Nach dem Spiel war die Erleichterung bei den Spielern und Verantwortlichen zu spüren. Der FC Wil spielt zu Null. Diesmal aber nicht vorne, sondern hinten. Aber der Reihe nach. Zunächst waren es die Schaffhauser, welche sich in den ersten Minuten zwei Chancen erspielten. Kalem brachte aber beide Male den Ball nicht aufs Tor. In der neunten Minute waren dann die Wiler an der Reihe. Ein Ball aus der Wiler Abwehr kam zu Silvio. Dieser stellte geschickt seinen Körper zwischen den Ball und Gegner. Er leitete den Ball weiter zu Bahloul, direkt in dessen Lauf. Bahloul ging sofort aufs Schaffhauser Tor zu. Obwohl er noch von einem Gegenspieler gestört wurde, kam er aus zentraler Position zum Abschluss. Sein Schuss war zwar nicht platziert aber so kraftvoll, dass Torhüter Ruberto keine Chance mehr hatte rechtzeitig am Boden zu sein und den Ball zu halten. Das war der erste Schuss der Wiler im Spiel und führte direkt zum Tor.

In der Folge wurden die Wiler etwas passiver und die Schaffhauser hatten mehr Platz für ihre Angriffe. Nach zwanzig Minuten stand dann auf einmal Prtajin auf Zuspiel von Lika vollkommen frei vor dem Tor. Er schaffte es tatsächlich den Ball aus zwei Metern völlig frei über das Tor zu befördern. Im Anschluss an diese Chance stellten beide Mannschaften ihre Offensivbemühungen vorübergehend ein. Als sich viele bereits mit einer 1:0-Führung der Wiler zur Pause abgefunden hatten, folgte eine Duplizität der Ereignisse. Wieder war es Lika, der über die rechte Seite kam und in der Mitte Prtajin anspielte. Diesmal stand er vier Meter vor dem leeren Tor, das Ergebnis blieb aber dasselbe. Der Ball ging nicht ins sondern übers Tor.

Effiziente Wiler, ideenlose Schaffhauser

Die zweite Halbzeit begann fast genau gleich wie die erste. Diesmal dauerte es allerdings lediglich drei Minuten, bis das Wiler Tor fiel. Nun war es Filip Frei der sich auf der linken Seite gegen drei Gegenspieler durchtankte und an der Strafraumgrenze den Ball quer auf den vollkommen freistehenden Bahloul spielte. Dieser nahm den ball an und traf mit einem sehenswerten Schlenzer in die weite Ecke. Es war das der dritte Schuss der Wiler, der dritte welcher aufs Tor kam und der zweite der drin war. Die Schaffhauser ihrerseits versuchten nach dem zweiten Tor zu reagieren, waren aber viel wenig zu kreativ, als dass sie die Wiler hätten in Gefahr bringen können.

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Bezeichnend für die Ideenlosigkeit der Schaffhauser ist, dass die während dem Spiel ganze 14 Schüsse zustande brachten, die Wiler nur deren sechs. Von den 16 Eckbällen, welche die Munotstädter treten durften, brachte kein einziger auch nur den Hauch einer Gefahr für das Wiler Tor. So gingen die Wiler trotz weniger Spielanteilen am Ende als verdienter Sieger vom Platz. Nachdem sie in den vergangenen beiden Spielen vorne zu Null gespielt hatten, schafften sie es heute hinten zu Null zu spielen. Cheftrainer Alex Frei stellte fest, dass es zwar ein guter Abschluss der englischen Woche gewesen sei, aber dass die Mannschaft «spielerisch phasenweise besser war in Aarau». Die Mannschaft musste aber auch «die eine oder andere Phase anders bespielen». Nach den Chancen von Schaffhausen am Anfang habe man «den Tritt gefunden» und mit dem Tor in der zweiten Halbzeit «den Deckel auf die Partie gemacht».

Brahimi als Verteidiger oder als Flügelspieler?

Auffallend war heute, dass Mergim Brahimi – wie bereits am Dienstag in Aarau – wieder als Flügelspieler auf der linken Seite spielte. Auf der Position des Linksverteidigers spielte wieder Filip Frei, der heute wieder ein Aktivposten war und das Tor zum 2:0 vorbereitete. Angesprochen darauf, ob das Experiment mit Brahimi als Verteidiger nur unterbrochen oder abgebrochen sei sagt der Wiler Übungsleiter, dass es «durchaus sein kann, dass er wieder als linker Verteidiger spielen» werde. Der Hauptgrund aber dafür, dass Brahimi als Flügelspieler auf der linken Seite spielt, sei gemäss Alex Frei der Grund, dass «Filip Frei das einfach richtig gut macht».

FC Wil – FC Schaffhausen 2:0 (1:0)

Bergholz: 650 Zuschauer – Sr: Turkes

Tore: 9. Bahloul 1:0, 48. Bahloul

FC Wil: Keller; Dickenmann, Izmirlioglu, Muntwiler, Frei; Zumberi, Ndau (71. Lukembila); Bahloul (91. Reichmuth), Fazliu, Brahimi (91. Saho); Silvio (80. Jones).

FC Thun: Ruberto; Lika (62. Krasniqi), S. Müller, Padula, A. Müller (84. Mujici); Fehr (46. Neitzke), Bislimi, Hamdiu, Kalem (46. Del Toro); Ardaiz, Prtajin (62. Rodriguez).

Bemerkungen: Wil ohne Kamber (gesperrt), Daniel, De Mol, Heule, Ismaili, Malinowski und Sauter (alle verletzt) und Miranda (nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne: Maouche, Menezes, Arslani, Sahitaj, Talic und Vukasinovic (alle verletzt), Bajrami, Grob, Maruino und Wick (alle nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 25. Ndau (Foul), 52. Izmirlioglu (Foul), 73. Del Toro (Foul), 83. Dickenmann (Reklamieren), 90. F. Frei (Foul).

Pascal Ibig