Würden nicht viele gelbe und rote Blätter am Boden liegen, Weihnachts-Guezli in den Regalen der Läden stehen und um 17 Uhr die Sonne untergehen, man hätte sich zum Wochenstart fast wie im Sommer gefühlt. Das unterstreicht der Blick auf das Thermometer. Bei der Wetterstation Fürstenland «Meteotop» in Niederuzwil wurden am Montagmittag 23,3 Grad gemessen. Und das am 2. November. Somit ist ein Sommertag um nur gerade 1,7 Grad verpasst worden. Das ist die höchste Novembertemperatur seit Messbeginn im Jahr 1882. Christoph Frauenfelder, Inhaber und Betreiber der Wetterstation, kennt den Grund: «Wir kennen hier das lokale Wetter-Phänomen des Hörnliföhns. Er tritt nur sehr selten und nur bei Westwind auf. Dabei erwärmt er das Untertoggenburg und das Fürstenland um einige Grade. Um 16 Uhr drehte der Wind langsam auf Süden und beendete den Hörnliföhn. Es kühlte ab.»

Der bisherige Rekord wurde ziemlich locker geknackt. Dieser war im Jahr 1994 mit 22,1 Grad aufgestellt worden. «Ein Tag mit über 20 Grad kommt im November nur etwa alle zehn Jahre einmal vor», weiss Frauenfelder. Doch das war’s dann schon mit Spätsommer-Gefühlen im November. Am Dienstag rauscht eine Kaltfront durchs Land. Schon am Mittwoch sind für Niederuzwil noch Höchsttemperaturen von 9 Grad angesagt.