Bereits am Donnerstag 21. Juli, reisten die ersten Leitungspersonen ins Wallis und begannen mit dem Aufbau. Stämme wurden aufgestellt, Blachen geknöpft und die Lagerküche aufgebaut. Die Kinder kamen am Samstag voller Vorfreude auf das riesige Gelände. Schnell hat man sich eingerichtet und bereits erste Kontakte mit den Zeltnachbarn geknüpft.

Während die älteren Kinder zwei Wochen im Bula verbrachten, kamen die jüngeren Kinder, die Wölfli, erst in der zweiten Woche. Gebannt haben sie zuhause im Fernsehen und im Radio das Lagergeschehen mitverfolgt und die Tage bis zur Abreise gezählt. Am Sonntag, 31. Juli, war es auch für sie endlich so weit. Nach einer vierstündigen Zugreise tauchten hinter den Bergen die langersehnten Zelte auf. Für viele Wölfli war es das erste Zeltlager. Sie lernten, das eigene Geschirr abzuwaschen, Zelte aufzustellen und Ämtli zu erledigen. Aber auch für die Grossen war es neu, den Lagerplatz mit so vielen Pfadis zu teilen.

Bei Spaziergängen durch das Gelände kamen nicht nur die Kinder aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aussichtstürme, Kletteranlagen, Toiletten und vieles mehr wurde in kurzer Zeit aufgebaut. Es gab eine Migros extra für das Lager, verschiedene Bars, eine eigene Radiostation und die Post verteilte täglich hunderte Briefe und Pakete. Auch auf dem Bulavard gab es viel zu entdecken. Die Kinder stellten Heilsalben aus Spitzwegerich her, sprachen über soziale Privilegien und setzten sich mit den Pfadiwerten auseinander. Sie sind gewandert, haben gebadet und gespielt und dabei Pfadis aus der ganzen Schweiz und sogar einige aus dem Ausland kennengelernt. Die Sprache schien dabei keine Barriere gewesen zu sein. Bereits die kleinen Wölfli haben sich mit Händen und Füssen mit französisch sprechenden Pfadis unterhalten.

An der Eröffnungsfeier, der 1. Augustfeier und der Abschlussfeier versammelten sich alle 30'000 Menschen vor der Bühne und feierten gemeinsam die Pfadi und die unglaubliche Zeit im Wallis. Theatereinlagen, Alphornbläser, Fallschirmspringer und Konzerte von Hecht oder 77 Bombay Street schufen eine einzigartige Stimmung. Gemeinsam wurde gesungen, getanzt und Krawatten in unterschiedlichen Farbkombinationen geschwungen. Die Pfadi verbindet und macht ein friedliches Lager mit so vielen Menschen ohne grössere Zwischenfälle möglich. Nicht nur die Co-Organisatorin wurde dabei an der Schlussansprache von ihren Emotionen überwältigt.

Die Kinder und die Leitungspersonen kehrten müde und wehmütig, aber sehr glücklich nach Hause zurück. Den Rucksack voller Erlebnisse, neuer Bekanntschaften und den Mova-Song in Dauerschleife im Ohr. Das einmalige Abenteuer, das nur alle vierzehn Jahre stattfindet, wird allen noch lange in Erinnerung bleiben und man verspricht sich bereits, beim nächsten Bundeslager ganz sicher wieder zusammen hinzureisen.