Von Tag zu Tag wird deutlich, wie das Coronavirus die Weltwirtschaft durcheinander wirbelt. Die Ausbreitung des Virus beschäftigt auch Schweizer Unternehmen. Nun wollte die hallowil.ch-Redaktion wissen, wie sich das Virus auf das Reiseverhalten von Frau und Herr Wil auswirkt? Im Februar haben Reisebüros im Allgemeinen weniger Buchungen als sonst festgestellt. Nach Angaben von Markus Flick – Mediensprecher der Kuoni AG zu der die Wiler Reisebüros Kuoni und Rewi Reisen gehören – trifft es zu, dass derzeit eine gewisse Zurückhaltung bei der Buchung von Ferien- und Geschäftsreisen infolge der allgemeinen Verunsicherung rund um das Coronavirus festgestellt wird. «Und Wil ist da keine Ausnahme», so Flick. Aber: «Die Mehrheit unserer Kunden will sich die Freude am Reisen aber nicht nehmen lassen.» So dürfe der Wiler Kuoni-Standort überdurchschnittlich viele Reisebuchungen nach Skandinavien entgegennehmen. «Die Destinationen in derzeitigen Risikogebieten wie China und Norditalien liegen nachvollziehbar weniger im Trend», bestätigt Flick. Die Nachfrage sei hier bedeutend gering. Ausserdem seien Reisen nach China aktuell schwierig. Immerhin hat die Fluggesellschaft Swiss bis zum 28. März alle Flüge zum chinesischen Festland gestrichen. Nach Hongkong fliege die Lufthansa-Tochter noch mit reduzierter Kapazität – das heisst mit kleineren Jets. Laut des Kommunkationsverantwortlichen gibt es für andere Destinationen derzeit keine Erkenntnisse. Aber in der ganzen Situation mit dem Coronavirus halte man sich an erster Stelle an die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Die Sache mit den Umbuchungen und Stornierungen

Obwohl die meisten Reise-Fans keine Veranlassung sehen, nicht mehr zu reisen, gibt es gerade wegen des Virus und dessen Entwicklung auch verunsicherte Kunden. «Um verunsicherten Kunden die Entscheidung für eine Reise zu erleichtern, haben wir uns entschieden, dass Neubuchungen bei einem Teil unserer Produktepalette bis 14 Tage vor der Abreise kostenlos umgebucht oder storniert werden können», erklärt Flick. Sobald aber Schweizer Behörden für ein Ferienziel eine Reisewarnung aussprechen, stehe Pauschalreise-Kunden per Gesetz eine kostenlose Umbuchung beziehungsweise Stornierung der Reise zu.

Auch wenn man nicht weiss, wie sich das Coronavirus weiterentwickeln wird, meint Flick: «Reiseberater können trotz allem einen Mehrwert unter Beweis stellen.» Gerade weil Reisekunden spezifische Fragen zu bestimmten Reisezielen hätten, würden sie vermehrt eine persönliche Beratung im Reisebüro suchen. Denn bei einer Online-Buchung könnten sie sich bei einem Computer nicht über die Sicherheit eines Reisezieles informieren. Ausserdem habe eine persönliche Beratung einen Vorteil für die Reise-Fans: «Im Reisebüro können wir auf Umbuchungen eingehen.» (red/pro)