Zur illustren Gästeschar zählten Head Coach und TK-Chef Andy Ritsch, Dame-Coach Marcel Herzog sowie Sarah Weber und Christian Rüegg vom Talent Campus Bodensee, Kreuzlingen. Neu in den Kreis der 22er aufgenommen wurde Thomas Ammann, Inhaber der Firma Ammanfen, Montagen GmbH aus Bettwiesen. Thomas Ammann spielt auch in der zweiten Mannschaft des EC Wil und somit erfolgreich in den 4. Liga-Playoffs.

Finanzielles Engagement

Nach einigen personellen wie finanziellen Turbulenzen kehrte beim EC Wil eher wieder Ruhe ein. Dafür sorgten neue Verantwortliche, welche vor allem auch finanziell für klare Verhältnisse sorgten. So suchte und fand der mögliche neue Präsident Roger Dietschweiler kurzfristig in Sponsoren- und Gönnerkreisen 64'000 Franken, um ausstehende Forderungen zu begleichen. Das reichte aber noch nicht ganz.

Mitglieder aus dem Club22 steuerten mit einem Beitrag von 10’000 Franken an den Nachwuchs, anlässlich des Januarmeetings und in einer Sonderaktion weitere grosszügige 50'000 Franken, um das Boot EC Wil auf Kurs zu halten.

Wil ist gefragt

Auch dem erst seit drei Jahren bestehenden Damenteam des EC Wil läuft es in der NLB besser als erwartet. Ohne Problem konnte man sich für die Playoffs qualifizieren. Im Viertelfinal gelang es das Team der GCK Lions in zwei Partien auszuschalten und wartet nun auf den Halbfinalgegner, voraussichtlich Bassersdorf. Wie Coach Marcel Herzog sagt, sei das Team sehr gut in Fahrt und er würde sich nicht wundern, wenn man gar bis in den Final vorstossen würde.

«Interessant ist auch, dass sich plötzlich auch gute Schweizer Eishockeyanerinnen beim EC Wil melden und ganz gerne zu den Ostschweizerinnen wechseln möchten. Für mich eine ganz neue und interessante Ausgangslage mit Zukunftsperspektiven», so Herzog. Im Gegensatz zum Herren-Eishockey in der 1. Liga seien die Damen daran interessiert in einem intakten Team zu spielen und nicht des Geldes wegen, meint Herzog.

Aufwändige Doppelfunktion

Nach der Trennung von Sportschef Dani Zeber ist die Belastung für Headcoach Andy Ritsch recht gross. «Ich versuche die beiden Aufgaben unter einen Hut zu bringen, denn nebst den Playoff-Partien laufen ja bereits auch die Vorbereitungen für die kommende Saison», so Ritsch. Wie er sagt, habe das Hauptkader (14 Spieler) des EC Wil bereits für die kommende Saison unterschrieben. «Wir suchen aber noch einige Ergänzungen und Verstärkungen. Diesbezüglich bin ich aber guter Hoffnung, dass wir auch in der kommenden Saison sehr gut aufgestellt sein werden, um in der 1. Liga eine gute Rolle zu spielen», meint Ritsch zuversichtlich.

Der Wunsch, das letzte Spiel gegen Frauenfeld in der Regular-Season zu gewinnen, blieb den Wilern versagt. So verspielten sie das Playoff-Heimrecht und starten bereits diese Woche (Dienstag) die Playoffs in Bellinzona. «Es beginnt nun alles bei null», so Ritsch. Er meint weiter, dass es nun das Ziel sei immer das letzte Spiel der Playoffserie zu gewinnen, das heisst damit eine Runde weiter zu sein. «Für dieses Ziel arbeiten wir seit Mai 2018», so Ritsch abschliessend. Er sagt aber auch, dass ohne den Club22-Zustupf von 60'000 Franken der EC Wil die momentane finanzielle Situation kaum ohne grosse Probleme überstanden hätte.

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Erster Finanzzustupf: Club22 und Panathlon-Club beim Januar-Meeting. Der Club22 überreichte einen Check an die Nachwuchsabteilung des EC Wil.

Ostschweiz im Eishockey stärken

Einen interessanten Einblick und die Grundsätze gaben die Wilerin Sarah Weber und der Thurgauer Christian Rüegg in das Wirken des Talent Campus in Kreuzlingen. Dieser ist sehr stark fokussiert auf die Sparte Eishockey, schult aber auch junge Talente mit der Swiss Olympic-Talent-Card aus anderen Sportarten. Mit einem umfassenden Konzept, das Schule und Training ideal vereint, fordern und fördern wir junge Talente und möchten ihre Persönlichkeit physisch wie mental weiterentwickeln und begleiten», so Lehrerin Sahra Weber und Trainer Christian Rüegg.

Rüegg meint kritisch: «Die Ostschweiz muss sportlich viel mehr zusammenarbeiten als bisher und braucht gemeinsame Ausbildungskonzepte, wo alle Vereine am gleichen Strick ziehen. Es kann doch nicht sein, dass junge Eishockeyaner mehr Zeit im Auto (chauffiert von ihren Eltern) unterwegs sind zu Trainings bei Grossclubs als im Training selber. Dabei fahren sie an mindestens fünf 1. Liga-Trainingshallen vorbei.» Der grösste Teil dieser sogenannten Talente bleibt in den Maschen hängen und geht verloren.» Es ist enorm wichtig, dass Schule und Sport noch enger zusammenarbeiten und die jungen Sportler/innen begleiten und unterstützen.