Nachdem zuerst während Wochen gar nichts gegangen ist im Rennen um das Stadtpräsidium, überschlagen sich nun die Ereignisse. hallowil.ch weiss: Oliver Baumgartner steigt ebenfalls ins Rennen um die Nachfolge von Stadtpräsidentin Susanne Hartmann (CVP). Eine entsprechende Recherche dieses Portals bestätigt Baumgartner mit folgenden Worten: «Ich wurde von mehreren Personen angefragt für das Stadtpräsidium. Das ist eine spannende Aufgabe, die ich gerne annehmen würde. Ja, ich werde kandidieren.»

Zu den Beweggründen will der Inhaber der Wiler Kommunikationsagentur Aspkom, welche er vor 17 Jahren gegründet hat und die heute zehn Mitarbeiter zählt, noch nicht viel sagen. Er verweist auf Informationen, die in den nächsten beiden Wochen noch kommen werden. Und zwar von einem überparteilichen Komitee aus Wirtschaft, Kultur und Sport, dem er angehört. Welche Köpfe dahinterstehen, wird derzeit ebenfalls noch nicht kommuniziert. Baumgartner sagt dann aber doch: «Durch meinen Beruf habe ich einen tiefen Einblick in zahlreiche Firmen und kenne auch deren Probleme. Es gibt in dieser Stadt das eine oder andere Thema, das künftig im Konsens gelöst werden muss.» Und weiter: «Das Potenzial der Stadt wird aus meiner Sicht nicht genug genutzt und ich möchte dieses mehr entfalten.»

Abgang als Fastnachts-Präsident

Baumgartner gehört keiner Partei an, trägt aber laut eigenen Angaben bürgerliches Gedankengut in sich. Er siedelt sich politisch in der Mitte an. Ein politisches Amt hatte er bisher noch nie inne. «Ich bin aber stark politisch interessiert», sagt er. Neben seinem beruflichen Wirken als selbständiger Unternehmer hat sich Oliver Baumgartner vor allem als Präsident der Wiler Fastnachtsgesellschaft FGW einen Namen gemacht. Seit 14 Jahren ist er Mitglied, die letzten acht als Präsident. Allerdings war es im Februar seine letzte Fastnacht mit Führungsfunktion. Denn er kündigte seinen Rücktritt an. Wer Nachfolger oder Nachfolgerin wird, steht noch nicht fest.

Seit vergangenem Dezember ist Baumgartner auch Verwaltungsrat des FC Wil. Obwohl aktuell in St. Gallen wohnhaft, beschreibt er sich als «in Wil verwurzelt». In der Äbtestadt besuchte er die Schule und sei aktuell an sechs von sieben Tagen hier. Baumgartner ist mit Natalie verheiratet und Vater des gut eineinhalb Jahre alten Sohnes Philipp. Dessen Geburtstag ist ausgerechnet der 27. September. Also genau an jenem Tag, an welchem in Wil der erste Wahlgang für das Stadtpräsidium stattfindet. Gut vorstellbar, dass die Entscheidung dann noch nicht fällt.

Was macht das linke und rechte Lager?

Oliver Baumgartner ist in mehreren Punkten das Gegenstück zu den beiden anderen Stadtpräsidiums-Kandidaten Daniel Meili (FDP) und Hans Mäder (CVP) – vor allem punkto Alter. Während Meili und Mäder den 60. Geburtstag bereits gefeiert haben, wird Baumgartner am Tag vor Weihnachten 37-jährig. Er würde die Aussensicht ins Rathaus bringen, während die anderen beiden schon auf viele Jahre in der Politik zurückblicken.

Eines ist klar: Der Wahlkampf ist nun so richtig lanciert. Gibt es noch weitere Kandidaturen für das Stadtpräsidium? Aus dem rechten und linken Lager ist bisher noch niemand im Rennen. Bis Ende Juni sind noch Nennungen möglich.

Daniel Meili kandidieret für das Stadtpräsidium
Hans Mäder kandidiert für das Stadtpräsidium