Eigentlich führt der Verein Musiktheater Wil alle drei Jahre in der Wiler Tonhalle ein Stück auf. Das letzte Mal im Jahr 2018, als die Inszenierung «Die Regimentstochter» auf dem Programm statt. Von Januar bis März 2021 wäre die komische Oper «Zar und Zimmermann» von Albert Lortzing und damit die neue Theatersaison des Vereins an der Reihe gewesen. Doch die ganze Inszenierung wird bereits jetzt auf das Jahr 2023 verschoben. «Die Entwicklungen rund um das Coronavirus und die damit verbundenen Unsicherheiten zwingen die Verantwortlichen des Musiktheaters Wil jedoch die Grundsatzfrage zu stellen, ob eine erfolgreiche Durchführung der Theatersaison im Jahr 2021 überhaupt möglich ist», erklärt der Verein in einer Medienmitteilung. Dabei würden die coronabedingten Einschränkungen nicht nur die 25 Aufführungen in der Wiler Tonhalle betreffen. «Sondern auch die Probearbeit von Chor, Solisten und Orchester, die nicht in der erforderlichen Art und Weise stattfinden könnten.»

Dies wurde beschlossen, obwohl die Vorbereitungen für die 62. Theatersaison des traditionsreichen Wiler Vereins planmässig liefen. «Das künstlerische Konzept stand, das Bühnenbild und die Kostüme waren entworfen, das Plakatsujet entwickelt, die Orchesternoten geliefert, die Sponsorenverträge unterzeichnet und die Sängerinnen und Sänger rekrutiert», schildert der Verein die Situation. Aufgrund der Abwägung der gesundheitlichen und finanziellen Risiken und der Einschätzung der zu erwartenden Entwicklungen hat die Grosse Kommission auf Antrag der Theaterleitung beschlossen, die Inszenierung erst Januar bis März 2023 zu bringen. Der Verein bedauere diesen Schritt, hofft aber auf Verständnis, wie er in der Mitteilung erklärt. 

Das Konzept der künstlerischen Leitung bleibt

Gespräche im Vorfeld der Verschiebung hätten gezeigt, dass alle Beteiligten ihr Engagement auch für die Inszenierung 2023 unverändert fortsetzen wollen – von den Hauptsponsoren, über die künstlerische Leitung bis hin zu den Solisten. So stehe bereits fest, dass das Konzept der bewährten künstlerischen Leitung – bestehend aus der Regisseurin Regina Heer und dem musikalischen Leiter Kurt Pius Koller – wie ursprünglich geplant auch im Jahr 2023 umgesetzt werden könne. (pd)