Der Traum sehr vieler Kinder ist es, der Feuerwehr beizutreten. Was gab bei Ihnen den Ausschlag?

Bei meinem damaligen Bewerbungsgespräch als Hauswart der Primarschule Schwarzenbach wurde mir gesagt, dass ich, wenn ich die Stelle möchte, der Feuerwehr beitreten sollte. So ist unerwartet mein Bubentraum in Erfüllung gegangen.

Die Theorie ist das Eine, die Praxis das Andere. Wie sehr – oder eben nicht – unterscheiden sich die Vorstellungen der Leute mit dem, was Feuerwehrleute wirklich machen?

Das Feuerwehrhandwerk ist heute sehr komplex geworden. Wir müssen diverses Material beherrschen, um all den verschiedenen Herausforderungen und Einsätzen gerecht zu werden. Einzelaktionen und Heldentum, wie es in diversen Fernsehfilmen gezeigt wird, gibt es nicht – oder sollte es zumindest nicht geben. Denn wir arbeiten und meistern alles immer als Team zusammen.

Sie waren 24 Jahre lang bei der Feuerwehr. An welchen Einsatz erinnern Sie sich noch besonders gut?

Es gibt etliche Einsätze, an die ich mich sehr gut erinnere. Die einen waren sehr amüsant, die anderen waren sehr traurig oder belastend. Aber nennen will ich sie nicht, da es sich immer um Schicksale der Betroffenen handelt.

Was haben Sie in all den Jahren besonders geschätzt?

Die gelebte Kameradschaft ist unbezahlbar und sehr viel wert. Sie bedeutet mir sehr viel. Die Dankbarkeit der Menschen, welche von einem Ereignis betroffen sind, gibt sehr vieles zurück. Zudem möchte ich die Kontakte mit all den Menschen nicht missen, die ich bei meiner Tätigkeit als Kommandant kennengelernt habe.

Sie haben es bereits angesprochen: Feuerwehrleute müssen viele Bilder verarbeiten können. Wie gelingt Ihnen das?

Ich musste feststellen, dass diejenigen Einsätze für mich sehr belastend waren, welche man auch im Privatleben wiederfindet. Nach solchen herausfordernden Einsätzen erfolgt ein Debrifing. Es wird auch nach den Einsätzen im Theorieraum des Depots mit den Feuerwehrkammeraden über das Erlebte gesprochen.

Nach vielen Jahren geben Sie nun das Kommando ab. Weshalb war der Schritt nötig – und mit welchen Gefühlen machen Sie das?

Ich habe meinen Job gewechselt. Dieser Umstand – und die Herausforderungen meiner neuen Arbeit – erschwert die Tätigkeit als Kommandant enorm. Es ist fast nicht mehr zu bewältigen. 24 Jahre im Feuerwehrdienst ist eine lange Zeit. Die elf Jahre als Kommandant waren sehr intensiv, fordernd und anstrengend. Man verbringt sehr viel Zeit mit der Feuerwehr und ist omnipräsent. Ich gehe deshalb mit einem lachenden und weinenden Auge. Ich werde sicher die Übungen, Einsätze und Kameradschaft vermissen, freue mich aber auf die neu gewonnene Freizeit.

Bleiben Sie der Feuerwehr treu?

Leider nein. Ich werde die Feuerwehr verlassen und den Nachfolgern so die Chance geben, ihre Ziele und Visionen zu verwirklichen.

Die Feuerwehr in den verschiedenen Regionen suchen immer nach Nachwuchs. Wie sieht es in Jonschwil aus?

Die Rekrutierung neuer Feuerwehrleute gestaltet sich sehr schwierig. Man sollte immer am Ball bleiben, damit sich keine Jahrgangslücken bilden. Die Feuerwehr Jonschwil führte kürzlich den Informationsabend durch. Auch dieses Jahr hatte wir wieder diverse Interessenten und Interessentinnen. Wir können uns aber glücklich schätzen, dass wir bereits jetzt sehr viele junge Männer und Frauen in unserer Feuerwehr haben.