«Endlich», sagte Heinz Jost, Verwaltungsratspräsident der Clientis Oberuzwil, nachdem er den offiziellen Akt vollzogen, das blaue Band durchschnitten und somit das neue vierstöckige Bankgebäude an der Wiesentalstrasse eröffnet hatte. Ein Meilenstein sei es in der 144-jährigen Bankgeschichte. Denn erste Planungen gab es bereits in den 1970er-Jahren. Konkretisiert wurden diese ab 2009, als ein Studienauftrag lanciert wurde. Knapp zehn Jahr später war nun am Montagmorgen die Eröffnung. Entstanden ist ein Bau mit zwei offenen Schaltern, zwei Bancomaten, 200 Tresorfächern, vier Besprechungs- und einem Sitzungszimmer im zweiten Obergeschoss sowie vier Mietwohnungen in den obersten beiden Stockwerken. Die grösseren drei dieser Wohnungen sind vergeben, eine 2 ½-Zimmerwohnung ist noch frei.

Jost blickte zufrieden auf die Bauzeit zurück, welche im März 2017 mit dem Abbruch der Nachbarliegenschaften begonnen hatte. Unfälle gab es keine, Gegenwind nur durch Sturm Burglind, der vor knapp einem Jahr dafür gesorgt hatte, dass ein Baugerüst zwischenzeitlich rückgebaut werden musste. Der Zeitplan konnte aber eingehalten werden. Zwölf Millionen Franken hat die Clientis in das neue Gebäude investiert.

Auch das Beratungszentrum Uzwil soll ausgebaut werden

Nötig wurde der Neubau, weil die Regionalbank in den vergangenen Jahren markant gewachsen ist. Allein in den letzten zehn Jahren wurde die Bilanzsumme verdoppelt – auf 560 Millionen Franken. 23 Personen arbeiten heute für die Clientis Bank Oberuzwil, Lernende miteingerechnet. Trotz des Neubaus bleibt das Beratungszentrum in Uzwil, wo es keine Schalter gibt, bestehen. Mehr noch: Aus der strategischen Planung der Bank geht hervor, dass dort ein Ausbau vorgenommen werden soll. Wann genau es soweit ist, steht laut Verwaltungspräsident Jost noch nicht fest. Es dürfte sich aber um einen Zeitraum in der Grössenordnung von fünf Jahren handeln.

Der Montag stellte nicht «nur» für die Bank einen Meilenstein dar, sondern auch für die Gemeinde Oberuzwil. Deren Zentrum wird durch diesen Neubau markant aufgewertet. «Es ist toll, was errichtet wurde. Ich höre rundherum nur positive Stimmen», sagte Gemeindepräsident Cornel Egger bei der Eröffnung. Damit ist die Entwicklung des Dorfkerns aber noch keineswegs abgeschlossen. Einerseits hat die Clientis weitere Pläne. Das alte Bankgebäude, welches direkt neben dem neuen steht, soll ersetzt werden. Die Baubewilligung ist seitens der Gemeinde bereits erteilt. Allerdings hat die Clientis Oberuzwil ein Änderungsgesuch eingegeben, welches nun geprüft wird.

Zukunft der «Alten Gerbi»: Abbruch möglich

Andererseits wird ebenfalls auf diesem Gerbe-Areal ein Mehrfamilienhaus errichtet. Dahinter steht das Baukonsortium Tafelacker. Zwei Einsprachen wurden mittlerweile bereinigt, so dass die Baubewilligung durch die Gemeinde erteilt werden konnte und diese in den nächsten Tagen der Rechtskraft erwachsen dürfte.

Und dann ist da noch die Frage, wie es mit dem Gebäude der «Alten Gerbi» weitergeht. In diesem sind ein Jugendraum, der Mittagstisch, die Ludothek und die «Stiftung Alte Gerbi» beheimatet, welche kulturelle Anlässe organisiert. «In den nächsten Jahren sind keine Veränderungen geplant. Langfristig möglich sind der Abbruch und Ersatz durch ein Mehrfamilienhaus», sagt Gemeindepräsident Egger.

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Das alte Bankgebäude wird einem Neubau weichen.