Um einer möglichen Ansteckung unter den Zivilschützer entgegenzuwirken, rückten Stabsassistenten, Betreuer und Pioniere an unterschiedlichen Standorten ein. Hier erfolgte alsdann jeweils eine einsatzbezogene Ausbildung wie auch eine Schulung in Sachen Hygienemassnahmen. Neben dem Betrieb des Kommandopostens zeichneten die Zivilschützer der RSZO Wil-Uze für eine Hotline zur Nachbarschaftshilfe, Betreuungsaufträge in Alters-, Pflege- und Wohnheimen sowie der Kantonalen psychiatrischen Dienste Nord, Unterstützung des Spitals Wil beim Zutrittsmanagement und einen Mahlzeitenfahrdienst verantwortlich. Insgesamt wurden so bis zum Einsatzende 700 «Manntage» geleistet.

Obschon die Zivilschützer der RSZO Wil-Uze Ernstfälle immer wieder üben, riss sie der Covid-19-Einsatz schlagartig aus ihrem gewohnten Umfeld. Hiervon waren auch zahlreiche Arbeitgeber betroffen. Mussten ihre Mitarbeiter doch plötzlich einrücken. Das Gros der Arbeitgeber hatte Verständnis dafür, dass aufgrund der Situation jede helfende Hand gebraucht wurde. So auch Stefan Suter, Projektleiter bei der WASU Baukeramik AG in Fischingen: «Für mich war von Beginn weg klar, dass unser Mitarbeiter Davide Mancino jetzt im Einsatz gebraucht wird. Zumal ich dem Kommando der Zivilschutzregion Hinterthurgau angehöre.»

Hotline auf Hochtouren

«Bleiben Sie zu Hause», hatte Alain Berset immer wieder von der Bevölkerung gefordert. Vor allem Risikogruppen stellte dies vor enorme Probleme. Waren sie doch plötzlich auf Unterstützung für Besorgungen aller Art angewiesen. Aus diesem Grund nahmen Zivilschützer der RSZO Wil-Uze innerhalb von 48 Stunden eine Hotline in Betrieb, wie Pascal Brühwiler, Kompaniekommandant 1 und Einsatzleiter der Hotline zur Nachbarschaftshilfe, zu berichten weiss: «Wir brachten Menschen, die Hilfe brauchten, mit Personen, die helfen konnten und wollten, zusammen. Insgesamt konnten wir über 120 Hilfesuchende vermitteln.»

Neben den Stabsassistenten, die vor allem bei der Hotline zur Nachbarschaftshilfe zum Einsatz kamen, leisteten die Betreuer in 6 von 22 zugeteilten Institutionen Dienst. «Wir waren froh um die Unterstützung seitens der Zivilschützer der RSZO Wil-Uze. Mit ihrem Einsatz haben sie unser Team enorm entlastet», so Claudia Engler, Leiterin des Wohnheims Bisacht in Oberuzwil. Praxedis Schär, Chef Ausbildung, ergänzt hierzu: «Die vielen Standorte zu managen, war eine Herausforderung. Dass wir sie gemeistert haben, zeigen die vielen positiven Rückmeldungen. Das motiviert und macht auch ein wenig stolz.»

Spital Wil entlastet

Von der Corona-Krise war insbesondere das Gesundheitswesen betroffen – so auch im Einzugsgebiet der RSZO Wil-Uze. Entsprechend kamen auch hier Zivilschützer zum Einsatz. So wurde das Spital Wil beim Zutrittsmanagement unterstützt. «Eine Umsetzung des Zutrittsmanagements in der von uns geplanten Form war nur dank des Einsatzes des Zivilschutzes möglich. Wir wussten, dass wir mit dem Zivilschutz einen verlässlichen Partner zur Seite haben», so Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation Spitalregion Fürstenland Toggenburg. (pd/red)