Es sind nicht die grossen Highlights, welche die Gäste zum Besuch der jährlichen Niederglatter Chilbi anlocken. Die Chilbi, gleichzeitig Kirchenfest der beiden Märtyrer Felix und Regula, gilt vielmehr dem Treffen der Dörfler wie auch der Heimweh-Niederglättler. Ein spezielles Angebot gab es für die Jungen mit der top aufgemachten „Tiki-Bar“, welche besonders am Samstagabend zahlreiche Besucher anlockte. Das Thema des Festgottesdienstes, mit Gott und den Menschen ins Reine zu kommen, passte gut zur Chilbi, im Kontakt mit Nachbarn und Bekannten im Austausch Ungereimtheiten lösen zu wollen.Niederglatt mit seinen paar hundert Einwohnern vermag zur Chilbizeit alljährlich viel Publikum anzuziehen. Die Chilbi, alljährlich am Wochenende vor dem Bettag, wird zusammen mit den Fest der Kirchenpatrone gefeiert. Bereits am Samstagabend bildeten sich auf der Zufahrt zum Dorf Autokolonnen. Ein Besuch im Restaurant Engel gehört bei vielen Dörflern zu Gewohnheit, weil dank dem jährlichen musikalischen Auftritt des „Lieben Augustin“ ein Tänzchen dabei sein kann. Noch grössere Autokolonnen bildeten sich am Sonntag, obwohl der Vormittag mit den Regengüssen nicht gerade zum Chilbi-Besuch einlud.

Festlicher Auftakt
Der Chilbi-Sonntag startete bereits zu früher Stunde mit dem Festgottesdienst zu Ehren der beiden Kirchenpatrone „Felix und Regula“. Für festliche Umrahmung sorgte der Auftritt des Flawiler Cäcilienchors. Die Eucharistie feierte Pfarrer Markus Schöbi, den Wortgottesdienst leitete Pastoralassistent Roman Brülisauer. Er lud die doch in grösserer Zahl Anwesenden ein, die Gebetsstunde zum Innehalten zu nutzen, um nicht vom Wesentlichen abgelenkt zu werden.

Das Thema des Evangeliums „Mit Menschen ins Reine zu kommen“ machte Roman Brülisauer in seiner Predigt zum Thema. Er nannte es wichtig, dass man auf die Person zugeht, wenn sich jemand daneben benimmt. Der richtige Weg wäre, dass man dies unter vier Augen bespricht. Die Realität sei allerdings oftmals anders, dass das Problem mit Dritten diskutiert wird und die Person schlecht gemacht werde. Der Weg, jemanden zur Umkehr zu bringen sei bestimmt nicht einfach. Aber jeder Mensch sei es wert, dass man ihn wieder für gute Kontakte gewinne. Die beiden Märtyrer Felix und Regula, Kirchenpatrone in Niederglatt, hätten es zu ihrer Lebzeit nicht einfach gehabt, wiederkehrend angefeindet. Ihr Beispiel für eine Umkehr sei bei den Menschen nicht angekommen.

Treffpunkt Chilbi
Im Anschluss waren die Besucher des Gottesdienstes zum Apéro auf dem Chilbigelände vor der Kirche eingeladen. Zu dieser Stunde war allerdings noch der Regenschirm gefragt. Die Beizli der Dörfler hatten vorgesorgt, die Gäste unter sicherem Dach bewirten zu können. Für etwas wärmeren Aufenthalt lud das Restaurant Engel ein.

Mit dem aufkommenden Sonnenschein verlagerte sich das Chilbi-Treiben bald einmal ins Freie. Tische und Bänke wurden aufgestellt und der Grill vom Engel in Bereitschaft gebracht. Mit den steigenden Temperaturen füllten sich Tisch und Bänke mit Gästen, welche sich ein schmackhaftes Sonntagsmenu genehmigen wollten. Steigende Besucherzahlen verzeichnete auch die Kafi-Stube der Frauengemeinschaft. Auch im späteren Nachmittag pilgerten weitere Familien mit ihrem Nachwuchs zum Chilbi-Treff.

Die historische, manuell gesteuerte Kegelanlage des Alterschwiler Männerchors blieb auch in diesem Jahr beliebter Spielort, bei genügenden Treffern winkte eine Gabe. Die sonst grössere Auffahrt von historischen Traktoren verlief wohl ob der unsicheren Wetterlage etwas zurückhaltender. Aber jedem Traktorfahrer war bei seiner Ankunft Beachtung und Applaus geschenkt.