Der Biber kehrt heute in eine Landschaft zurück, die sich seit seiner Ausrottung vor 200 Jahren stark verändert hat. Viele Gebiete wurden trockengelegt, Bäche eingedolt, begradigt und fest verbaut. Ein Viertel aller Gewässerstrecken in der Schweiz ist heute vollkommen künstlich, stark beeinträchtigt oder eingedolt. Offenbar ist der Hörachbach in Gähwil mit seinen natürlichen Ufern ein Fliessgewässer, wo sich der Biber noch wohlfühlen kann.

Durch die Aktivitäten des Bibers können Infrastrukturen wie Strassen und Wege oder Kulturland beschädigt werden. Ebenso kann ein Biberdamm im Siedlungsgebiet zu Überschwemmungen oder im Kulturland zu überschwemmten Äckern und Wiesen führen. In all diesen Fällen dürfen aber keine Massnahmen ergriffen werden, ohne den kantonalen Wildhüter Matthias Müller beizuziehen, schreibt die Gemeinde Kirchberg im aktuellen «Gmeindsblatt». Die meisten Massnahmen würden direkte Eingriffe an den Bauten des Bibers bedeuten. Diese sind jedoch, wie der Biber selber, geschützt.

Umgang ist geregelt

Der Biber ist seit 1962 bundesrechtlich geschützt. Der Schutz wird im Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel und in der Jagdverordnung geregelt. Nicht nur der Biber, auch sein Lebensraum ist geschützt. Dies wird über das Natur- und Heimatschutzgesetz und die Natur- und Heimatschutzverordnung sowie über das Wasserbaugesetz geregelt. Das «Konzept Biber Schweiz» regelt viele Aspekte für den Umgang mit dem Nager. Es ist eine Vollzugshilfe für die Kantone und Gemeinden. (gk)

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Vom Biber abgenagte Stauden am Hörachbach in Gähwil.