Mitglied und Partner bei survista ist der gebürtige Uzwiler, Stephan Walser, welcher seine Karriere bei der Clientis Bank Oberuzwil im Jahr 1987 als Lernender begann. Nach acht Jahren ist er zur damaligen SBG weitergezogen und hat seinen wertvollen Erfahrungsschatz während 22 Jahren vertieft. Seit 2014 nun bei survista tätig, gastierte Walser gemeinsam mit Herr Peter Bieri, Portfolio-Manager im Clientis Beratungszentrum.

Die 5G-Technik kommt

«Die Welt bleibt nicht stehen, der Mensch strebt vorwärts». Stephan Walser’s einleitende Worte weisen auf die aktuellen Korrekturen an den Finanzmärkten und die Zurückhaltung bei den Investoren hin, wobei Investitionsentscheide aufgeschoben werden, jedoch nicht aufgehoben. Am Beispiel von Apple mit aktuell rückläufigen Verkaufszahlen beim iPhone verdeutlicht er weshalb.

Im kommenden Jahr wird die nächste Mobilfunkgeneration 5G eingeläutet. Warum also jetzt in eine 4G-Technik investieren, wenn diese in einem halben Jahr bereits veraltet sein wird? Autonomes Fahren wird zur Normalität, Patienten werden von Robotern operiert, welche vom Chirurgen am anderen Ende der Welt gesteuert werden. Die globale Haltung ist unsicher, Einbrüche sind nicht auszuschliessen. Was ist also zukünftig zu erwarten?

Rückblick: US-Aktien auf Höchstständen

Peter Bieri begrüsst anschliessend die rund 60 Interessierten im ausgebuchten Saal und nimmt die Frage vorerst mit einem Blick zurück auf. Die US-Wirtschaft floriert. Die Techgiganten Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und Google (kurz FAAMG) erwirtschafteten zusammen über 25 Prozent des Gesamtgewinns der Unternehmen in den USA. Eine entsprechende Korrektur sei möglich und wohl angebracht, die enorme Stärke aber gleichwohl berechtigt.

US Aktien befinden sich im Vergleich mit globalen Aktien seit 1960 auf Höchstständen, was auf fiskalpolitische Massnahmen, Fundamentaldaten sowie Unternehmensgewinne zurückzuführen ist. Zum Vergleich: Amazon und Google weisen eine Marktkapitalisierung von USD 1,706 Mrd. aus. Diese ist höher als sämtliche in China domizilierten Unternehmen zusammen.

Schuldenschnitt für Italien?

Die Zinssituation zeigt, dass die 10-jährigen Staatsanleihen eine steigende Tendenz aufweisen. Diese liegen in den USA bei rund 3 Prozent. In der EU und CH immer noch um null Prozent. Fazit: Die USA sind wieder manövrierfähig und können agieren, falls nötig. Was macht die Schweiz?

Italien bildet die drittstärkste Wirtschaftskraft in der EU. Der Vorschlag für eine Verdreifachung des Staatsdefizits zur wurde bei den Mitgliedsstaaten abgewiesen. Survista sieht nun drei Szenarien: 1. Italien geht auf Konfrontationskurs, 2. Italien gibt nach und überarbeitet den Vorschlag und 3. Italien und die EU finden einen Kompromiss mit einem möglichen Zahlungsausgleich und Schuldenschnitt als Folge.

Ausblick: Gold liegt im orangen Bereich

Peter Bieri zeichnet eine durchzogene Prognose, wobei viele Gefahren, aber durchaus auch Chancen an den Finanzmärkten bestehen. Wer sein Vermögen liquid auf den Konti halten möchte, befindet sich in einem grün-orangen Bereich. Das Risiko ist wohl tief, jedoch erhält man kaum Zinsen, der Inflationsdruck steigt, womit die Kaufkraft sinkt und dadurch der reale Wert. Nicht zu vergessen ist das Ausfallrisiko im Falle eines Konkurses des verwaltenden Instituts.

Investitionen in Anleihen sind aufgrund der tiefen Zinssituation nach wie vor unattraktiv und werden daher auch zukünftig nicht empfohlen. Gold liegt im orangen Bereich. Es wird immer einen Wert haben und gehört gemäss Bieri in jedes Portfolio. Aktuell ist Gold kein guter Inflationsschutz und die Aussichten sind wenig positiv. Zinsen wirft es bekanntlich keine ab.

Kurzfristige Schocks möglich

Aktien sind nach wie vor die attraktivste Anlagemöglichkeit, wobei die Ampel auch hier auf grün-orange gestellt ist. Einerseits mahnen hohe Gewinnerwartungen und die realen Höchststände bei den Aktienwerten zur Vorsicht, andererseits wirft das lockere Verhalten der Ratingagenturen Fragen auf. Auch Ratinginflation genannt, steigen die Schulden der US-Unternehmen an, Banken lockern aufgrund noch tieferer Ausfälle ihre Kreditanforderungen und die Ratingagenturen sehen keinen Anlass für eine Anpassung der Bewertungen. Ist ein Rating BBB immer noch ein BBB?

Zusammenfassend schliessen die Experten Ihr Referat mit Ihrer Einschätzung, dass mit kurzfristigen Schocks gerechnet werden muss. Aufgrund der herrschenden Informationsflut ist es enorm schwer, News als richtig oder falsch einzuschätzen und zudem zu identifizieren, was nun wirklich wichtig ist.