Wer heute zu spät ins Stadion kam, verpasste doch so einiges. Von Abtasten war auf beiden Seiten keine Spur. Bereits nach einer Minute versuchte es Schüpbach. Er verfehlte das Ziel aber deutlich. Besser machten es da die Wiler nur zwei Minuten später. Dickenmann tankte sich auf der rechten Seite durch und spielte den Ball in die Mitte. Dort stand Lukembila völlig frei fünf Meter vor dem Thuner Tor. Er schloss direkt ab und traf mit dem ersten Torschuss zur Wiler Führung. Nur gerade drei Minuten später konnten die Wiler in Person von Fazliu einen Eckball treten. Sein Ball fand in der Mitte Kamber, der wieder vollkommen alleingelassen aus sechs Metern den Ball zum zweiten Wiler Treffer ins Tor köpfte. In der Folge waren es die Thuner, die versuchten das Spiel zu machen. Im Spielaufbau waren die Berner Oberländer aber viel zu ungenau, als dass sie die Wiler Defensive in Bedrängnis hätten bringen können. Wenn dann doch mal ein Ball in den Strafraum kam, dann waren die stark spielenden Izmirlioglu und Talabidi zur Stelle. Die Wiler verlagerten sich in dieser Phase aufs Kontern.

Nach einer halben Stunde brachte der Thuner Schussmann einen Abstoss zu Schüpbach. Dieser wurde von Dickenmann und Bahloul unter Druck gesetzt, sodass er den Ball gleich wieder an Dickenmann hergeben musste. Dieser spielte den Ball Flack in den Strafraum wo Fazliu wieder vollkommen alleine stand und unbedrängt das dritte Wiler Tor erzielte. Wer nun aber dachte, dass die Thuner aufstecken werden, der sollte falsch liegen. Die Thuner gaben nicht auf und kamen in der 42. Minute zu einem Eckball. Dieser konnte von den Wilern nicht geklärt werden und Karlen kam auf der Höhe des Elfmeterpunkts zum Abschluss. Keller war schnell untern und konnte den Ball noch abwehren. Aber nur bis zum Ex-Wiler Havenaar, der den Ball aus halbrechter Position humorlos unter die Latte drosch. Bis zur Halbzeit kamen dann keine weiteren Tore dazu, sodass die Wiler mit zwei Toren Vorsprung in die Kabine gingen.

Zweikampfstarke Wiler gegen Ideenlose Thuner

In der zweiten Halbzeit waren es von Beginn weg die Wiler, die das Spiel bestimmten. Sie waren von Anfang an präsenter in den Zweikämpen und liessen den Thunern kaum Raum zur Entfaltung. Die Berner Oberländer hatten praktisch keine Abschlüsse, und diejenigen Bälle welche aufs Tor kamen, stellten kein Problem für Torhüter Keller dar. Die Wiler ihrerseits zeigten im Abschluss ungewohnte Schwächen. Viele ihrer Abschlüsse waren zu ungenau oder zu harmlos. Das kannte man von den sonst so effizienten Wilern bislang nicht. Dennoch war vielen zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass die Wiler als Sieger aus dieser Partie gehen werden. Zu ideenlos und ungenau agierten die Thuner, zu souverän spielten die Wiler.

In der 76. Minute war es dann der allzeit präsente Lukembila, der auf der rechten Seite eine Aktion startete. Er spielte auf den mitgelaufenen Fazliu, der seinen Lauf unterbrach und wartete bis sich im Zentrum die Wiler Spieler formierten. Dann spielte er den Ball hoch in die Mitte, wo Silvio den Ball direkt zum viertel Wiler Tor einnetzte. In den letzten zehn Minuten waren es Thuner, die nochmals versuchten den Rückstand zu verkürzen. Dies gelang ihnen dann auch in der 83. Minute. Dorn brachte den Ball in den Wiler Strafraum wo Kyeremateng vollkommen alleinstehend per Kopf zum 2:4 traf. Mehr als Resultatkosmetik war dieser Treffer aber nicht mehr, denn es sollten keine weiteren Tore mehr fallen. So gewannen die Wiler souverän und verdient im Berner Oberland und beenden diese Runde auf Rang vier in der Tabelle, nur zwei Punkte hinter den Barrage-Platz.

FC Thun – FC Wil 2:4 (1:3)

Stockhorn Arena: 2’048 Zuschauer – Sr: Kanagasingam

Tore: 3. Lukembila 0:1, 6. Kamber 0:2, 30. Fazliu 0:3, 42. Havenaar 1:3, 76. Silvio 1:4, 83. Kyeremateng 2:4.

FC Thun: Ziswiler; Dorn, Havenaar, Sutter, Schüpbach (71. Hasler); Karlen, Roth; Gerndt (57. Kyeremateng), Castroman (57. Dos Santos), Dzonlagic (57. Ahmed); Chihadeh.

FC Wil: Keller; Dickenmann, Izmirlioglu, Talabidi, Brahimi (76. Heule); Fazliu, Kamber (46. Ndau, 62. Reichmuth), Zumberi; Bahloul (76. Jones), Silvio (94. Saho), Lukembila.

Bemerkungen: Wil ohne Daniel, de Mol, Ismaili, Malinowski, Sauter (alle verletzt), Muntwiler (gesperrt), Krunic und Abazi (beide nicht im Aufgebot). Thun ohne: Fatkic, Schwizer, Rüdlin (alle verletzt), Bürki (gesperrt), Ndongo, Stucki und Vasiuc (alle nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 23. Kamber (Foul), 53. Sutter (Foul), 66. Bahloul (Unsportlichkeit),