Am vergangenen Mittwoch hat die Schule die Meldung erhalten, dass Schüler aus den Primarschulen Busswil, Sirnach sowie der Sekundarschulen Sirnach mit einem auf Coronavirus positiv getesteten Familienmitglied im selben Haushalt lebt (siehe Artikel unten). Dies ging einher mit der Frage, ob der Schulunterricht nun ausgesetzt werden soll oder nicht. Die Meinungen der hallowil.ch-Leser sind geteilt. Bei einer Online-Umfrage, die bis am Montagmittag rund 650 Teilnahmen generiert hat, sprachen sich 55 Prozent für eine Schliessung aus.

hallowil.ch wollte es genau wissen und hat beim Sirnacher Schulpräsidenten Urs Schrepfer nachgefragt.

hallowil.ch: Herr Schrepfer, stand nach besagtem Zwischenfall zur Debatte, die Schule zu schliessen?
Nur der «Kanton/Bund» hat die Möglichkeit, Schulschliessungen zu verfügen. Beim Vorliegen eines bestätigten Covid-19-Falls wird eine offene Information in Absprache mit der betroffenen Person respektive deren Eltern empfohlen. Der Unterricht geht für die übrigen Schüler und die Lehrpersonen normal weiter. Es ergibt sich kein besonderer Handlungsbedarf, solange keine Massnahmen durch einen Arzt oder den kantonsärztlichen Dienst angeordnet werden. Aufgrund der Tatsache, dass in Sirnach noch kein Kind positiv getestet wurde, bezweifle ich, dass die Möglichkeit einer Schulschliessung in Betracht gezogen wurde.

hallowil.ch: Wie reagieren die Eltern und Schüler auf diesen Fall?
Als Schulpräsident und auch Vater von schulpflichtigen Kindern hatte ich keine Rückmeldungen. Sehr vereinzelt gibt es bei Lehrpersonen Anfragen, was zu tun sei, wenn das Kind Symptome zeigt. Da zurzeit auch eine Sommergrippe grassiert, ist es für Eltern schwierig, wie sie sich verhalten sollen. Wir empfehlen ihnen den Hausarzt zu kontaktieren.

hallowil.ch: Welche Vorsichtsmassnahmen werden an den Schulen Sirnach getroffen, um sich vor dem Covid-19-Virus zu schützen?
Die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts erfolgte gemäss Bundesratsentscheid per 11. Mai. Die Schule Sirnach hat sich dabei an das «Covid-19 Grundprinzipien Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an obligatorischen Schulen» des Bundesamts für Gesundheit gehalten. Hierzu gehören die bekannten Abstandsregeln und Hygienemassnahmen. Im Mai haben wir im Mitteilungsblatt der Gemeinde über die Vorsichtsmassnahmen informiert.

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«Aufgrund der Tatsache, dass in Sirnach noch kein Kind positiv getestet wurde, bezweifle ich, dass die Möglichkeit einer Schulschliessung in Betracht gezogen wurde», sagt Sirnachs Schulpräsident Urs Schrepfer im hallowil.ch-Interview.

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So hat hallowil.ch am 26.6. berichtet:

Das Coronavirus ist noch nicht ganz verschwunden. Ganz im Gegenteil. In Sirnach ist die Volksschule nun tangiert. Was ist passiert? Am Mittwoch hat die Schule die Meldung erhalten, dass Schüler aus den Primarschulen Busswil, Sirnach sowie aus der Sekundarschule Sirnach mit einem auf Coronavirus positiv getesteten Familienmitglied im selben Haushalt zusammenleben. «Das erkrankte Familienmitglied befindet sich zurzeit im Krankenhaus», schreibt die Schulleitung in einem Brief an die Eltern der Schüler der Primarschulen Busswil, Egg sowie der Sekundarschule Sirnach.

Was nun? Die betroffenen Schüler zeigen keine Symptome. Auf Empfehlung des Arztes bleiben sie bis zu den Sommerferien zuhause in Quarantäne. Der Schulunterricht geht aber ganz normal weiter. Die Schulleitung bezieht sich auf Weisungen des Amtes für Volksschule und eine Rücksprache mit dem kantonsärztlichem Dienst. Demnach bestehe kein Handlungsbedarf für die Schüler der Schulen Busswil, Sirnach und Egg. Bei Unsicherheiten betreffend Symptome soll man sich beim Hausarzt melden.

Die Massnahme der Schulleitung löst verschiedene, teils emotionale Reaktionen aus. In der Facebook-Gruppe «Du bisch von Sirnach, wenn …» gehen die Meinungen weit auseinander. Von «Sauerei» bis «Es ist ja kein Kind betroffen» findet man diverse Kommentare. Ein User führt an, dass man auch ohne Symptome Covid-19-Träger sein könne.