Die Digitalisierung, die heute stattfindet, bedeutet vor allem etwas: eine Vernetzung in sehr hoher Intensität. Menschen, Maschinen, Technologien und Wirtschaft sind weltweit verbunden. Sämtliche Prozesse werden digitalisiert. Das hat zur Folge, dass viele Systeme von überall her über das Internet erreichbar sind. Und genau deshalb ist das Thema Cybersicherheit von grosser Bedeutung. Ja sogar unerlässlich. Denn die Bedrohungslage ändert sich fortlaufend. Wo früher Amateure ihre Finger im Spiel hatten, sind heute professionelle Gruppen am Werk. Es werden immer neue Angriffspfade genutzt. Fakt ist, dass Unternehmen diese Cyber-Bedrohungen alleine nicht bewältigen können. Denn es braucht Security-Lösungen mit einem 24-Stunden-Betrieb. Es braucht aber auch eine kontinuierlich angepasste Prävention, permanente Überwachung und Security-Spezialisten, die bei Bedarf sofort eingreifen können.

Doch was ist Cybersicherheit eigentlich und wie wichtig ist sie im Alltag? Unter Cybersicherheit versteht man verschiedene Massnahmen, um Computer, Mobilgeräte, Server, Netzwerke, elektronische Systeme und eben Daten gegen böswillige Angriffe zu schützen. «Wir reden hier auch von IT-Sicherheit oder elektronische Datensicherheit», erklärt Michael Schär, diplomierter Informatiker und Geschäftsführer der Stänz Informatik AG in Eschlikon. Dabei gibt es in der Welt der Cybersicherheit ganz unterschiedliche Kategorien wie beispielsweise Netzwerksicherheit (Sicherung von Computernetzwerk), Programmsicherheit (Software und Geräte), Informationssicherheit oder Betriebssicherheit. Und die Experten der Stänz Informatik AG wissen ,wovon sie reden. Schliesslich gibt es das Unternehmen seit dem Jahr 1982 – gegründet von Jürg Stänz. Im Jahr 2018 hat Schär, der seit dem Jahr 2002 in der Eschliker Firma tätig ist, die Geschäftsführung übernommen. «Wir betreuen in Sachen Datensicherheit nicht nur Privatkunden», erzählt Schär, «sondern auch die unterschiedlichsten Unternehmen – von Arztpraxen bis hin zu Industrieunternehmen.»

Im Video: Das ist die Stänz Informatik AG

 
Die Eschliker Stänz Informatik AG im Porträt. (Video Mykhailo Zinchenko).

Vorsicht mit den persönlichen Daten

«Es ist sehr unterschiedlich, wie sich die Menschen mit dem Thema Cybersicher und -kriminalität auskennen», sagt Informatikexperte Schär. «Während sich die einen Laien vorsorglich über das Thema informieren und danach gut schützen, ist den anderen das Thema fast egal.» Dabei warnt der Experte vor allem davor, persönliche Daten im Internet von sich preiszugeben. Je mehr persönliche Daten von einer Person gesammelt werden könne, desto einfacher sei es, persönliche Zugänge zu hacken. «Seien das E-Mail-Konten, Social-Media-Profile oder Login-Daten für verschiedene Onlineshops», führt Schär weiter aus. Deshalb warnt er auch davor, persönliche Passwörter zu wählen. Mit den persönlichen Daten könnten Hacker schnell solcher Passwörter knacken. «Man sollte nie Geburtstage, Jahre, Namen oder sonst irgendwelche persönlichen Daten als Passwörter wählen», rät Schär. Am besten seien Passwörter mit x-beliebigen Zahlen sowie Buchstaben. «Einem Mix aus Gross- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen», führt Schär weiter aus. Dies erhöhe die Sicherheit.

Viele Internetnutzer bleiben beispielsweise bei ihren angelegten Konten in Onlineshops, Zeitungen oder Social-Media-Accounts dauerhaft angemeldet. «Einige hinterlegen sogar ihre Kreditkarten-Angaben», weiss Schär, «damit sie diese nicht bei der Zahlung eingeben müssen». Das sei aber fatal. «Genau so kommt es zum Datenklau.» Überall, wo man sich online bewege, Nutzerprofile und Accounts anlege sowie persönliche Daten hinterlasse, bestehe immer die Gefahr eines Missbrauchs. «Aber man kann vorbeugen», sagt Schär. Man muss den eigenen Rechner und angelegte Konten quasi wie Tresore behandeln.

Tipps für den digitalen Umgang

So ist IT-Experte Schär davon überzeugt, dass man mehrere verschiedene Passwörter verwenden sollte. Nicht die gleichen Passwörter bei allen Onlinediensten verwenden. «Wenn es durch den Anbieter möglich ist eine 'zwei-Faktor-Authentifizierung' zu aktivieren», sagt Schär, «dann sollte man dies auch tun.» Denn sollte es zu einem Missbrauch kommen, sei der Schaden begrenzt. «Da ein Hacker nicht auf weitere genutzte Dienste zugreifen kann», erklärt Schär. Ausserdem solle man jährlich sämtliche Passwörter ändern. «Zu oft sollte man die Passwörter aber dann auch nicht anpassen», warnt Schär. Dann könne man sich diese nicht merken und sei gezwungen, diese irgendwo zu dokumentieren. Ein weiterer wichtiger Schutz beim Surfen: Nutzer sollten darauf achten, dass ihr Betriebssystem ständig auf dem neusten Stand ist. «Schliesslich arbeiten Hersteller fortlaufend daran, Sicherheitslücken zu beseitigen», erklärt Schär. Deshalb sei das regelmässige Installieren von Updates so bedeutend. Damit Nutzer im Internet sicher unterwegs sind, sollten sie unbedingt darauf achten, dass beispielsweise nach dem Verlassen des Online-Bankings der Cache im Browser-Programm gelehrt wird.

Ein Thema, das ebenfalls nicht unterschätzt werden darf: Virenschutz. «Für den Schutz sollte man sowohl eine Anti-Viren-Software als auch eine Firewall nutzen», erklärt Schär, «diese wird bei vielen Herstellern als 'Internet Security' gekennzeichnet.» Doch was tun diese genau? Eine Anti-Viren-Software durchsucht einen Computer nach gefährlichen Programmen und Dateien – taucht ein Virus auf, löscht das Programm die betroffene Datei. Und eine Firewall ist für die Kontrolle des Datenverkehrs eines Computers zuständig – diese sorgt dafür, dass Drittpersonen keinen Zugriff auf das System erhalten. «Hier gilt: Die Schutzprogramme auf dem aktuellsten Stand halten und kostenpflichtige Programme nutzen. Viele von diesen Programmen hat eine zusätzliche Funktion, um das Online-Banking zusätzlich abzusichern», führt Schär aus. 

Die Sache mit den persönlichen Daten

«Meine Daten gehören mir.» Diesen Satz hört und liest man immer wieder. Spätestens seit bekannt ist, wie Social-Media-Riesen wie Facebook mit den persönlichen Daten der User umgehen und für welche Zwecke diese genutzt werden. Eigentlich hat so ziemlich jeder Internetnutzer mit einem Social-Media-Profil diesen Satz im Hinterkopf. So bedeutend er als Forderung ist, so wenig hat er mit der praktischen Realität der User zu tun. «So viele Profilbesitzer laden persönliche Fotos hoch, damit Familie, Freunde und Bekannte sehen können, was sie beispielsweise in den Ferien erlebt haben», sagt Schär.

IT-Experte Schär setzt dabei auf eine bedeutende Grundregel beim Umgang mit privaten Daten im Netz: «Sparsam, vorsichtig und achtsam mit den online gestellten Informationen sowie Daten umgehen.» Schär ist in den sozialen Netzwerken nicht unterwegs. «Man sollte sich bewusst sein, dass sich ein Datenklau prinzipiell nie verhindern lässt», betont er. Und: «Wer seine Daten gar nicht erst mitteilt, bietet potenziellen Angreifern weniger Missbrauchsmöglichkeiten.»