Keine 2000 Zuschauer wohnten dem Spitzenspiel der Challenge League bei. Schade. Denn es wurde einiges geboten. Wobei es vor allem die Schlussphase in sich hatte. Nach drei Vierteln das Spiels lagen die Wiler mit 0:2 in Rückstand, nachdem die Lausanner bereits vor der Pause ihre ersten beiden Corner in Tore umgemünzt hatten. Nach einer halben Stunde traf der aufgerückte Verteidiger Elton Monteiro, nachdem der Ball vom Pfosten zurückgesprungen war. Nur sechs Minuten später verlängerte Wils Michael Gonçalves die Kugel per Kopf unglücklich, aber sehenswert ins eigene Tor.

Als die Lausanner in der zweiten Halbzeit durch Francesco Margiotta gleich zweimal das wohl siegbringende 3:0 vergeben hatten – zuerst schlenzte der Italiener einen Ball ganz knapp rechts neben das Tor, dann flog ein Abschluss aus der Distanz von der Lattenoberkante ins Aus – fanden die Wiler doch noch zurück in die Partie. Ihr kämpferischer und disziplinierter Auftritt wurde belohnt. Allerdings brauchte es eine Szene, die in der Pontaise kontrovers diskutiert wurde. Monteiro soll Wils Zé Eduardo in den Rücken gestossen haben. Es war ein streng gepfiffener Penalty, den Silvio sicher zu seinem vierten Saisontreffer verwandelte.

Savic: Ein Tor nach der Leidensgeschichte
Die Geschichte des Tages schrieb dann aber ein Lausanner – für den FC Wil. Die Rede ist von Andelko Savic, der in der Waadtländer Kantonshauptstadt geboren ist und ab dem Alter von elf Jahren beim FC Lausanne-Sport gespielt hat – auch 20 Mal im Fanionteam. Im April 2015 erzielte er für Lausanne einen Treffer beim 3:1 Sieg gegen … Wil. Noch heute bezeichnet Savic die Lausanner als seine «Lieblingsmannschaft». Dies hinderte den 25-jährigen Stürmer, der einst in der Schweizer U21-Nationalmannschaft gespielt hat, freilich nicht daran, die Westschweizer in der Nachspielzeit vom virtuellen Leaderthron zu stossen. Und dies mit seinem ersten Abschlussversuch in dieser Saison. Drei Minuten nach der späten Einwechslung Savics flog ein Flankenball von Sandro Lombardi in den Strafraum. Savic setzte sich im Zweikampf gegen Monteiro durch und köpfte zum umjubelten Ausgleich ein. «Es ist einfach nur schön», sagte der Stürmer hinterher.

Beinahe hätte Savic zwei Minuten später noch einen draufgesetzt und den Wiler Siegtreffer vorbereitet. Er spielte zum im Strafraum stehenden Silvio, der den Ball zuerst sehenswert über Gonçalo Brandao lupfte und die Kugel dann an den Pfosten setzte. Auch so ist Savics Geschichte aber eine ganz spezielle. Er hatte zuletzt eine schwierige Zeit durchlebt. Zuerst brach er sich den linken Fuss. Als er wieder auf dem Feld zurück war, zog er sich beim 1:0-Sieg im Cup bei Wohlen eine Adduktorenverletzung zu. Auch diese ist mittlerweile verheilt. «Dieses Tor ist auch gut für meinen Kopf», sagte Savic.

Schon über zwei Monate unbesiegt
Dass es überhaupt dazu kommen konnte, war Wils Trainer Konrad Fünfstück zu verdanken. Noch am vergangenen Mittwoch beim 0:0 gegen Vaduz hatte er Savic nicht ins Aufgebot genommen, für das Spiel in Lausanne die Bank aber bewusst umgestellt. «Savic war die ganze Woche über ein Thema», sagte Fünfstück.

Dank des späten Ausgleichs sind die Wiler nach einem Viertel der Challenge-League-Saison Leader – zwei Punkte vor Lausanne. Die Zahlen sind mittlerweile beeindruckend: Von den elf bisher ausgetragenen Pflichtspielen hat der FC Wil nur eines verloren. Schon seit über zwei Monaten ist er unbesiegt. Die Äbtestädter stellen zusammen mit Servette die beste Abwehr der Liga. «Wir haben es verdient, da oben zu stehen, weil wir einfach gut spielen. Wir haben keinen Druck», sagte Savic. Er ergänzte: «Wir müssen den Moment geniessen. Er kann lange dauern. Aber womöglich sieht es in fünf Spielen schon wieder anders aus.»

Die wichtigsten Szenen zum Spitzenkampf in Lausanne: (Quelle: www.sfl.ch)

 

FC Lausanne-Sport – FC Wil 1900 2:2 (2:0)

Pontaise: 1925 Zuschauer. – Sr: Jancevski.

Tore: 31. Monteiro 1:0. 37. Gonçalves (Eigentor) 2:0. 73. Silvio (Foulpenalty) 2:1. 91. Savic 2:2.

FC Lausanne-Sport: Castella; Monteiro, Brandao, Flo; Cabral; Asllani, Schmid (88. Dominguez), Pasche (77. Geissmann), Gétaz; Zeqiri, Margiotta (82. Rapp).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi, Havenaar, von Niederhäusern; Gonçalves (88. Savic), Zé Eduardo, Lombardi, Schäppi (80. Schällibaum); Hefti (46. Latifi); Silvio, Cortelezzi (46. Audino).

Bemerkungen: Lausanne-Sport ohne Manière, Loosli, Tejeda, Berchtold (verletzt), Silva, Puertas, Maddy, Escorza und Nanizayamo (nicht im Aufgebot). Wil ohne Eugster, Herter (verletzt), Chande, Scholz, Hoxha, Beka, Gülünay, Herrmann, Sejdija und Sadiku (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 41. Monteiro (Foul). 67. Rahimi (Foul). 80. Silvio (Reklamieren). 82. Brandao (Foul). 90. Cabral (Foul). 94. Audino (Foul). – 31. Pfostenkopfball Brandao. – 72. Lattenschuss Margiotta. – 93. Pfostenschuss Silvio.

Hier sind die Stimmen zum Spiel: (Quelle: www.fcwil.ch)

 

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Lesen Sie hier den Liveticker aus der Lausanner Pontaise:

Das soll es gewesen sein. Den ausführlichen Matchbericht zu diesem Spiel gibt es noch heute Abend an dieser Stelle. Vielen Dank für das Interesse. Bis bald auf www.hallowil.ch.

Weiter geht es für die Wiler morgen in einer Woche mit einem weiteren Auswärtsspiel am Genfersee. Am Sonntag, 7. Oktober, treffen sie um 16 Uhr im Stade de Genève auf Servette. Auch das wird ein happiges Ding. Zuerst darf jetzt aber dieser 2:2-"Sieg" gefeiert werden - auch wenn die Wiler weiterhin kein Auswärtsspiel ihrer Vereinsgeschichte gegen "LS" gewonnen haben.

Schlussfazit II: Die Lausanner machen den Schiedsrichter zum Sündenbock, weil er einen strengen gepfiffenen Penalty für Wil gegeben hat und vor dem 2:2 ein vermeintliches Foul an einem Lausanner im Halbfeld nicht ahndete. Sei es, wie es wolle: Die Wiler haben sich den Punkt verdient, weil sie nie aufgaben und selbst in scheinbar aussichtsloser Situation dran blieben.

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Die Wiler freuen sich zurecht über einen Punkt in Lausanne (Bild: Pascal Ibig)

Schlussfazit I: Eine Wahnsinns-Schlussphase hier auf der Pontaise. Der FC Wil sah zwischenzeitlich wie der sichere Verlierer aus, kam aber mittels Penalty ins Spiel zurück. Dann wurde ausgerechnet Savic zur grossen Figur, der nach einer Verletzung in dieser Saison bisher kaum gespielt hatte und zu seinem ersten Saisontreffer kam. Kaum vorzustellen, was gewesen wäre, wenn Silvios Ball statt am Pfosten im Tor gelandet wäre. Aber auch so ist das ganz klar ein gewonnener Punkt, der die Wiler an der Tabellenspitze bleiben lässt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der FC Wil ist nach einem Viertel der Saison Leader - zwei Punkte vor dem finanzstarken Ligakrösus. Vor Jahresfrist waren die Äbtestädter Letzte. Diese Wandlung verdient einfach nur Respekt. Es ist erstaunlich was die Wiler aus ihren bescheidenen Mitteln rausholen.

Schlusspfiff auf der Pontaise: Der FC Wil gewinnt das Spiel gegen Lausanne-Sport mit 2:2. Richtig: 2:2-"Sieg" für den FC Wil beim Liga-Krösus.

93. Minute: Gelb für Audino wegen eines taktischen Fouls in der Mittelzone an Gétaz beim Gegenzug nach dem Pfostenschuss.

93. Minute: Pfostenschuss Silvio! Menschenskind. Savic hat noch Kraft, spielt den Ball zur Mitte. Silvio lupft den Ball sehenswert über einen Gegenspieler und knallt das Ding dann an den Pfosten. Was geht denn hier ab?

92. Minute: Lausanne versuchts nochmals. Gétaz zieht ab. Der Ball fliegt aber drüber.

91. Minute: TOOOOOOOOOOOOOR für den FC Wil zum 2:2-Ausgleich durch Savic. Einwurf Latifi. Lombardi wird nicht angegangen und flankt zur Mitte. Am zweiten Pfosten steht Savic und er trifft per Kopf zum 2:2. Wow!!!!! Savic ist ersat drei Minuten zuvor eingewechselt worden.

90. Minute: Doch Lombardis Versuch bleibt harmlos.

90. Minute: Freistoss Wil aus dem Halbfeld.

90. Minute: Cabral wird verwarnt nach einem Foul in der eigenen Platzhälfte.

90. Minute: Nun also Offensive total bei Wil.

89. Minute: Nur 1925 Fans sind im Stadion. Zum Vergleich: Beim Spitzenspiel Lausanne - Wil im Jahr 2015 waren über 5000 Fans auf der Pontaise dabei gewesen.

88. Minute: Beide Teams wechseln: Bei Lausanne geht Schmid raus und wird durch Dominguez ersetzt. Wil nimmt den letzten Wechsel vor: Gonçalves geht raus und macht Savic platz. Noch ein Stürmer.

86. Minute: Lombardi versucht es aus der Distanz. Der Ball geht aber doch deutlich am Kasten Castellas vorbei.

84. Minute: Geht hier noch was? Lausanne spielt das recht geschickt runter und hält momentan den Ball fern der eigenen Gefahrenzone.

82. Minute: Weiterer Wechsel bei Lausanne: Margiotta geht raus. Für ihn kommt Rapp rein.

82. Minute: Gelb für Lausannes Brandao wegen eines Fouls.

82. Minute: Schällibaum flankt von der linken Seite einen Freistoss zur Mitte. Jedoch pflückt Castella die Kugel sicher herunter.

80. Minute: Silvio wird verwarnt wegen Reklamierens.

80. Minute: Wil wechselt zum dritten Mal: Schäppi geht runter und wird durch Schällibaum ersetzt.

80. Minute: Die Wiler haben nun mehrheitlich den Ball. Lausanne beschränkt sich auf die Defensive - und das Kontern.

78. Minute: Also, Freunde: Ein Tor fehlt, und der FC Wil behält die Leaderposition doch noch.

77. Minute: Erster Wechsel bei Lausanne. Pasche geht raus. Neu kommt Geissmann rein.

76. Minute: Willkommen zurück, Spannung! Wil versucht gleich nachzulegen, jedoch behindern sich Silvio und Zé Eduardo gegenseitig.

73. Minute: TOOOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Silvio zum 2:1-Anschlusstreffer. Souverän verwandelt. Der Brasilianer verögert zuerst, verlädt dann Castella und trifft in die linke Ecke. Castella war rechts abgetaucht.

72. Penalty Wil nach Foul von Brandao an Zé Eduardo. Der Lausanner soll gehalten haben. Sehen nicht alle so hier im Stadion.

72. Lattenschuss Lausanne durch Margiotta! Der Italiener schliesst aus gut und gerne 20 Metern zentral vor dem Tor ab und setzt den Ball auf die Latte.

70. Minute: Zeqiri versucht zu zaubern und nach einer Flanke mit der Hacke abzuschliessen. Misslungen.

67. Minute: Nun ist auch ein erster Wiler verwarnt: Rahimi sieht Gelb nach einem Foul in der Mittelzone an Gétaz.

66. Minte: Lausannes Norweger Flo versucht es mit einer scharfen Flanke von links zur Mitte. Dort steht aber keiner, der erben könnte.

64. Minute: Corner Wil: Aber auch daraus entsteht keine Gefahr.

64. Minute: Derzeit fehlt dem Spiel die Spannung. Wil ist in dieser Phase nicht in der Lage, die Lausanner Abwehr in Bedrängnis zu bringen. Das ist festzuhalten, obwohl die Gäste mehrheitlich denn Ball haben.

61. Minute: Latifi versucht es aus der Distanz. Doch der Ball geht deutlich über das Tor.

58. Minute: Riesenchance Lausanne! Margiotta kommt zentral vor dem Tor aus rund 14 Metern frei zu einem Abschluss und setzt zun Schlenzer an. Da ist manch einer im Stadion schon aufgestanden, um das 3:0 zu feiern. Der Ball zischt aber hauchdünn am rechten Pfosten vorbei.

56. Minute: Wil ist zwar bemüht. Aber die Ostschweizer tun sich schwer, zu gefährlichen Szenen zu kommen. Wahrscheinlich braucht es einen stehenden Ball, um ins Spiel zu finden.

51. Minute: Nach einem Lombardi-Freistoss aus dem Halbfeld kommt der Ball via Havenaar zu Rahimi, dessen Abschluss aber geblockt wird. Sekunden später kommt Zé Eduardo in der nächsten Szene zu einem Kopfball, der aber viel zu harmlos ausfällt. Damit ist Castella nicht zu beunruhigen.

50. Minute: Margiotta bringt den Ball von links rein. Dieses Mal ist er aber eine sichere Beute für Kostadinovic. Keine Gefahr.

50. Minute: Oha: Dritter Corner für Lausanne.

47. Minute: Auch die Wiler in der Offensive: Audino verdribbelt sich aber an der Strafraumgrenze, statt direkt abzuschliessen. Keine Gefahr.

46. Minute: Der erste Abschluss der zweiten Halbzeit gehört dem Heimteam: Cabral versuchts, hat aber eher die Wiler Fans im Visier als das Tor. Und diese stehen doch weiter weg wegen der Leichtathletik-Bahn. Weit drüber.

46. Minute: Doppelwechsel bei Wil für die zweite Halbzeit: Hefti ist nicht mehr erschienen und wurde durch Latifi ersetzt. Auch Cortelezzi ist nicht mehr da. Neu spielt Audino. Lausanne hat nicht gewechselt.

46. Minute: Das Spiel ist freigegeben. Die zweite Halbzeit läuft.

Die Mannschaften sind zurück aus den Katakomben. Zum wiederholten Mal in dieser Saison stand der Gegner deutlich früher auf dem Feld als die Wiler nach dem Seitenwechsel. Es kann weitergehen im Olympiastadion.

In Kürze geht es weiter hier auf der Pontaise. Verfolgen Sie, ob der FC Wil die zweite Saison-Niederlage noch abwenden kann.

Nochmals ein Blick auf die anderen beiden Challenge-League-Plätze: Rapperswil-Jona hat gegen Servette in der Schlussphase durch Aldin Turkes noch zum 1:1 ausgeglichen und kommt zu einem Unentschieden. Das ist gewiss im Sinne der Wiler, wenn sich zwei Verfolger die Punkte teilen. Winterthur verliert überraschend gegen Chiasso mit 0:1. Auch das passt den Äbtestädtern. Somit wird in Lausanne in der zweiten Halbzeit die Frage geklärt, wer nach einem Viertel der Saison Erster und wer Zweiter ist. Vieles deutet darauf hin, dass Lausanne das erste Viertel der Saison einen Punkt vor dem ersten Verfolger Wil abschliessen wird.

Pausenfazit: Zwinged ist die Lausanner Führung keineswegs. Es ist auch bezeichnend, dass die Gastgeber zwei stehende Bälle brauchten, um die 2:0-Führung zu bewerkstelligen. Es ist halt eben auch eine Qualität eines Spitzenteams, ruhende Bälle in Tore umzumünzen, wenn es nicht ganz optimal läuft. Ansonsten hatten die Wiler den Gegner weitgehend unter Kontrolle. Nun braucht es ein Husarenstück, um hier noch etwas mitzunehmen. Der erste Auswärtssieg der Vereinsgeschichte gegen Lausanne-Sport ist derzeit weit weg. Ist zum Ende dieser Englischen Woche noch Kraft da, um in dieses Spiel zurückzufinden? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Pausenpfiff: Der FC Lausanne-Sport führt zur Pause gegen den FC Wil mit 2:0.

45. Minute: Interessant: Das Lausanner Publikum pfeift, weil die eigene Mannschaft nicht vorwärts spielt. Und das bei einer 2:0-Führung. Das untermalt die Ansprüche.

43. Minute: Es entsteht keine Gefahr.

42. Minute: Jetzt wird das natürlich eine Herkulesaufgabe. Nächster Corner für Wil.

41. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Es trifft Lausannes Monteiro nach einem Foul nahe der Mittellinie an Silvio.

41. Minute: von Niederhäusern kommt nach dem Corner zum Kopfball, setzt diesen aber über das Tor. So ist es halt. Nach Cornern steht es 2:2. Nur machte Lausanne aus den beiden Cornern je ein Tor.

40. Minute: Wil versucht zu reagieren und kommt zum zweiten Eckball.

37. Minute: Tooooor Lausanne-Sport zum 2:0 nach einem Corner. Gonçalves will mit dem Kopf klären und verlängert äusserst sehenswert ins eigene Netz.

36. Minute: Obacht, zweiter Corner für Lausanne.

35. Miniute: Die Wiler versuchen es: Ein Freistoss von links kommt zur Mitte. Dort gelangt Silvio zum Abschluss, setzt die Kugel aber neben das Tor.

33. Minute: Somit liegen die Wiler seit über einem Monat erstmals im Rückstand. Das war letztmals bei einem 1:1 in Luzern gegen Kriens Ende August der Fall. Damals kam die Reaktion umgehend und Wil glich zwei Minuten später aus - mittels Eigentort des Kriensers Dominic Schilling. Kommt auch heute eine Reaktion?

31. Minute: Toooor Lausanne-Sport durch Monteiro zum 1:0. Die Lausanner kommen zu ihrem ersten Corner und stellen unter Beweis, wieso sie die beste Mannschaft der Liga nach stehenden Bällen sind. Der Ball wird vom ersten Pfosten an den zweiten verlängert. Von diesem gelangt das Spielgerät zu Monteiro, der aus kurzer Distanz sicher einnetzt.

Mal wieder ein Blick auf die anderen beiden Plätze: Chiasso hat in Winterthur durch Zoran Josipovic getroffen und führt mit 1:0. Rapperswil-Jona liegt weiterhin im Rückstand gegen Servette mit 0:1. Bei diesen beiden Spielen geht es noch eine gute Viertelstunde. Die spielen also für Wil.

27. Minute: Es ist eine ziemlich stimmungslose Geschichte bis jetzt. Die beiden kleinen Fangruppen machen zwar Gesang. Doch dieser verliert sich im grossen Stadion. Beim letzten Spitzenspiel zwischen diesen beiden Teams im Jahr 2015 war das noch ganz anders gewesen. Allerdings hatte da Lausanne früh ein  Tor erzielt.

24. Minute: Dann ist Lausanne an der Reihe: Gétaz fällt der Ball vor die Füsse und kommt aus rund neun Metern recht zentral vor dem Tor zum Abschluss. Kostadinovic taucht aber ab und hat die Kugel.

21. Minute: Mit schönen Seitenwechseln verschaffen sich die Wiler immer wieder Freiräume. Das passt zu einem bisher positiven und konzentrierten Auftritt der Gäste.

18. Minute: Der FC Wil schrammt um Haaresbreite am Führungstreffer vorbei. Schäppi legt zu Cortelezzi rüber. Dieser setzt im Strafraum aus halblinker Position zu einem schönen Schlenzer an. Der Ball saust ganz, ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Ui, ui, ui ...

17. Minute: Lausanne kommt: Asllani will zentral einen Pass in die Tiefe auf Schmid spielen. Aber Havenaar hat aufgepasst und kann die Szene unterbinden. Es entsteht schliesslich keine Gefahr.

15. Minute: Die erste Viertelstunde gefällt aus Wiler Sicht. Die Gäste halten gut dagegen und verstecken sich keineswegs. Aber natürlich gilt es auf Lausannes individuelle Klasse höllisch aufzupassen.

12. Minute: Kaum geschrieben, werden die Gastgeber ein erstes Mal gefährlich. Der junge Zeqiri kommt halblinks an der Strafraumgrenze zum Abschluss und prüft Kostadinovic im Wiler Tor. Dieser besteht die Prüfung gekonnt.

11. Minute: Aus Lausanner Sicht ist das auffälligste bisher das neue Maskottchen Loupo, das sich hier auch während das Spiels munter ablichten lässt.

10. Minute: Lausanne hat übrigens taktisch umgestellt im Vergleich mit der 1:2-Niederlage am Mittwoch in Winterthur. Statt eine1m 4-1-4-1 lässt Contini ein 3-1-4-2 laufen.

7. Minute: Erneut kommt Wil: Gonçalves legt von rechts zur Mitte. Cortelezzi kommt nahe des Elfmeterpunkts recht unbedrängt zum Abschluss. Allerdings ist es dann weder Schluss noch Pass-Weiterleitung zu Silvio. Schade. Auch das sah vielversprechend aus.

5. Minute: Seit der Wiler Chance hatte nun vornehmlich Lausanne den Ball, ohne aber etwas Gefährliches zu kreieren.

1. Minute: Und da ist schon die erste Topchance. Und sie gehört dem FC Wil. Flanke Silvio von rechts. Schäppi kommt auf der 5er-Linie recht frei zum Abschluss, bringt aber zu wenig Druck hinter den Ball. Das wäre was gewesen nach 56 Sekunden. Gerne mehr davon.

1. Minute: Und los geht's. Die Kugel rollt.

Die Mannschaften sind da. Der FC Wil läuft in rot auf, Lausanne in weiss. In wenigen Augenblicken ist Kick-Off zu diesem Spitzenspiel. Viel Vergnügen.

Ein Blick zu den anderen beiden Challenge-League-Spielen des Tages, die bereits um 18 Uhr begonnen haben, und wo je ein direkter Verfolger des FC Wil im Einsatz steht. Zwischen Winterthur und Chiasso sind in der ersten Halbzeit keine Tore gefallen. Rapperswil-Jona liegt zur Pause gegen Servette wegen eines Treffers von Routinier Alexandre Alphonse mit 0:1 hinten. Das läuft soweit mal recht gut aus Wiler Sicht.

In wenigen Minuten geht es hier los. Die äusseren Bedingungen sind prima. Ein sonniger Herbsttag geht langsam zu Ende. Einem echten Spitzenspiel steht nichts im Weg, auch wenn es im grossen, weiten Rund schon noch manchen freien Platz hat.

Das Spiel wird geleitet von Schiedsrichter Nicolas Jancevski aus … dem Waadtland.

Lausannes Ostschweizer Trainer Giorgio Contini schickt folgende Spieler aufs Feld. Im Tor steht wie immer Castella. Zudem laufen auf: Flo, Monteiro, Pasche, Brandao, Margiotta, Asslani, Zeqiri, Gétaz, Schmid und Captain Cabral. Das sind doch einige Änderungen im Vergleich zur 1:2-Niederlage am Mittwoch in Winterthur. Auffallend ist der Ausfall von Innenverteidiger Noah Loosli, der an den Adduktoren verletzt ist. Und auch die Prominenz auf der Ersatzbank beeindruckt. Dort sitzen Spieler wie Nganga, Kukuruzovic, Geissmann und Rapp.

Kommen wir zu den Aufstellungen. Wils Trainer Konrad Fünfstück kann fast aus dem Vollen schöpfen. Mit Eugster und Herter fehlen lediglich zwei junge Spieler verletzt. Die im bewährten 3-4-1-2-System gehaltene Aufstellung enthält keine wirklichen Überraschungen. Im Tor steht einmal mehr Kostadinovic. Die bisher sicherste Abwehr der Liga wird von rechts nach links abermals gebildet von Rahimi, Havenaar und von Niederhäusern. Im Mittelfeld laufen auf von rechts nach links: Gonçalves, Zé Eduardo, Lombardi und Schäppi. Hängende Spitze ist Hefti. Das Sturmduo bilden von rechts nach links Silvio und Cortelezzi. Somit nimmt Fünfstück in der Startformation zwei Veränderungen vor im Vergleich zum Heim-0:0 am Mittwochabend gegen Vaduz. Schäppi und Lombardi spielen von Beginn weg,  Schällibaum und Breitenmoser nehmen – zumindest vorerst – auf der Bank platz.

Damit dies Tatsache wird, müssen die Wiler allerdings einen Fluch beenden. Noch gar nie in ihrer Vereinsgeschichte haben sie ein Auswärtsspiel gegen Lausanne-Sport hier auf der Pontaise gewonnen. Immerhin zehn Versuche wurden bereits unternommen. Drei Unentschieden und sieben Niederlagen stehen zu buche. Den letzten Auswärts-Punkt gegen «LS» gab es vor über zehn Jahren bei einem torlosen Unentschieden im August 2008.

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Für wen geht heute die Sonne unter? In knapp zwei Stunden wissen wir es.

Diese Ausgangslage bringt mit sich, dass die Wiler ohne Druck auftreten können. Sie sind aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten der deutliche Aussenseiter und es wäre eine nächste positive Überraschung, wenn Sie hier Zählbares mitnähmen. Selbst eine Niederlage wäre alles andere als ein Beinbruch. Deutlich mehr Druck haben die Waadtländer. Im Cup bereits draussen, wurden die vergangenen drei Pflichtspiele nicht gewonnen. Man stelle sich vor, was beim vom Chemiekonzern Ineos aufgeblasenen Verein los wäre, wenn der Rückstand auch die Tabellenspitze nach einem Viertel der Meisterschaft fünf Punkte betragen würde.

Erster, Zweiter, Dritter oder Vierter? Auf einer dieser vier Ranglistenpositionen befinden sich die Wiler in gut zwei Stunden – die Lausanner übrigens auch. Wer hier Favorit ist, lässt sich an den Quoten bei «Sporttip» ablesen. Wer auf Leader Wil setzt, bekommt im Erfolgsfall das 4,65-fache ausbezahlt. Wer auf das zweitplatzierte Lausanne wettet, nur das 1,64-fache. Lässt sich heute Abend gutes Geld verdienen?

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Die alt-ehrwürdige Pontaise.

Es ist angerichtet. Mit dem besten Saisonstart seit dem Abstieg aus der Super League vor gut 14 Jahren und nur einer Niederlage in den ersten zehn Pflichtspielen hat sich der FC Wil den heutigen Abend verdient. In diesem Sinne: Herzlich willkommen aus der alt-ehrwürdigen Lausanner Pontaise zum Spitzenspiel Zweiter gegen Erster. Simon Dudle tickert für Sie aus dem Olympiastadion durch das Top-Spiel der Runde. Zu beantworten ist die Frage, ob es den Wilern gelingt, die Leader-Position ein zweites Mal zu verteidigen.

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Lesen Sie hier die Vorschau auf das Spitzenspiel FC Lausanne-Sport - FC Wil

Heute kann man so ziemlich jedes Fussballspiel live mitverfolgen. So die weitläufige Meinung. In der Schweiz ist es so, dass man sowohl alle Partien der höchsten als auch der dritthöchsten Liga live sehen kann. Vom Challenge-League-Top-Spiel Zweiter gegen Erster gibt es aber keine bewegten Bilder. Auch nicht gegen Bezahlung. Das liegt unter anderem daran, dass Teleclub die Anzahl Livespiele hinsichtlich dieser Saison halbiert hat. Laut Angabe des Senders liegt dies daran, dass sich die Vereine gegen die Spiele am Montagabend gewehrt haben und dieser Spieltag - an welchem zuvor während Jahren die Challenge League übertragen wurde - aus dem Programm fiel. Wer also live mitverfolgen will, ob die Wiler die Leaderposition ein zweites Mal verteidigen, der ist ab 18.45 Uhr an dieser Stelle goldrichtig. Dann startet der Hallowil-Liveticker aus dem alt-ehrwürdigen Pontaise-Stadion. Sie verpassen keine Chance, keine Karte - und natürlich kein Tor.

Die Ausgangslage:
Trotz der Tabellensituation ist Lausanne Favorit. Nur schon die finanziellen Möglichkeiten der beiden Kontrahenten sind völlig unterschiedlich. Die Waadtländer verfügen über eine Budget von kolportierten 12 Millionen Franken. Da können die Wiler in keiner Weise mithalten und ihr Etat ist ein x-faches kleiner. Aber Vorsicht: Geld allein garantiert noch keinen Erfolg. Es ist nicht lange her, da gastierten die Wiler im Dezember 2015 als Tabellenzweiter in Lausanne und hätten mit einem hohen Sieg von den Gastgebern Platz eins übernehmen und sich den Wintermeister-Titel sichern können. Damals war es Wil, das unter türkischer Führung mit einem Budget in ungefähr gleicher Höhe wie heute die Waadtländer operierte und darum Favorit war. Der «Aussenseiter» Lausanne setzte sich aber mit 3:0 durch und stieg Ende Saison souverän auf.

Die Wiler:
17 Punkte aus 8 Spielen. Damit hat der FC Wil den stärksten Saisonstart seit dem Abstieg aus der Super League vor 14 Jahren an den Tag gelegt. Nur fünf Gegentore wurden in den ersten acht Meisterschaftsspielen zugelassen - so wenige wie noch nie seit 2004. Vor Jahresfrist hatte man zu selbem Zeitpunkt ganze 12 Punkte weniger auf dem Konto und befand sich Tabellenende. Dass es so gut läuft, ist als Überraschung zu bezeichnen. Es wäre aber auch vermessen, den FC Wil als Abstiegskandidaten zu sehen. Bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison fand das Team in die Spur und sammelte fleissig Punkte. Der bisherige Saisonverlauf bestätigt die Aufwärtstendenz eindrücklich. Ob sich der FC Wil auch langfristig in diesen hohen Gefilden der Rangliste halten kann, zeigt sich schon in der kommenden Woche. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich der FC Wil nach jeweils langen Busfahrten gegen die aufstiegswilligen Lausanne und Servette verkaufen wird.

Die Lausanner:
Die Waadtländer stellen dank ihren Investoren des Chemiekonzerns Ineos die finanzstärkste Truppe der Liga. Alles andere als der direkte Wiederaufstieg zurück in die Super League wäre eine herbe Enttäuschung. 15 Punkte aus 8 Spielen wäre für viele Teams eine gute Bilanz. Mit den Ansprüchen und Möglichkeiten von Lausanne ist das aber zu wenig. Der Druck lastet klar auf den Schultern der Westschweizer, die seit dieser Saison vom Ostschweizer Giorgio Contini trainiert werden. Die Lausanner laufen Gefahr, dass ihnen der FC Wil enteilt und auf fünf Punkte davonzieht. Aber eben auch, dass Rapperswil und Winterthur vorbeiziehen. Allerdings übernimmt der Liga-Kronfavorit mit einem Sieg wieder die Leaderposition, die eine Woche zuvor an Wil abgegeben werden musste. Seit mittlerweile drei Spielen sind die Lausanner ohne Sieg und müssen nun liefern. Erschwerend kommt allerdings dazu, dass sich der starke Innenverteidiger Noah Loosli an den Adduktoren verletzt hat und noch einige Wochen ausfällt.

Der Fluch:
Die wohl markanteste Serie, welche beim FC Wil aufrecht ist, hat mit den Waadtländern zu tun. Die Wiler haben den FC Lausanne-Sport auswärts noch überhaupt nie besiegt - in der gesamten Vereinsgeschichte. Drei Unentschieden stehen sieben Niederlagen gegenüber. Die letzten sechs Auswärtsspiele auf der Pontaise gegen "LS" gingen alle verloren. Einen Pflichtspiel-Sieg im Lausanner Olympiastadion hat es aber schon gegeben. Und zwar im April 2010 bei einem 1:0-Erfolg gegen Le Mont Lausanne, das in jener Saison seine Heimspiele in der Pontaise austrug.