Mit einer Ausnahme war die Stadt Wil bisher immer in christlich-demokratischer Hand. Einen einzigen liberalen Stadtvorsteher hat es gegeben – tief im 19. Jahrhundert. Nun glaubt Dario Sulzer (SP), dass die Zeit reif ist für einen sozialdemokratischen, einen linken Stadtpräsidenten. Doch wieso soll es ausgerechnet dem 41-jährigen zweifachen Familienvater aus dem Wiler Südquartier gelingen, die CVP-Vorherrschaft zu brechen? «Stadtpräsidiumswahlen sind vor allem Persönlichkeitswahlen. Ich habe keine ganz schwierigen Geschichten, die mich belasten. So kann ich frei in den Wahlkampf gehen.»

Der Mitbegründer des Wiler Gratis-Openairs Rock am Weier nutzt die Plattform des hallowil.ch-Video-Interviews, um auch Wahlkampf zu betreiben. So zum Beispiel beim Thema Alter. Da die beiden Kontrahenten bereits jenseits der 60-Jahre-Grenze sind, sagt Sulzer: «Eine Legislatur als Stadtpräsident wäre zu wenig. Es braucht acht Jahre, um etwas umzusetzen.» Wie lange er selber machen würde, lässt er offen, fasst aber grob zwei Legislaturen ins Auge.

Im Video: Der grosse Wahl-Talk mit Dario Sulzer

 

Sulzer und der Bau

Natürlich könnte sich Sulzer als Stadtpräsident nicht nur mit den sozialen Themen befassen. Auch für das viel kritisierte Baudepartement hätte er die Schlussverantwortung. Was würde er tun, damit die Kritik weniger wird? «Es ist wichtig, die Prioritäten richtig zu setzen. Grosse, strategische Projekte müssen in den Fokus gestellt worden, damit man etwas vorzeigen kann. Man sollte sich nicht mit kleinen Geschichten aufhalten, das kostet nur Kraft», sagt Sulzer. Eines dieser grossen Projekte ist der Bahnhofplatz. Die Erneuerung möchte er «mit Priorität behandeln». Auch die Bahnhof-Unterführung ist für ihn wichtig. Künftig soll es möglich sein, in Wil problemlos mit dem Velo von Nord nach Süd zu kommen.

Ganz grundsätzlich sind es aber, naturgemäss, schon die sozialen Themen, welche den SP-Kantons- und Stadtrat umtreiben. So ist er stolz, dass die Sozialhilfequote in den vergangenen beiden Jahren noch zuvor stetigem Wachstum habe reduziert werden können, «um mehr als eine Million Franken», wie Sulzer sagt. Als Stadtpräsident möchte er auf die Partizipation setzen und möglichst viele Menschen mit auf den Weg nehmen – auch Migranten.

Sulzer und das Klavier

Und wer ist Dario Sulzer eigentlich privat? Er singt gerne und spielt Bass. Gerne würde er noch Klavierspielen lernen, «weil man sich allein begleiten und dazu singen kann». Würde man Stadtpräsident Sulzer auch im Gare de Lion an einem Konzert oder einer Lesung treffen? Wie möchte er sich volksnah zeigen? Und was zaubert der passionierte Koch zuhause auf den Tisch? Fragen über Fragen, die im ausführlichen Video-Porträt beantwortet werden.

Nachdem vergangenen Woche Daniel Meili (FDP) vorgestellt worden war, fehlt nun noch ein Stadtpräsidiums-Kandidat. Das grosse Video-Porträt von Hans «Fox» Mäder (CVP) wird kommende Woche auf hallowil.ch publiziert.

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Bereits veröffentlicht: Wahl-Talk mit Daniel Meili (FDP)