Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen des neuen Coronavirus eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite ausgerufen hat, hat sich das Virus auf viele Länder ausgeweitet. Auch umliegende europäische Staaten sind betroffen. In der Schweiz, genauer gesagt im Kanton Tessin, ist erstmals am Dienstag ein Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Längstens haben sich der Bund  und die Kantone vorbereitet, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen. «Die Bevölkerung kann mithelfen, indem sie die Hygieneregeln kennt und umsetzt», teilt die Staatskanzlei des Kantons St. Gallen in einer Medienmitteilung mit. 

Es sei wichtig, dass die Bevölkerung mit den Behörden zusammenarbeite und helfe, eine allfällige Ausbreitung des Virus zu vermindern. Die Mitwirkung der Bevölkerung ist also gefragter denn je. Und dabei kann jede einzelne Person mitwirken, indem sie folgende Hygienevorschriften beachtet: 

• Waschen Sie sich regelmässig die Hände mit Wasser und Seife.

• Niesen oder husten Sie in ein Taschentuch oder in Ihre Armbeuge. Entsorgen Sie das Taschentuch anschliessend in einem Eimer.

• Verwenden Sie Papierhandtücher oder Heisslufttrockner in öffentlichen Toiletten.

• Vermeiden Sie es, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.

• Lüften Sie Ihre Wohnräume regelmässig.

• Bleiben Sie bei grippalen Symptomen (Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen) zu Hause und kontaktieren Sie telefonisch Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin.

Auch der Kantons Thurgau, in dem es bisher acht Verdachtsfälle gab und alle negativ getestet wurden, erklärt, dass für die Bevölkerung gleiche Empfehlungen wie bei einer gewöhnlichen Grippe herrschen:

• Nutzen Sie ein Hand-Desinfektionsmittel.

• Vermeiden Sie den Kontakt mit Personen, die Atembeschwerden oder Husten haben.

• Wenn Sie grippeartige Symptome verspüren, bleiben Sie zu Hause. So verhindern Sie, dass die Krankheit weiter übertragen wird.

Ausserdem halten sich die Kantone an die Empfehlung des Bundes, derzeit nicht nach China zu reisen. «Aufgrund der aktuellen Lage in der Schweiz besteht kein Grund zur Überreaktion. Die Situation kann sich jedoch laufend verändern. Sollte das der Fall sein, informiert der Kanton zeitnah», wird Karin Frischknecht, Leiterin des Amtes für Gesundheit des Kantons Thurgau, zitiert.

St. Galler Verdachtsfälle waren alle negativ

Auch im Kanton St.Gallen habe es Verdachtsfälle gegeben, teilt die St. Galler Staatskanzlei weiter mit. Die seien aber alle negativ ausgefallen. «Es existieren somit bisher keine bestätigten Fälle von Personen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben», heisst es in der Mitteilung weiter. Das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen habe in Zusammenarbeit mit der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene und der niedergelassenen Ärzteschaft sowie dem Zentrum für Labormedizin seit mehreren Wochen ein bereits bewährtes Dispositiv zur Beurteilung und Testung von Verdachtsfällen etabliert.

«Wichtig im kantonalen Dispositiv ist die schnelle Erkennung von Verdachtsfällen, deren Testung und Isolation», so die St. Galler Staatskanzlei. Diese könne bei gutem Allgemeinzustand zu Hause stattfinden. Dies gelte auch für enge Kontaktpersonen bei Auftreten von bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Der Kantonale Führungsstab begleite das Gesundheitsdepartement und plane allfällige Unterstützungsmassnahmen zum Beispiel durch den Zivilschutz.

Der Thurgauer Fachstab Gesundheit, der im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingesetzt wurde, setzt sich zusammen aus dem Amtes für Gesundheit, des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee, der Kantonspolizei, des Veterinäramtes und des Feuerschutzamtes sowie des Informationsdienstes. «Ziel des Fachstabs ist es, sich frühzeitig intern wie extern abzusprechen, die Situation laufend zu beobachten, sich gegenseitig auf den aktuellsten Stand zu bringen sowie die Eventualplanung voranzutreiben», erklärt die Thurgauer Staatskanzlei. Dazu gehöre, dass die für solche Fälle vorgesehenen Anlagen, in denen etwa Personen isoliert werden könnten, überprüft werden. Das Gesundheitsamt des Kantons Thurgau stehe ausserdem in engem Kontakt mit der Spital Thurgau AG sowie dem Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Keine Absage von Veranstaltungen

«Zum aktuellen Zeitpunkt sind Absagen von Veranstaltungen grundsätzlich nicht notwendig», teilt die St. Galler Staatskanzlei mit. Der Kanton bittet die Veranstalter jedoch, Listen der Teilnehmer mit genauen Kontaktdaten zu führen, insbesondere bei Veranstaltungen mit internationalen Gästen. Bei internationalen Veranstaltungen mit Gästen aus den Risikogebieten wird gemäss Bundesamt für Gesundheit die konkrete Situation vom Kantonsarztamt individuell beurteilt. Zudem sollte der schnelle Zugang zu einer ersten medizinischen Beurteilung für alle Veranstaltungsteilnehmenden gewährleistet sein. (pd)