Diese Fahrplanabfrage ist dann doch erstaunlich: Wil, Schwanen ab: 17.35 Uhr. Wil, Bahnhof an: 17.43 Uhr. Und das ist nicht etwa eine Ausnahme. Jedes Postauto braucht so lange für diese Strecke, welche keine 300 Meter lang ist. Zum Vergleich: In acht Minuten schafft man es problemlos zu Fuss vom Schwanen zum Bahnhof – und wieder zurück.

Eine Fehlplanung der Fahrplanmacher? Nein, ganz im Gegenteil. «Es handelt sich um eine Pufferzeit. Laut unserem Planer ist die Verkehrssituation in Wil vor allem zu den Hauptverkehrszeiten schwierig und die Strassen sind häufig verstopft. Darum wurde dieser Puffer eingeplant», sagt Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto. Heisst im Klartext: Das Postauto braucht keine acht Minuten vom Schwanen zum Bahnhof, kann aber durch diesen Puffer eine erlittene Verspätung kompensieren. «Leider reicht der Puffer manchmal nicht einmal aus, damit die Postautos zur vorgesehenen Zeit am Bahnhof eintreffen», sagt Bloch.

Unterschiedlich grosse Reserve

Dass der Puffer auf dieser Strecke relativ gross ist, kommt nicht von ungefähr. «Es ist nicht so, dass wir auf allen Postauto-Linien in der Schweiz solche Pufferzeiten einplanen. Es gibt viele Linien, auf denen dies nicht nötig ist», sagt Bloch. Die Planer würden dezentral arbeiten und die Situation vor Ort deshalb gut kennen. «Entsprechend können sie die Fahrzeiten planen», sagt der Postauto-Sprecher.