Der FC Wil hat zwar für nächste Saison die Super-League-Lizenz. Womöglich muss er sich aber doch noch ernsthaft mit der Promotion League befassen. Denn Schlusslicht Chiasso will sich am grünen Tisch jene drei Punkte erkämpfen, welche es am vergangenen Samstag gegen Vaduz auf dem grünen Rasen verspielt hatte. Die Südtessiner bestritten jene Partie unter Protest – und bestätigten diesen im Nachgang gegenüber der Disziplinarkommission der Swiss Football League. Die Chiassesi sind der Auffassung, dass die Startaufstellung der Liechtensteiner nicht dem offiziellen Matchblatt entsprach, Boris Prokopic, der ursprünglich als Ersatzspieler aufgeführt war, stand in der Startformation. An seiner Stelle wechselte Jodel Dossou auf die Ersatzbank. Eben dieser Dossou erzielte dann eine Minute nach seiner Einwechslung übrigens das Siegestor zum 2:1 für die Liechtensteiner.

Die Lage würde sich zuspitzen

Somit kommt es womöglich zu einer ultra-spannenden Schlussphase der laufenden Challenge-League-Saison. Werden dem FC Chiasso die drei Punkte zugesprochen und dem FC Vaduz abgezogen, wäre die halbe Liga akut vom Abstieg bedroht, da die unteren fünf Mannschaften nur zwei Punkte trennen würden. Und selbst der FC Wil, derzeit als Fünfter noch in der oberen Tabellenhälfte, hätte nur noch fünf Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone – und im Saison-Finale noch lauter Spiele gegen im Abstiegskampf involvierte Mannschaften vor der Brust.

So sähe die Tabelle vor den letzten vier Runden aus, wenn der FC Chiasso mit dem Spielfeldprotest durchkommt:

5. Wil 38 Punkte
6. Rapperswil-Jona 35 Punkte
7. Kriens 35 Punkte
8. Vaduz 35 Punkte
9. Schaffhausen 35 Punkte
10. Chiasso 33 Punkte

Somit geht die Challenge League in die heisse Schlussphase, ohne dass die involvierten Klubs wissen, wie heiss sie wirklich ist. Das zählt auch für den FC Wil, der in diesem Jahr erst ein Spiel gewonnen hat. In der letzten Runde empfängt er in der IGP-Arena am 26. Mai … den FC Chiasso.