Der Liveticker von der Pressekonferenz Karin Keller-Sutters zum nachlesen:

Das solls gewesen sein vom Liveticker aus dem Wiler Stadtsaal. Selbstverständlich bleibt Hallowil.ch für Sie am Ball. Auf Wiedersehen aus dem Wiler Zentrum.

Wir fassen zusammen: Karin Keller-Sutter will Bundesrätin werden und hat dies gewohnt charmant und bodenständig vor den Medien kommuniziert. Die Nomination erfolgt am 20. Oktober im Rahmen der Nominationsversammlung der St. Galler FDP, die in Wil stattfindet. Zu Details wie "Frauenticket" und "Wunschdepartment" hat sie sich bedeckt gehalten.

Somit sind die Fragen erschöpft - zumindest im Plenum. Nun gibt es noch die Möglichkeit für Einzelfragen.

Ob sie die Stimme der Wirtschaft sei? "Ich komme aus einer gewerblichen Familie. Aber im Bundesrat geht es um die Gesamtinteressen. Dass man aber diese Themen einbringt, geschieht automatisch. Man muss trotzdem eigenständig sein und eine Gesamtbeurteilung machen. Im Parlament ist das eher noch anders."

Auf die Frage des "Wunschdepartments" sagt KKS: "Man mus die Bereitschaft haben, alles zu machen. Das Justizdepartement war damals im Kanton St. Gallen nicht mein Wunschdepartement. Ich musste mich einarbeiten und war schliesslich eine Expertin. Man ist im Bundesrat nicht Vorsteherin eines Departments, sondern Mitglied des Bundesrats. Die Gesamtsicht ist wichtiger."

Ob sie sich ein Frauen-Ticket wünsche, will ein Journalist wissen. "Ich werde mich nicht dazu äussern. Das ist alleinige Entscheidung der Fraktion. Daraus resultiert dann ein Vorschlag an die Bundesversammlung. Es ist besser, sich hier nicht einmischen. Darauf hat niemand gewartet."

Die nächste Frage betrifft die Ostschweiz. "Die Region alleine ist nicht entscheidend. Es ist eine Frage der Konstellation. Als alleinige Qualifikation reicht die Region nicht, auch nicht das Geschlecht", sagt Karin Keller-Sutter.

Was denn anders sei als 2010, will ein Journalist wissen. Viele Weggefährte hätten sie motiviert, nochmals anzutreten. Sie hätten ihr die Kraft gegeben, um nachmals anzutreten.

Wann ist die Entscheidung gefallen, will eine Journalistin wissen? Antwort: Es sei am vergangenen Wochenende gewesen. Auch die Kontakte zu den anderen Ständeräten über die Parteigrenzen hinweg hätten zur Entscheidung geführt. "Wie es auch immer kommt, es kommt eine Entscheidung. Und das ist gut", sagt Karin Keller-Sutter. "Ich werde alles versuchen, gewählt zu werden. Aber es kommt auch dieses Mal, wie es muss."

Ein welscher Kollege fragt nach wegen dem nicht erfüllten Kinderwunsch. Die Antwort: "Wenn ich welche gehabt hätte, hätte das Leben wohl einen anderen Lauf genommen. Ich habe auch schwierige Momente gehabt in ihrem Leben."

Nun wird den Medien das Wort erteilt.

Nun ist FDP-Nationalrat Marcel Dobler an der Reihe: "Der Wohlstand ist direkt von der Wirtschaft abhängig. Diesen gilt es zu verteidigen." Karin Keller-Sutter sei nicht nur die ideale Vertretung für die Ostschweiz, sondern auch für die Wirtschaft. Viele Jahre war sie im Vorstand von Gewerbe St. Gallen. Im Ständerat sitzt sie in der Kommission der Wirtschaft. Sie habe den "Gesamtblick" für die Schweiz. "Erwirtschaften vor verteilen", habe Karin Keller-Sutter mal gesagt. Genau das brauche es im Bundesrat.

Nachdem der Anspruch der italienischen Schweiz seit der Wahl Ignazio Cassis' erfüllt sei, sei nun die Ostschweiz an der Reihe. Karin Keller-Sutter habe immer wieder bewiesen, über die Parteigrenzen hinweg zu blicken. Sie habe aber nie den Bezug zu den eigenen Wurzeln verloren.

Als nächstes spricht FDP-Nationalrat Walter Müller: Im Moment sei vor allem die Westschweiz stark vertreten im Bundesrat. Die Ostschweiz sei aber nicht Peripherie, sondern das Herz von Europa. Als peripheres Herz könne die Ostschweizer wichtige Impulse einbringen.

Nun spricht FDP-Kantonalpräsident Raphael Frei. Es seien sonst keine weiteren Kandidaturen eingegangen. Am 20. Oktober finde im Stadtsaal Wil die öffentliche Nominationsversammlung statt. Die Kompetenz von Karin Keller-Sutter sei unbestritten. Sie habe ihr gesamtes Leben in den Dienst der Gemeinschaft gestellt und die Bodenhaftung nie verloren. Sie sei dossierfest und herzlich.

"Die Erfahrungen der vergangenen Jahre sind eine gute Basis für den Bundesrat", ergänzt Karin Keller-Sutter. "Ich würde das Amt mit grosser Freude und grossem Respekt ausüben."

Ihr Leben sei nicht immer gerade verlaufen. Es sei ihr zum Beispiel nicht vergönnt gewesen, Kinder zu haben. Zudem sei sie vor acht Jahren nicht in den Bundesrat gewählt worden.

Sie wolle dem Land etwas zurückgeben und sich vorbehaltlos in den Dienst des Landes stellen.

"Das Amt einer Bundesrätin ist physisch wie psychisch fordernd", sagt sie. "Ich habe den Rücken und auch den Kopf frei für dieses Amt."

Dies allein wäre aber nicht ausreichend gewesen, sagt sie. Bereits beim Rücktritt Didier Burkhalters seien Leute an sie herangetreten, die darum gebeten hätte, dass sie sich erneut zur Verfügung stelle. Keller-Sutter spricht vom Gefühl "getragen zu sein". Sie freut sich, dass die Nationalratskollegen Marcel Dobler und Walter Müller (beide FDP) heute auch im Stadtsaal zugegen sind. "Ich habe grossen Respekt vor dem Amt als Bundesrätin", sagt die Ur-Wilerin. Das Bundesratsamt verlange sehr viel ab.

In den vergangenen sieben Jahren habe sie viel dazugelernt und das Netzwerk erweitert. Auch der Erfahrungshintergrund sei erweitert worden.

 
Im Video: Hier gibt Karin Keller-Sutter ihre Bundesrats-Kandidatur bekannt. (Video: Niklaus Jung)

Und dann: Karin Keller-Sutter will Bundesrätin werden. Gestern Abend hat sie den Entscheid intern mitgeteilt.

Sie habe die letzte Woche genutzt, um mit ihrem Mann und den politischen Weggefährten die Situation zu analysieren.

Es geht los. Karin Keller-Sutter begrüsst die Anwesenden - auch die Welschen und die Tessiner.

Karin Keller-Sutter scheint es ganz genau zu nehmen mit der Uhrzeit - und baut damit Spannung auf.

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In wenigen Augenblicken geht die Pressekonferenz los.

Bereits fünf Minuten zu früh ist Karin Keller-Sutter erschienen und hat Platz genommen. Es wird geknipst, getuschelt - und gewartet.

In Kürze wird Karin Keller-Sutter vor die Medien treten. Bleiben Sie dran.

Alle gehen davon aus, dass heute Karin Keller-Sutter ihre Kandidatur für den Bundesrat bekannt gibt. Oder ist es ganz anders. Kollege Stefan Millius nannte heute Morgen auf dem Portal «Die Ostschweiz» mit einigem Schalk andere mögliche Gründe für die heutige Pressekonferenz: «KKS» informiert über den Gesundheitszustand von Hund Picasso. «KKS» gibt den Wechsel von der FDP zur CVP bekannt, weil sie lieber Nachfolgerin von Doris Leuthard als von Johann Schneider-Ammann wird. «KKS» teilt mit, dass sie sich definitiv entschieden hat, eine allfällige Kandidatur zuerst zu analysieren. «KKS» macht eine zweistündige Diashow mit den schönsten Bildern des Empfangs im vergangenen November. Alles ist möglich.

Fakt ist: Karin Keller-Sutter hat sich bis jetzt nicht zu einer möglichen Kandidatur geäussert – auch nicht nach der Rücktritts-Bekanntgabe von Schneider-Ammann am 25. September. Nachdem die Wilerin 2010 nicht gewählt und an Schneider-Ammann gescheitert war, hatte sie eine neuerliche Kandidatur zuerst ausgeschlossen. Davon war in den vergangenen Wochen aber nichts mehr zu hören.

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Die Medien sind bereit für die Pressekonferenz.

Wil ist also mal wieder im Mittelpunkt des nationalen Interesses. Alle grossen Schweizer Medien sind angesagt. Das ist das erste Mal der Fall seit dem Empfang von … Karin Keller-Sutter als Ständeratspräsidentin Ende November des vergangenen Jahres. Schon damals hatte Bundesrat und Parteikollege Johann Schneider-Ammann der Wilerin mit einer Andeutung den Teppich für den Weg Richtung Bundesrat ausgerollt. Die Wahlfeier sei «ein Ablenkungsmanöver, das nur den Weg in meine Fussstapfen freihalten soll», sagte der Berner damals in der St.-Niklaus-Kirche.

Die Schweiz blickt gespannt nach Wil an diesem Dienstagnachmittag. In wenigen Minuten dürfte die Wiler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter bekannt geben, dass Sie für den Bundesrat kandidiert. Ist es auch wirklich so? Mit dieser Frage begrüsse ich Sie herzlich zum Liveticker aus dem Alleesaal des Wiler Stadtsaals zur mit Spannung erwarteten Pressekonferenz, zu welcher die St. Galler FDP und die Karin Keller-Sutter gestern spätabends eingeladen haben. Simon Dudle tickert für Sie durch den Nachmittag, der aus Wiler Sicht einer mit Geschichte werden könnte. Um 15.00 Uhr geht es los.