Frau Egli, eine Stadträtin bei der Kehrichtentsorgung sieht man nicht alle Tage, was motivierte Sie für die Tour mit dem Kehrichtfahrzeug?

Es war mir ein Anliegen, selber zu erleben, welche harte Arbeit unsere Mitarbeiter im Dienste des Service public leisten müssen. Und diese Erfahrung konnte ich nur machen, indem ich selber mitarbeitete und Hand anlegte.

Wie lange dauerte die Tour?

Am letzten Freitag, den ganzen Vormittag, d.h von 7.00 – 11.45 Uhr

Wie erlebt man die Stadt Wil aus der Perspektive eines Kehrichtfahrzeuges, oder anders gefragt: welche Erkenntnisse haben Sie auf Ihrer Tour gewonnen?

Ich habe mir vorgestellt, dass der Job streng ist, und diese Vorstellung hat sich mehr als bestätigt. Chapeau vor den Mitarbeitern des Werkhofs, die tagtäglich draussen für unsere Stadt einen unermüdlichen Einsatz leisten.

Hat Ihr Einsatz Ihre Sicht auf die tägliche Arbeit der Belader der Kehrichtfahrzeuge verändert?

Ja, indem ich noch mehr Respekt vor ihrem täglichen Einsatz habe. Im Gespräch durfte ich auch erfahren, dass die Mitarbeiter den Job gerne ausüben. Und meine Ergänzung dazu: dass sie nicht mehr ein spezielles Fitnessprogramm in der Freizeit brauchen.

Wie haben Ihre Mitarbeitenden und Kollegen im Stadtrat reagiert, als Sie Ihnen die Idee Ihres Temporär-Einsatzes in der Kehrichtentsorgung präsentierten?

Ich habe den Einsatz selbstverständlich ausserhalb meines 70 %-Pensums als Stadträtin gemacht, deshalb kann ich die Frage nicht beantworten.

Wie haben die Passanten reagiert?

Die meisten haben zweimal hingeschaut, und haben sofort den Daumen hochgehalten. Auch habe ich per Mail einige positive Reaktionen erhalten.

Wird es eine Wiederholung eines derartigen Einsatzes geben?

Ja, das wird es, die Arbeiten im Werkhof sind vielseitig. Zudem ist so ein Einsatz eine gute Gelegenheit, die Mitarbeiter persönlich kennenzulernen.