Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren hat gemeinsam mit weiteren Organisationen die «Charta Sozialhilfe Schweiz» lanciert. Darin bekennen sich die Organisationen zur Sozialhilfe und zur föderalen Zusammenarbeit. Wie die Stadt Wil am Montag mitteilt, hat der Stadtrat entschieden, diese Charta ebenfalls zu unterzeichnen. Die Charta ist als Absichtserklärung zu verstehen, konkrete Massnahmen folgen daraus nicht. 

Die Sozialhilfe sei «ein zentrales Element zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung und ein entscheidender Faktor für die gesellschaftliche Stabilität», schreiben die unterzeichnenden Organisationen. Dario Sulzer, Leiter des Departements Soziales, Jugend und Alter sagt: «Uns ist es wichtig, die Sozialhilfe würdevoll zu gestalten und nicht nur über die Kosten, sondern auch über den Nutzen zu sprechen.» So ermögliche die Sozialhilfe den Zugang zu Ausbildungen und damit den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt.

Sulzer: «Die Bevölkerung weiss um die Wichtigkeit»

Ein Drittel der durch die Sozialhilfe unterstützten Menschen seien Kinder und Jugendliche, heisst es in der Mitteilung. Die Förderung dieser Menschen sei eine Investition in die Zukunft. Mit der Unterzeichnung der Charta bekennt sich die Stadt Wil auch zur Aussage, dass ein Wettbewerb um die tiefsten Sozialhilfeleistungen zwischen den Kantonen und Gemeinden schädlich ist und die Solidarität untergräbt.

Auch wenn die Sozialhilfe in Wil ein grösserer Budgetposten ist, sei er überzeugt, dass die Bevölkerung um die Wichtigkeit der Sozialhilfe wisse, sagt Stadtrat Sulzer auf Nachfrage. Kritik werde vor allem nach publik gewordenen Einzelfällen laut. (sk/rop)