Für Marc Bilger, Vorsteher des Departements für Soziales, Jungend und Alter der Stadt Wil, steht fest: «Würde in den Vereinen und Organisationen nicht derart viel Freiwilligenarbeit geleistet, fehlte das Salz in der Suppe.» Darum ist es eine schöne Geste, dass die Stadt alle zwei Jahre einen Dankesanlass für die vielen ehrenamtlich arbeitenden Menschen organisiert. Am Dienstagabend waren es für einmal die städtischen Mitarbeiter und die Thurvita-Angestellten, welche die Freiwilligen mit Häppchen und Getränken bedienten.

Auch Stadtpräsidentin Susanne Hartmann liess es sich nicht nehmen, in der Lokremise dabei zu sein und einleitend einige Worte an die rund 240 Anwesenden – so viele wie noch nie – zu richten: «Gäbe es Sie nicht, wäre die bunte Stadt Wil ziemlich grau. Ich bin froh und dankbar, dass nicht alle nur an sich denken.» Hartmann listete einige Vorteile der Freiwilligenarbeit auf und nannte die Kontakte, die geknüpft werden können, und die Erfahrungen, die zu machen sind. «Ich bin überzeugt, dass Freiwilligenarbeit viele Gewinner hat: die Gesellschaft, die Stadt, die unmittelbaren Nutzniesser und auch die Freiwilligen selbst.»

Warum die Freiwilligen Freiwilligenarbeit machen
Ehrenamtlich verrichtete Arbeit findet in Wil an mannigfachen Orten statt – hauptsächlich aber in Vereinen. So zum Beispiel in Jungwacht, Blauring oder Cevi, in Sportklubs, beim Freiwilligen Fahrdienst des Roten Kreuzes, dem Projekt «Generationen im Klassenzimmer», der Stadtharmonie oder bei der Tüüfelsgilde, wo an der Fasnacht «Sublootere» aufzublasen sind. Die Liste ist unvollständig, da sie kaum ein Ende finden würde. «Ich bin erst seit vergangenem Jahr für die Stadt Wil tätig. Als ich gesehen habe, wie viele Leute sich ehrenamtlich einsetzen, war ich beeindruckt», sagte Bilger vor versammelter Runde.

Und was sagen die Ehrenamtlichen selber? «Mir ging es immer gut. Nun bin ich pensioniert und möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben» war ein mehrfach gehörter Satz. Oder: «Unsere Gesellschaft funktioniert nur dank Freiwilligenarbeit.» Oder: «Es macht Freude, Zeit zu verschenken.» Immer und immer wieder kam die Freude zum Ausdruck, etwas für andere Leute machen zu dürfen, ohne dass dabei das Geld im Vordergrund steht.

Rentnerband feiert Premiere
Für einmal war am Dienstagabend aber Zeit, um einige gemütliche Momente zu verbringen. Umrahmt wurde der Anlass musikalisch mit einer Premiere: Die Wiler Rentnerband «Play Time» hatte ihren ersten Auftritt überhaupt. Zudem wurde ein von Renato Müller, Betriebsleiter der Lokremise, zusammengeschnittener Film gezeigt. Zu sehen waren Sequenzen, welche die Freiwilligen eingesandt hatten. Dabei erzählen sie von ihren Beweggründen, Freiwilligenarbeit zu leisten.

Fakt ist aber auch, dass immer mehr Vereine und Organisationen auf der Suche nach Freiwilligen sind. Führungschargen können nicht mehr besetzt werden, da immer weniger Leute Verantwortung übernehmen wollen. Die Gesellschaft verändert sich. Bilger ist aber überzeugt, dass die Freiwilligenarbeit nicht aussterben wird. Jedoch gebe es eine Verschiebung, da auch in diesem Bereich aus immer mehr Facetten ausgewählt werden könne.

Hier das Video, in welchem sich ehrenamtlich arbeitende Wiler zu den Beweggründen äussern: (Schnitt: Renato Müller)