Die Wahl von Karin Keller-Sutter (FDP) hat Bewegung in die Politlandschaft des Kantons St. Gallen gebracht. Der freigewordene Ständeratssitz ist begehrt. Die vier Parteien FDP, CVP, SVP und Grünliberale sowie Sarah Bösch im Alleingang erheben Anspruch auf ihn. Sie versuchen, nun bis zur Wahl am 10. März ihre Kandidaten möglichst oft ins beste Licht zu rücken.

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Benedikt Würth: «Ich möchte mich im Ständerat für eine starke Wirtschaft, eine solidarische Gesellschaft, gesunde Finanzen, einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung und für eine föderale Schweiz einsetzen.»


Grossaufmarsch in Niederbüren

Auch die CVP Wil-Untertoggenburg leistete an der Neujahrsbegrüssung in Niederbüren ihren Beitrag. Sie stellte den CVP-Ständeratskandidaten Beni Würth in den Mittelpunkt ihrer Neujahrsbegrüssung. Die CVP Niederbüren organisierte den Anlass, und 100 Parteimitglieder aus dem Wahlkreis leisteten der Einladung in den Freizeitpark Folge. Niklaus Hollenstein, Gemeindepräsident und Präsident der CVP Niederbüren, hiess sie willkommen und wies auf die Leuchttürme in seiner Gemeinde hin. Ausser dem Tagungsort, dem Freizeitpark, zählt er den Golfplatz, das mechanische Textilmuseum und das Rock- und Popmuseum dazu. Ausserdem erwähnte er, dass es in Niederbüren seit zehn Jahren einen Rebberg gibt.

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Niklaus Hollenstein, Gemeindepräsident von Niederbüren und CVP-Ortsparteipräsident: «Die Bedeutung einer Region misst sich an den Leuchttürmen in den Gemeinden.»


Die CVP will mobilisieren

Bruno Cozzio, Kantonsrat und Präsident der regionalen CVP Wil-Untertoggenburg, gab seiner Freude über das grosse Interesse an der Veranstaltung Ausdruck. Dann machte er deutlich, dass in den kommenden beiden Jahren von der Partei und ihren Mitgliedern ein grosser Einsatz nötig sei, um bei den eidgenössischen, den kantonalen und kommunalen Wahlen gut abzuschneiden. Als nächstes gelte es, bei der Ersatzwahl in den Ständerat Beni Würth zum Durchbruch zu verhelfen. Dass dieser Erfolg auch der Kantonalpartei wichtig ist, zeigte sich in der Anwesenheit des CVP-Kantonalpräsidenten Patrick Dürr und des Sekretärs Pius Bürge.

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Bruno Cozzio, Präsident der CVP-Regionalpartei Wil-Untertoggenburg: «Unsere Wahlziele in den kommenden zwei Jahren erfordern den vollen Einsatz jedes Einzelnen.»


Politische Bilderbuch-Karriere

Im Mittelpunkt des Interesses stand Ständeratskandidat Benedikt Würth. Er stammt aus einem politischen Elternhaus. Sein Vater war Gemeindammann von Mörschwil und Mitglied des Kantonsrates. An der Universität St. Gallen hat er Rechtswissenschaften sowie internationales und europäisches Wirtschaftsrecht studiert. Nach dem Studium war er in der Verwaltung und in der Wirtschaft tätig. Mit 32 Jahren ist er Gemeindepräsident von Jona, nach der Fusion Stadtpräsident von Rapperswil-Jona geworden. Mit 42 Jahren hat ihn das St. Galler Volk als Regierungsrat gewählt. Anfänglich hat er das Volkswirtschaftsdepartement geleitet, seit drei Jahren steht er dem Finanzdepartment vor. Wieder zehn Jahre später, jetzt mit 52 Jahren, möchte er den Kanton St. Gallen im Ständerat vertreten.

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Gäste in Niederbüren: Ständeratskandidat Beni Würth und CVP-Kantonalpräsident Patrick Dürr.


Etwas Neues anpacken

Beni Würth erachtet den Zeitpunkt für einen Wechsel in die eidgenössische Politik aus persönlichen Gründen als ideal. Aufgrund seines bisherigen politischen Engagements kenne er den Kanton sozusagen in- und auswendig. Dies stelle eine gute Ausgangslage dar, den Kanton in Bern wirkungsvoll zu vertreten. Dabei käme ihm auch das Netzwerk zugute, das er sich in den vergangenen Jahren geknüpft hat. Wesentlich dazu beigetragen habe sein Amt als Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen.

Er sei gerne in Exekutivämtern tätig gewesen, stellte Beni Würth fest. Die logische Fortsetzung auf Bundesebene, das Amt eines Bundesrates, steht aber gegenwärtig nicht zur Debatte. Als Ständerat glaubt er mehr bewirken zu können, als dies im Nationalrat möglich wäre: «Es sind hier weniger Parteisoldaten am Werk. Menschen mit einem eher breiteren Horizont versuchen auch über Parteigrenzen hinaus Lösungen zu entwickeln.» In der «Chambre de réflexion», wie der Ständerat auch genannt wird, könnte er einiges einbringen, ist Würth überzeugt. Er verfüge beispielsweise auch über Erfahrung im Verhandeln mit schwierigen Partnern. 


CVP-Werte vertreten

Es gehe auch um inhaltliche Themen, führte Würth weiter aus. Diesbezüglich identifiziere er sich mit den Werten der CVP. Er wolle sich für eine starke Wirtschaft durch die Schaffung von guten Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit einsetzen. Unser wichtigster Wirtschaftspartner sei nach wie vor die Europäische Union. Von den 36 Milliarden des Bruttoinlandproduktes des Kantons St. Gallen stammten ein Drittel aus dem Export. Dank föderalen Strukturen sei bei uns die Verantwortung auf verschiedene Ebenen verteilt, und so liessen sich auch die Finanzen im Griff behalten. Probleme sollten möglichst auf unterer Stufe gelöst werden. Zu häufig werde heute unverzüglich eine Regulierung von Bern gefordert. Erste Überlegung müsse sein, ob eine Regulierung überhaupt notwendig sei.

Als Beispiel führte Würth die Zersiedelungsinitiative an, welche am 10. Februar zur Abstimmung kommt. Ein haushälterischer Umgang mit unseren Landreserven sei notwendig. Diese Forderung könne aber mit den bestehenden Gesetzen und Bestimmungen erfüllt werden. Die Initiative hätte einen unverhältnismässig grossen bürokratischen Aufwand und einen Regulierungsschub zur Folge.