Neun Jahre nachdem Papst Pius XI. 1925 das Christkönigsfest eingesetzt hatte, wurde die Christkönigskirche in Niederuzwil eingeweiht. Königshäuser und Kaiserreiche waren untergegangen; mit dem Ideenfest sollte an die Königswürde Jesu erinnert und den Menschen Orientierung gegeben werden.

In seiner Festtagspredigt gab Seelsorger Klaus Gremminger eine andere Art von Orientierung. Er hatte aufgelistet, unter welchen Namen Jesus in der Bibel alles vorkommt. Von A wie Anfang bis W für Wahrheit und stellte die Begriffe in Bezug zu den heutigen Menschen. Jesus als ein Dienender, nicht ein Herrschender, Jesus als Lamm Gottes, als verletzliches Tier, dessen Macht die Liebe ist. Jesus, der Menschgewordene, ein dornengekrönter König, der auf Hilfe angewiesen ist. Jesus als Tür zum Geheimnis des Glaubens, als Urheber und Vollender des Glaubens.

Üblicherweise wird das alte Altarbild, der Christkönig von August Meinrad Bächtiger, jeweils zum Christkönigssonntag sichtbar gemacht, doch die Zugvorrichtung, um die Platten des modernen Christusbildes von Karl Fürer herunterzuholen, ist seit einiger Zeit defekt. Klaus Gremminger erinnerte an die Ideen des Künstlers von 1993, anlässlich der Innenrenovation der Kirche. Der Lichtstrahl, der die Regenbogenfarben von unten nach oben durchbricht, verbindet Himmel und Erde. Licht ist das Zeichen für die göttliche Welt.

Lichtmomente schenkten ausserdem Regula Weiss, Oboe und Albert Neff, Orgel, mit ihrer Musik. Sie verstärkten den Festcharakter des Christkönigssonntages.