete man noch, dass Gianluca Tolino das Tor gegen Lausanne-Sport hüten würde. Doch am Donnerstag kam Licht ins Dunkel, wo gar kein Dunkel erwartet worden war. Der FC Wil vermeldete die Verpflichtung von Goali Anthony Mossi ausserhalb der Transferperiode. Dies war möglich, da der gebürtige Pariser seit Sommer vereinslos war.

«Ich habe mich individuell in Ägypten und Paris fitgehalten», antwortete Anthony Mossi auf die Frage, was er zwischen den Anstellungen beim FC Chiasso und dem FC Wil getan habe. Mossi wirkte auf dem olympischen Rasen der Pontaise bereit, seine Chance zu packen. Er zeigte einige gute Paraden, musste aber dennoch fünfmal hinter sich greifen. Trotzdem sagte er nicht zu unrecht: «Meine Leistung war gut, auch wenn wir einige Gegentore erhalten haben. Nur beim vierten Treffer habe ich falsch reagiert.»

Wacklige Defensive: 13 Gegentore in drei Spielen

Die Wiler Defensivabteilung, lange die beste der Liga, wirkt derzeit löchrig wie ein Schweizer Käse. In den vergangenen drei Spielen mussten die Äbtestädter 13 Gegentore hinnehmen und erzielten lediglich drei Tore. Vielleicht wäre es gegen Lausanne anders gekommen, hätten mit Goalie Zivko Kostadinovic, Verteidiger Dominik Schmid und Flügelspieler Kwadwo Duah nicht drei Spieler gesperrt gefehlt. Zudem musste auch auf den verletzten Fabian Rohner verzichtet werden – und auch auf Valon Fazliu, der mit Krankheitssymptomen auf der Ersatzbank platznehmen musste.

Während einer halben Stunde konnten die Wiler das torlose Unentschieden halten - ein Teilerfolg. Doch die Lausanner drückten immer stärker aufs Gaspedal. Das Führungstor lag in der Luft und fiel auch wenig später. Andi Zeqiri war bereits zum zwölften Mal in dieser Saison erfolgreich. Und die Wiler haderten, wie schon vor der Länderspielpause, erneut mit dem Schiedsrichter. Sie monierten ein Handspiel von Zeqiri. Selbst die TV-Bilder konnten die Szene diesbezüglich aber nicht definitiv auflösen. Strittig war auch, ob Lausannes Noah Loosli – im Offside stehend – aktiv in die Szene eingriff oder nicht. Der Schiedsrichter entschied auf «Nein» und gab das Tor trotz wilder Wiler Proteste.


Lausanner Tor-Maschinerie läuft und läuft

Der Knoten der Gastgeber war geplatzt. Nur Minuten später erhöhte Per-Egli Flo nach schönem Durchspiel für das Heimteam auf 2:0. Mit diesem Resultat ging es zum Pausentee – und die Partie war im Prinzip entschieden. Zu sicher steht die Lausanner Defensive in dieser Saison. In nunmehr zehn Heimspielen gab es erst zwei Gegentreffer.

Nach dem Wiederanpfiff war die Luft schnell ganz draussen, da Aldin Turkes mit seinem bereits 13. Saisontreffer zügig auf 3:0 stellte. Das Spiel nahm danach an Intensität ab. Jedoch hatte das Team von Trainer Giorgio Contini weiterhin alles im Griff. In der Schlussphase warfen die Westschweizer nochmals ihrer beeindruckende Tormaschinerie an. Innerhalb der letzten zehn Minuten trafen sie doppelt. Elton Monteiro und der eingewechselte Anthony Koura erhöhte auf 5:0. Momentan ist ein solcher Kantersieg Normalität auf der Pontaise. Wettbewerbsübergreifend erzielten die Lausanner zuhause zuletzt in vier Partien 21 Treffer und bekamen kein Gegentor: 5:0, 6:0, 5:0 und 5:0 lauten die Resultate.

Weiterhin ohne Auswärtssieg gegen Lausanne-Sport

Die Wiler zahlten auf der Pontaise Lehrgeld – und kassierten die dritte Niederlage in Folge. Der Ligakrösus und Aufstiegsanwärter war dynamischer und zu jeder Zeit des Spiels Herr der Lage. Das schnelle Umschaltspiel überforderte die Gäste aus der Ostschweiz wiederholt. Der Sforza-Truppe bleibt nun nur noch eine Chance, um auf der Pontaise gegen Lausanne-Sport einen ersten (und letzten) Sieg in der Vereinsgeschichte zu holen. Einen solchen gab es bisher noch nicht. Auf die nächste Saison hin wechselt der Westschweizer Verein sein Wohnzimmer.

Die wichtigsten Szenen des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
So schlitterte der FC Wil in die höchste Niederlage dieser Saison.

Resultate, Challenge League, 15. Runde:
Lausanne-Sport – Wil 5:0
Grasshoppers - Aarau 0:0
Winterthur - Kriens 0:2
Chiasso - Stade Lausanne-Ouchy 2:2
Schaffhausen - Vaduz 0:3

FC Lausanne-Sport – FC Wil 1900 5:0 (2:0)

Pontaise: 2109 Zuschauer. – Sr: Schnyder.

Tore: 32. Zeqiri 1:0. 39. Flo 2:0. 50. Turkes 3:0. 80. Monteiro 4:0. 91. Koura 5:0.

FC Lausanne-Sport: Castella; Boranijasevic, Loosli, Monteiro, Flo; Kukuruzovic; Geissmann (86. Pasche), Schneuwly (81. Koura); Ndoye (86. Oliveira), Turkes, Zeqiri (63. Domionguez).

FC Wil 1900: Mossi; Rahimi (86. Traber), Schmied, Kamberi; von Niederhäusern; Muntwiler, Abedini; Brahimi, Silvio (61. Bosic), Krasniqi (74. Celant); Stojilkovic.

Bemerkungen: Lausanne-Sport ohne Cabral (krank), Puertas (verletzt), Da Silva, Silva, Sinclair, Nanizayamo und Ouattara (nicht im Aufgebot). Wil ohne Kostadinovic, Duah, Schmid (gesperrt), Klein, Schäppi, Wörnhard, Rohner (verletzt), Sejdija und Beka (nicht im Aufgebot). - 32. Lattenschuss Ndoye. - Verwarnung: 22. Silvio (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 15/33. 2. Grasshoppers 15/27. 3. Wil 15/23. 4. Winterthur 15/23. 5. Kriens 15/22. 6. Vaduz 15/20. 7. Aarau 15/19. 8. Stade Lausanne-Ouchy 15/15. 9. Schaffhausen 15/14. 10. Chiasso 15/11.

Nächste Spiele (16. Runde):
Freitag, 29. November: Aarau – Winterthur (20.00 Uhr).
Samstag, 30. November: Stade Lausanne-Ouchy - Grasshoppers (17.00 Uhr), Wil – Schaffhausen (17.30 Uhr), Kriens – Lausanne-Sport (17.30 Uhr).
Sonntag, 1. Dezember: Vaduz – Chiasso (16.00 Uhr).

Mossi und Silvio im Interview

 
Zwei Protagonisten äussern sich im hallowil.ch-Interview zur hohen Pleite auf der Pontaise.

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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein aus der frischen Pontaise. Vielen Dank für das Interesse. Bis bald auf hallowil.ch.

Trotz der Klatsche gilt es den Blick vorwärts zu richten: In acht Tagen spielt der FC Will in der heimischen IGP-Arena gegen den FC Schaffhausen. Auch davon wird hallowil.ch mit einem Liveticker berichten.

Schlussfazit: Lausanne beweist ein weiteres Mal seine Heimstärke und macht einen weiteren Schritt Richtung Super League. Angetrieben von einem starken Kukuruzovic sind die Waadtländer in allen Belangen überlegen und holen im zehnten Heimspiel der Saison den neunten Sieg. Für die Wiler ist es die dritte Niederlage hintereinander - bei 13 Gegentoren. Trotz des deutlichen Resultats haben sich die Wiler nicht gehen lassen. Es bleibt aber dabei: Auswärts gegen Lausanne-Sport kann der FC Wil einfach nicht gewinnen.

92. Minute: Schlusspfiff auf der Pontaise: Die Lausanner gewinnen hoch und verdient mit 5:0.

91. Minute: TOOOOOR für Lausanne-Sport durch Koura zum 5:0. Ein schöner Schlenzer in die rechte Torecke. Mossi streckt sich vergebens.

90. Minute: Der vierte Offizielle zeigt zwei Minuten Nachspielzeit an.

86. Minute: Auch der FC Wil wechselt zum dritten Mal: Rahimi verlässt den Rasen und wird durch Traber ersetzt.

86. Minute: Doppelwechsel bei Lausanne: Oliveira kommt für Ndoye und für Geissmann spielt nun für Pasche.

84. Minute: Lausanne hat in den vergangenen vier Heimspielen 20 Tore erzielt und keines bekommen. Stark.

82. Minuten: Vor nur 2109 Zuschauer führt das Heimteam verdient mit 4:0.

80. Minute: TOOOOR für Lausanne-Sport durch Monteiro zum 4:0. Der aufgerückte Verteidiger köpft nach einem Schneuwly-Eckball ein. Da macht nun Mossi keine gute Figur und verschätzt sich.

76. Minute: Die Lausanner sind nicht mehr so zwingend mit ihren Chancen, lassen hinter jedoch auch nichts zu. Castella im Tor hat einen ruhigen Abend. Aber die Wiler geben nicht auf. Die Moral stimmt.

74. Minute: Zweiter Wechsel beim FC Wil: Celant ersetzt Krasniqi, der mit Krampferscheinungen vom Feld humpelt. 

70. Minute: Interessant: Laut offizieller Statistik weist der FC Wil mehr Ballbesitz auf. Und trotzdem dominiert Lausanne fast nach Belieben.

67. Minute: Dem FC Wil hätte sich eine gute Konterchance mit möglicher Überzahl geboten. Bosic hat sich jedoch den Ball zu weit vorgelegt und wird abgelaufen.

65. Minute: Das Spiel hat etwas an Intensität verloren. Doch Lausanne ist noch immer der Taktangeber.

62. Minute: Erster Wechsel Lausanne-Sport: Zeqiri verlässt den Platz, Dominguez betritt das Spielfeld für ihn.

61. Minute: Erster Wechsel beim FC Wil: Silvio macht Platz für Bosic.

56. Minute: Erzielen Zeqiri oder Turkes noch ein Tor, so haben sie gleich viele Treffer erzielt wie die gesamte Wiler Mannschaft.

54. Minute: Erster Wiler Schuss des Spiels auf das Tor von Castella. Brahimi fasst sich ein Herz und zieht aus rund 20 Metern ab. Castella hält.

52. Minute: Der Ball zappelt in den Maschen hinter Castella. Doch der Wiler Treffer zählt nicht. Bevor sich die Lausanner Hinterleute selbst den Ball anschiessen und ein vermeintliches Eigentor produzieren, war das Spielgerät im Out gewesen.

50. Minute: TOOOOOR für Lausanne-Sport durch Turkes zum 3:0. Kukuruzovic flankt von rechts in den Strafraum. Aldin Turkes steht goldrichtig und lässt Mossi keine Chance. Er versenkt den Ball mit dem Kopf in der linken Ecke.

48. Minute: Es ist anzumerken: Mossi spielt eine gute Partie. Obwohl er viele Bälle abprallen lässt, strahlt er Sicherheit aus und weiss mit guten Refelxen zu gefallen.

47. Minute: Ein erster Angriff der Lausanner in der zweiten Hälfte: Der Ball ist jedoch etwas zu lang für Zeqiri. Mossi kann klären.

46. Minute: Die beiden Mannschaften kommen unverändert zurück aufs Feld. Das Spiel ist wieder angepfiffen.

Pausenfazit: Die Heimmannschaft führt völlig verdient mit 2:0. Gefühlt spielt nur ein Team - jenes aus Lausanne. Die Wiler werden früh angelaufen und sofort unter Druck gesetzt. Danach schalten die Waadtländer wiederholt blitzschnell um und lancieren diverse gefährliche Angriffe. Das 1:0 war umstritten, viele Wiler eine Abseitsstellung von Loosli monierten. Schiedsrichter Schnyder entschied auf sehr aktives Passiv-Abseits steht. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist, dass beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der IGP-Arena Ende September das selbe Resultat zur Pause auf der Tafel stand. Damals konnte die Sforza-Truppe noch ausgleichen und behielten einen Punkt in der Ostschweiz.

Schnyder pfeift zum Pausentee. Es steht erwartungsgemäss 2:0 für die Gastgeber.

45. Minute: Der Schiedsrichter lässt im Minimum eine Minute nachspielen.

44. Minute: Die Wiler wirken passiv - gar etwas eingeschüchtert, von der geballten Offensiv-Power der Heimmannschaft.

42. Minute: Wiedermal ein Abschluss durch die Wiler: Nach einem Eckball von Krasniqi kommt Silvio zum Kopfball. Dieser fliegt jedoch deutlich übers Tor.

40. Minute: Die Zwei-Tore-Führung ist verdient. Die Lausanner greifen immer wieder gefährlich an. Trotz der Führung schalten sie keinen Gang zurück. Sie drücken gar auf ihr drittes Tor.

38. Minute: TOOOOOR für Lausanne-Sport durch Flo zum 2:0. Er läuft nach schönem Durchspiel von links in den 16er und drischt den Ball ins weite Eck. 

32. Minute: TOOOOOOR für Lausanne-Sport durch Zeqiri zum 1:0. Nach einem Eckball von Kukuruzovic landet der Ball auf Umwegen vor Andi Zeqiri. Er staubt ab. Zuerst wehrt Mossi einen strammen Abschluss an die Latte. Der Abpraller landet vor Zeqiri - er köpft ins Tor.

27. Minute: Mossi hält bis jetzt seinen Kasten sauber. Es gab gute Paraden, jedoch lässt er auch viele Bälle abprallen. Oftmals gegen vorne, was nicht so sein sollte.

24. Minute: Die Schlinge zieht sich langsam zu. Die Lausanner drücken auf das erste Tor. Zeqiri aus halblinker Position schliesst ab - Mossi hält. Der Nachschuss von Ndoye geht übers Tor.

22. Minute: Gelb für Silvio. Er stand Geissmann auf den Fuss.

19. Minute: Mossi muss zweimal eingreifen. Zuerst ein Schuss aus Spitzenwinkel, den er nach links abwehrt. Die darauffolgende Flanke faustet er weg. Starke Paraden vom neuen Schlussmann.

18. Minute: Wie erwartet ist Lausanne überlegen. Die Contini-Truppe kommt immer besser ins Spiel. Noch fehlt die Kaltschnäuzigkeit. 

14. Minute: Aus dem darauf folgenden Eckball können die Lausanner keinen Profit schlagen. 

14. Grosschance Lausanne: Ndoye spielt den Ball zur flach zur Mitte. Der Stürmer sichtlich überrascht braucht zu lange um abzuschliessen. Muntwiler kann noch eingreifen.

13. Minute: Halbchance FC Wil. Filip Stojilkovic setzt sich auf dem Flügel schön durch. Die Flanke war jedoch etwas zu hoch für Silvio im 16er.

10. Minute: Die ersten 10 Minuten gestalten sich relativ ausgeglichen. Auf beiden Seiten kam es bereits zu Torchancen. Die zwingendere jedoch für Lausanne. 

9. Minute: Ein Konter der Lausanner kann grad noch zum Eckball geklärt werden. Dieser wird jedoch nicht gefährlich.

5. Minute: Riesenchance für Zeqiri: Aus vier Meter steht er alleine vor dem Tor. Der neue Wiler Keeper Mossi ist zur Stelle und kann ein frühes Gegentor verhindern.

3. Minute: Guter Angriff der Wiler: Krasniqi kommt im Strafraum der Lausanner zum Abschluss. Der Ball wird abgefälscht und es kommt zum Eckball. Daraus entsteht keine Gefahr für die Waadtländer.

1. Minute: Erster Angriff der Wiler. Stoijlkovic jedoch im Abseits.

1. Minute: Schiedsrichter Schnyder pfeift die Partie pünktlich an.

Die Mannschaften sind da. Gleich geht's los. Viel Vergnügen mit dem Spitzenspiel FC Lausanne-Sport gegen FC Wil.

Der Schiedsrichter der Partie ist Urs Schnyder.

Trainer Contini schickt seine Lausanner in einem 4-1-2-3-System aufs Feld. Mit der Trikotnummer 1 steht Castella im Tor. Die Abwehr bildet sich von rechts her gesehen Boranijasevic, Loosli, Monteiro und Flo. Vor der Abwehr spielt Captain Kukuruzovic, davor Geissmann (rechts) und Schneuwly. Die drei Stürmer sind Ndoye (links), Turkes und Zeqiri.

Die Aufstellungen sind nun bekannt. Die Wiler spielen im gewohnten 4-2-3-1-System. Im Tor für den gesperrten Kostadinovic steht der neue Wiler Keeper Anthony Mossi, der erst seit diesem Donnerstag offiziell zum Team zählt. In der Verteidigung spielen von rechts her gesehen Rahimi, Kamberi, Schmied und von Niederhäusern. Vor der Abwehr im Mittelfeld agieren Captain Muntwiler (rechts) und Abedini. Im Mittelfeld spielen von rechts nach links Brahimi, Silvio und Krasniqi. Einziger Stossstürmer ist Stojilkovic. Wieder verletzt fehlt Rohner, weiter verletzt sind Schäppi, Wörnhard und Goalie Klein. Und da sind noch die drei gesperrten: Kostadinovic, Schmid und Duah. Eine Menge Holz.

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Ganz voll wird's wohl nicht. (Bild: Boris Hasler)

Guten Abend und herzlich willkommen zum Spitzenspiel auf der Pontaise. Dem FC Wil steht heute eine Herkulesaufgabe bevor. Erst zwei Gegentore musste das Team von Trainer Giorgio Contini in ihrem Wohnzimmer, der Pontaise, hinnehmen. Verloren hat es gar noch nie. Die Gegner hingegen verliessen Lausanne oft mit vielen Gegentoren im Gepäck. Dieser Offensiv-Power der Waadtländer gilt es heute einen Riegel zu schieben. Der Wiler Abwehrriegel, der in den letzten Spielen löchrig erschien, muss heute funktionieren, um Punkte mitnehmen zu können.

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Die Vorschau:

Eines ist bereits klar: Beim FC Wil steht auf der Pontaise ein Goalie zwischen den Pfosten, der noch nie in einem Challenge-League-Spiel das Leibchen der Wiler getragen hat. Ist es Anthony Mossi, der einst in der Waadt beim FC Le Mont Lausanne gespielt hat und nun kurzfristig verpflichtet worden ist? Oder ist es doch Gianluca Tolino, der bis anhin höchstens 1. Liga gespielt hat? Aufgrund der kurzfristigen Verpflichtung Mossis würde es erstaunen, wenn es nicht der kongolesisch-schweizerische Doppelbürger wäre.

Wer auch immer es ist: Er dürfte sich nicht über mangelnde Arbeit zu beklagen haben. Denn es geht ausgerechnet gegen den heimstarken Leader Lausanne-Sport, welcher die mit Abstand beste Offensive der Liga stellt. Allein die beiden Stürmer Andi Zeqiri und Aldin Turkes erzielten beinahe so viele Saisontore wie die gesamte Mannschaft aus der Ostschweizer. Zusammen bringen sie es auf 23 Treffer. Dazu kommt, dass es den Wilern in der Vereinsgeschichte bislang noch nie gelungen ist, auswärts gegen Lausanne-Sport zu gewinnen.

Die Wiler:

Trotz zwei Niederlagen und acht Gegentoren vor der Länderspielpause sollte nicht von einer Negativserie gesprochen werden. Die Äbtestädter haben in dieser Saison bereits oft eindrucksvoll gezeigt, dass sie zurecht im oberen Drittel der Tabelle stehen. Ein junges Team, wie es die Wiler Spieltag für Spieltag auf den Rasen schicken, weist oftmals Höhen und Tiefen im Saisonverlauf auf. Nichtsdestotrotz muss die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückfinden, auch wenn der Gegner Lausanne-Sport heisst. Die nächste Reifeprüfung steht an und es ist Zeit, eine Reaktion zu zeigen. Es muss allerdings funktionieren ohne die gesperrten Kwadwo Duah, Dominik Schmid und Goalie Zivko Kostadinovic. Gegen die gesamthaft sechs Spielsperren hat der Verein keinen Rekurs deponiert.

Für die Wiler geht es nicht nur um Punkte. Es geht auch um die Verteidigung des dritten Tabellenranges. Dieser könnte ihnen vom punktgleichen FC Winterthur streitig gemacht werden.

Die Lausanner:

Der erfolgreiche Saisonverlauf der Waadtländer kommt nicht aus dem Nichts. Als eines der zwei finanziellen Schwergewichte der Liga gibt es für sie nur ein Ziel: Aufstieg. Die neue Spielstätte, welche im kommenden Sommer bezogen wird und ein reines Fussballstadion ist, soll für Spitzenfussball in der Super League stehen. Doch auch Lausanne-Sport ist zu besiegen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ist dies dem Tabellenschlusslicht aus dem Tessin gelungen. Der FC Chiasso setzte sich mit 3:2 gegen die Waadtländer durch. Von diesem «Schock» rehabilitierte sich die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini jedoch schnell – mit einem 5:0-Erfolg gegen Murat Yakins FC Schaffhausen.

Die Ergebnisse der letzten drei Heimspiele sind beeindruckend: 5:0, 6:0 und 5:0 – unter anderem gegen Super-League-Klub Xamax im Cup. In den bisherigen neun Heimspielen dieser Saison wurden erst 2 Gegentore zugelassen, dafür 33 Treffer erzielt.