In der Region Wil gab es in mehreren Altersheimen Corona-Fälle. Besonders viele mussten im Seniorenzentrum Uzwil mit seinen beiden Häusern Marienfried und Sonnmatt registriert werden. Von den rund 140 Bewohnenden sind 22 Personen am Coronavirus verstorben. Und das binnen nur drei Wochen. Es war eine schwierige Situation für die kranken und die gesunden Bewohner, die Angehören, das Personal und auch die Heimleitung. «Momentan sind noch zwei oder drei Personen in Isolation und somit krank. Die ausserordentliche Situation ist aber gemeistert», sagt Heimkommissionspräsident Lucas Keel am Donnerstagabend zu hallowil.ch. Von den Todesfällen betroffen seinen Personen im Alter zwischen 85 und 102 Jahren. Um die Situation bewältigen zu können, wurde zwischenzeitlich auch der Zivilschutz beigezogen. Am Anfang habe es im Haus Marienfried mehr Fälle gegeben, später habe sich die Situation verschoben, sagt Keel.

Da sich die Lage entspannt hat, konnte das am 5. November verhängte generelle Besuchsverbot wieder aufgehoben werden. Jeder Bewohner darf nun zwei Besucher pro Tag empfangen, berichtet Keel. Auch Spaziergänge im Freien sind nun wieder möglich.

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59 Personen mit einem positiven Test (12.11.20)

Bereits Anfang der Woche sagte Lucas Keel, Heimkommissions-Präsident des Seniorenzentrums Uzwils mit den beiden Häusern Sonnmatt und Marienfried in Niederuzwil, gegenüber hallowil.ch, dass die Lage in den Altershäusern ernst ist (siehe Artikel unten). Im aktuellen «Uzwiler Blatt» schildert Keel die Situation noch einmal für die Einwohner der Gemeinde. «Von den 137 Bewohner sind 59 entweder mit Corona-Verdacht oder bestätigtem Test», so Keel. Das sind zwölf Personen mehr als noch am Montag. «Sie werden im Seniorenzentrum medizinisch betreut. Auf Spitaleinweisungen konnte bisher verzichtet werden. Es muss niemand beatmet werden. Der Krankheitsverlauf ist so unterschiedlich, dass keine generellen Aussagen möglich sind», erzählt Keel weiter. 

Die 220 Mitarbeiter seien sehr gefordert und «machen einen tollen Job». Aktuell sind laut Keel 205 Mitarbeiter einsatzfähig. «Schutzkonzepte und -ausrüstung werden konsequent ein- und umgesetzt», betont Keel. Die Geschäftsleitung habe ein Besuchsverbot angeordnet. Die Bewohner müssen vorderhand in ihren Zimmern bleiben, auch die Gesunden, um die Weiterverbreitung konsequent zu unterbinden. «Quarantäne bedeutet für die Bewohner eine massive Einschränkung und für die Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben, etwa in der Verpflegung», erklärt Keel. Das wiederum belaste Betroffene, Angehörige wie auch Mitarbeiter. Die Mitarbeiter von Pflege, Aktivierung und Hotellerie seien bestrebt und angehalten, die sozialen Kontakte zu pflegen. «Die Teams funktionieren», verspricht Keel. Mit den Angehörigen von Bewohnenden, die erkrankt sind, sei aktiv kommuniziert worden. Am Donnerstag wurden alle Angehörigen, auch jene von gesunden Bewohnenden, per Post orientiert. «Sie wurden gebeten, die sozialen Kontakte aus der Ferne, sei es übers Telefon oder das Internet zu pflegen oder auch mal eine Postkarte zu schreiben», sagt Keel. 

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Corona in Uzwiler Altershäusern: «Situation ist vergleichbar mit Wil» (9.11.20):

«Wir wissen nicht, wie das Virus sich einschleuste. Die Situation ist ernst», sagt Lucas Keel, Heimkommissions-Präsident des Seniorenzentrums Uzwils mit den beiden Häusern Sonnmatt und Marienfried in Niederuzwil. Es sei zu vergleichen mit dem «Sonnenhof» in Wil, einfach etwa sechs Tage später. Heisst konkret: Bis vor dem Wochenende hatten von den 137 Bewohnenden deren 47 entweder einen positiven Corona-Test erhalten oder es bestand Verdacht auf Covid-19-Infizierung. «Innerhalb etwa einer Woche hat sich die Situation aus Einzelfällen entwickelt. Der Krankheitsverlauf ist so unterschiedlich, dass keine generellen Aussagen möglich sind», sagt Keel.

Per vergangenen Donnerstag musste ein Besuchsverbot erlassen werden. Die Bewohnenden müssen vorderhand auf ihren Zimmern bleiben – auch die Gesunden. «Quarantäne bedeutet für die Bewohnenden eine massive Einschränkung und für die Mitarbeitenden zusätzliche Aufgaben, etwa bei der Verpflegung», sagt Keel. 220 Mitarbeitende stehen bei Vollbestand zur Verfügung, 202 waren Ende Woche einsetzbar.

Um die Abschottung von der Aussenwelt etwas abzufedern, werden die Angehörigen gebeten, die Kontakte aus der Ferne zu pflegen, zum Beispiel via Telefon oder Internet – oder auch mal eine Postkarte zu schreiben. «Das Kantonsarztamt hat die Situation vor Ort begutachtet und stellte einen professionellen Umgang fest. Über diesen Support und die Einschätzung von aussen sind wir froh. Das gibt Sicherheit, das Richtige zu tun», sagt Keel.