Die katholische Pfarrei Niederuzwil bietet Dritt- bis Sechstklässlern acht Mal pro Jahr einen Schülertreff an. Zum «Weihnachtszauber» anfangs Dezember wurde das «Click»-Team regelrecht überrannt.Unter der Sakristei der Christkönigskirche ist ein ausgebauter Jugendraum mit einer kleinen Küche, mit Tischen, einem «Tschüttelikasten» und einer Sofaecke aus gebrauchten Palletten und grossen roten Kissen. Hierher sind Kinder von der dritten bis sechsten Klasse monatlich zu zwei Stunden Gemeinsamkeit unter einem bestimmten Thema eingeladen. Sechs Frauen sind verantwortlich für das Programm des Schülertreffs Click.

Überraschender Ansturm
Als der Schülertreff im September nach der Sommerpause wieder startete, kamen acht Kinder. Das Team hatte aufgrund der Erfahrung, dass zunehmend weniger Kinder kommen, bereits die Zeiten reduziert, das heisst, sie nahmen alle Kinder zusammen, statt das Angebot je für die 3.- und 4.-Klässler und für die 5.- und 6.-Klässler durchzuführen. Unterdessen hat es sich herumgesprochen, dass es den «Click» gibt und zum «Weihnachtszauber» erschienen 32 Kinder. «Eigentlich wieder zu viele für diesen Raum», wie Luisa Luchetti sagte. Sie ist die Ansprechperson für den «Click».

Die begleitenden Frauen nahmen es jedoch gelassen, auch wenn der Lärmpegel ordentlich hoch war und die Kinder – mehrheitlich Mädchen – sich dicht um den Basteltisch drängten. Zwei der Frauen machten sich nochmals auf, mehr Bastelmaterial zu organisieren, denn trotz optimistischer Einschätzung, reichten die Gläser für ein Windlicht nicht und auch der Vogelsand, der als Basis hineinkam, ging aus. Genauso wie das Schokoladenpulver für die Schneemann-Suppe.

Wie ein roter Faden
Gemeinschaft, Verbundenheit, eine Gefühl der Zugehörigkeit und das Bewusstsein, ein Teil der Kirche zu sein, will der Schülertreff vermitteln. Die Konfessionszugehörigkeit spielt allerdings keine Rolle. Wer als Kind bereits in die Kinderfeier kam und die Erstkommunion feierte, findet im «Click» eine Fortsetzung, die dann zum Jugendtreff Enjoy it führt und später allenfalls in die Firmung mündet. «Wir sind Teil eines rotes Fadens, der im Vorschulalter beginnt», erklärte Luisa Luchetti.

Die Kinder kommen aus verschiedenen Klassen und so bekommen sie zu Beginn jeweils ein einfaches Namensschild an die Kleidung geklebt. Beim letzten Treff nahm das Anschreiben kaum ein Ende. Und weil die Kinder jeweils direkt von der Schule kommen, dürfen sie gleich nach dem ritualmässigen Singen des Click-Songs einen Zvieri essen. Mandarinen, Panettone und Weihnachtsguetzli gab es dieses Mal; dazu Wasser oder Punsch. Trotz der grossen Anzahl Kinder und der engen Raumverhältnisse ging dies diszipliniert vonstatten.

Basteln, spielen, plaudern
Und selbst das Basteln funktionierte, indem die Kinder gruppenweise vorgingen. Einige Knaben wählten von Beginn an den «Tschüttelikasten» und kämpften lautstark um Goals. Das schien erstaunlicherweise niemanden zu stören. Weder die Kinder noch die Erwachsenen. «Wenn es zu wild wird, haben wir sie auch schon aufgefordert, zweimal um die Kirche zu rennen», erzählte Jasmin Mair lachend. Das sei offensichtlich so wohltuend, dass daraus noch mehr Runden würden.

Die einen Kinder dekorierten Windlichter, andere füllten Schokoladenpulver und farbige Marshmallows in eine Tüte, schrieben sie an und hefteten das Rezept für die Schneemann-Suppe daran. Beate Harzenmoser, Rosalba Rago, Claudia Suppa und Trix Böhi halfen, wo es nötig war. Den Rest des zweistündigen Treffs können die Kinder jeweils mit verschiedenen Spielen verbringen. Dazu finden sie sich spontan zusammen und sitzen am Boden oder auf dem Sofa, das zum Fläzen einlädt.

Krippenspiel
Der Schülertreff Click führt auch dieses Jahr am 24. Dezember um 17 Uhr ein Krippenspiel in der Christkönigskirche auf. 14 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 5. Klasse haben sich für «s'Wiehnachtswunder vo dä Hirtechind» angemeldet. Hirtenkinder dürfen darin das erste Mal auf dem Feld übernachten. Auf dem Weg dorthin begegnen sie zwei ihnen völlig fremde Menschen, Maria und Josef, die in grosser Not sind.

Verzweifelt haben die Fremden ein Zimmer gesucht, sind jedoch überall abgewiesen worden. Die Kinder zeigen viel Verantwortung und bieten ihre Hilfe an. Während drei von ihnen zu den Hirten aufs Feld laufen, zeigen die anderen den Fremden einen Stall, wo Maria ihr Kind gebären kann. Die Kinder erleben dabei das grosse Wunder von der Geburt Jesu und dürfen auch seine Krippe herrichten. Zum Krippenspiel gehören Lieder, welche Esther Wild Bislin mit den Kindern einübt. Alwin Waldhoff spielt Orgel, Ramona Gradenecker Querflöte. Die Gesamtleitung hat Anita Rothauge.