Die Geschäftsführerin des Tertianum Rosenau, Margrit Fässler, blickt auf eine anspruchsvolle Zeit zurück, welche zwei ganze Wochen dauerte. «Wir haben unser volles Schutzkonzept zusammen mit dem Zivilschutz innert Tagesfrist umgesetzt. Dank dem grossen Einsatz unserer Mitarbeiter und der Hilfe des Zivilschutzes konnten wir die gefährliche Ausgangslage aber sehr gut und schnell meistern», sagt Fässler.

Der Tertianum Rosenau kam zupass, dass man in Sachen Schutzmaterialien gut vorgesorgt hatte. «Wir waren von den Desinfektionsmitteln über die Masken bis hin zu den Ganzkörperschutzanzügen vom ersten Tag an gut ausgestattet», weiss Fässler. Zudem wurde frühzeitig der Zuzug von Hilfskräften ins Auge gefasst und organisiert. Alle Gäste oder Mitarbeiter, die eine erhöhte Temperatur hatten, wurden auf das Coronavirus hin untersucht. «Wir haben intensiv getestet und wussten schnell, woran wir waren», sagt Fässler.

Zivilschützer über 500 Stunden im Einsatz

Die Verantwortlichen der Zivilschutzorganisation Region Toggenburg (RZSO) wussten innerhalb einer Stunde nach der Kontaktaufnahme, was zu tun war. «Wir organisierten auf den nächsten Tag einen Schutzdienst mit Triage-Zelt und weiteren hygienischen Vorrichtungen. Dann waren wir 14 Tage vor Ort für die Rosenau-Gäste im Einsatz», resümiert Samuel Fust aus Kirchberg, stellvertretender Kommandant der RZSO und bei dieser für die Betreuung zuständig.

Bis zum Einsatzende sammelten sich 576 Einsatzstunden an. «272 Stunden entfielen auf die Bereiche Sicherheit, Zutrittskontrolle, Wegleitung und Einhaltung Hygiene. Fast gleich viele, nämlich 270 Stunden, kamen durch die Betreuung der Rosenau-Gäste hinzu. Weitere vier Stunden benötigten wir für Aufbauarbeiten», sagt Samuel Fust. Alles in allem seien die Zivilschützer «sehr gut vom hilfsbereiten und sehr engagierten Rosenau-Team aufgenommen» worden, was «sehr zur Motivation der Zivildienstleistenden» beigetragen habe, erklärte Fust.

Pflegepersonal fällt aus

Auch Margrit Fässler möchte die Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz nicht missen. «Es war ein wertvoller Einsatz, half er uns doch dabei, dass wir den Betrieb reibungslos aufrechterhalten konnten. Als wir einige Ausfälle unter unseren Pflegenden hatten, waren wir froh über die Hilfe des Zivilschutzes. So konnten sich unsere Mitarbeiter weitgehend auf ihre Kernkompetenzen beschränken», sagt Margrit Fässler. Zugleich betont die Leiterin , dass das Rosenau-Personal sich auch in diesen anspruchsvollen Tagen eine «persönliche und liebevolle Pflege und Betreuung unsere Gäste im Vordergrund stand». Zu guter Letzt hätten aber auch viele Menschen, die nicht so im Fokus der Allgemeinheit stünden, das ihrige zum Meistern dieser Herausforderung beigetragen: die verständnisvollen Angehörigen, die stets einsatzbereiten Hausärzte, die Politische Gemeinde Kirchberg, welche nachfragte, ob Hilfe von Nöten sei, oder der Chef des «Restaurant Toggenburgerhof», der eine Mitarbeiterin einige Tage unterstützend zur Seite stellte .«Diese Solidarität zu spüren, hat uns ganz viel bedeutet», sagt Fässler.

Die Zivilschützer stehen schon bald wieder im Einsatz für das Wohn- und Pflegeheim Tertianum Rosenau. Aber aus einem anderen Grund. Denn der Umzug von Kirchberg an den neuen Standort an der Spelterinistrasse in Bazenheid steht bevor. «Aktuell sind wir am Einrichten des neuen zu Hause. Am 2. Juni ist es dann so weit. Beim Umzug nach Bazenheid hilft uns wieder die RZSO, wofür wir dankbar sind», sagt Fässler. (pd/red)