Mit seinem profunden Wissen und seiner langjährigen Führungserfahrung in verschiedensten Bereichen in Politik und Wirtschaft sei der Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder der Kandidat, um die Stadt Wil in die Zukunft zu führen, schreibt die AGV der Region Wil. Bei den Wahlen am 27. September wird sich also zeigen, ob Eschlikon seinen engagierten Gemeindepräsidenten an Wil verliert. Was eine grosse Chance für Hans Mäder darstellt, wäre für Eschlikon ein Verlust. Nun ist die grosse Frage: Was hält eigentlich die Eschliker Bevölkerung von dieser Kandidatur? Bei einer Umfrage gingen die Meinungen erwartungsgemäss weit auseinander. Neben positiv gestimmten Befürworter fanden sich ebenso viele kritische Stimmen. «Dass man nach nur fünf Jahren Amtsdauer beabsichtigt, sein Mandat in der Gemeinde niederzulegen, ist nicht gerade das, was man von einem gewählten Gemeindepräsidenten so erwartet», meint etwa ein aktiver Eschliker mittleren Alters. Er sei enttäuscht von dieser Vorgehensweise und befürchte gleichzeitig, dass viele der angefangenen Arbeiten des amtierenden Gemeindepräsidenten bei einer Wahl einfach liegenbleiben würden. Andere wiederum bemängeln, dass Hans Mäder sein Wahlversprechen nur ein Jahr nach seiner Wiederwahl nicht eingehalten habe.

Eine grosse Chance für Hans Mäder

Die Befürworter betonen im Gegenzug unisono, dass sie es nur natürlich und gut fänden, dass der engagierte Politiker diese grosse Chance in Wil anpacken wolle. Denn die Fähigkeiten zum künftigen Stadtpräsidenten von Wil habe er, sagen sie. «Auch wenn wir Hans Mäder erst seit unserem Zuzug im Januar kennenlernten, war und ist er immer ein gerngesehener, volksnaher Gast bei uns im Mettlenhof», sagen Marc und Selina Tuchschmid. Eine allfällige Wahl nach Wil wäre ihrer Meinung nach ein herber Verlust für Eschlikon. Während die einen glaubhaft versichern, dass das Vertrauensverhältnis zum jetzigen Gemeindepräsidenten bei einer Nichtwahl absolut nicht gestört wäre, gibt es auch andere Meinungen. «Wenn Hans Mäder am 27. September nicht gewählt wird, müsste er sich selbstkritisch überlegen, ob er sein Mandat in Eschlikon nicht trotzdem niederlegen möchte. Denn ich glaube nicht, dass er die Gemeinde Eschlikon nach diesem Wahlkampf noch mit ganzem Herzen vertreten kann», meint ein in Eschlikon wohnhafter Thurgauer.

Hier ein paar ausführliche Antworten anderer befragter Personen aus Eschlikon:

Nur ein Jahr nach seiner Wiederwahl könnte Eschlikon in Kürze seinen engagierten Gemeindepräsidenten an Wil verlieren. Was halten Sie davon?

Kurt Egger: «Es ist für Hans Mäder eine Ehre, dass er als Kandidat für das Stadtpräsidium angefragt worden ist. Ich mag ihm das gönnen. Ich finde es gut, dass er versucht, die Chance zu packen, um in einer Stadt als Präsident gewählt zu werden. Hans Mäder verfügt über die notwendigen Fähigkeiten und ist sicher für das Amt geeignet. Das hat er in Eschlikon gezeigt.»

Dario Ziltener: «Als ich davon erfahren habe, war ich im ersten Moment etwas enttäuscht. Denn ich habe Hans Mäder als sehr kompetenten und stets lösungsorientierten Gemeindepräsident kennengelernt. Meine Bedenken sind bereits in die Zukunft gerichtet. Wer kommt als nächstes? Aus Sicht von Hans Mäder kann ich seinen 'möglichen' Schritt jedoch nachvollziehen. Als gebürtiger Wiler den Schritt vom 'kleinen' Eschlikon in die Stadt Wil zu machen, klingt sehr verlockend und herausfordernd.»

Esther Sieber: «Offensichtlich strebt Hans Mäder höhere Ziele an und möchte seine Erfahrungen in Wil einbringen.»

Helen Bohni: «Für Wil wäre das ein Gewinn, für Eschlikon ein Verlust. Für Hans Mäder würde die Wahl zum Stadtpräsidenten eine Herausforderung werden, welche seinem Charakter und seinen Fähigkeiten aber entspricht. Gehen wir davon aus, dass Hans Mäder am 27. September ins Wiler Stadtpräsidium gewählt wird, was bedeutet das konkret für Eschlikon?»

Kurt Egger: «Für Eschlikon ist das natürlich schade. Eschlikon muss dann mit einer Übergangslösung 'regiert' werden, bis der neue Gemeindepräsident gewählt wird. Wie ich gelesen habe, hat der Gemeinderat diese Lösung bereits aufgegleist und ist vorbereitet darauf. Da die Gemeindebehörde und die Verwaltung gut funktionieren, sehe ich keine Probleme damit.»

Dario Ziltener: «Wie bereits erwähnt, würde ich es für Eschlikon sehr schade finden, denn Hans Mäder und sein Gemeindeteam haben Eschlikon in den letzten Jahren in positiver Weise vorwärts gebracht. Es müsste ein passender Nachfolger gefunden werden, welcher den eingeschlagenen Weg meiner Meinung nach weitergehen müsste.»

Esther Sieber: «In Eschlikon amtet ein gut eingespielter Gemeinderat sowie ein äusserst fähiger Gemeindeschreiber. Die Geschichte zeigt immer wieder, dass Amtsinhaber ersetzbar sind.»

Helen Bohni: «Kurz und bündig – Neuwahlen!»

Würde eine Nichtwahl das Vertrauensverhältnis zum jetzigen Gemeindepräsidenten beeinträchtigen?

Kurt Egger: «Ich glaube nicht. Die Zurverfügungstellung als Stadtpräsident in Wil ist ein demokratisches Recht. Für die Wilerinnen und Wiler ist es ein Vorteil, wenn sie eine Auswahl haben. Sollte Hans Mäder nicht gewählt werden, wird er seine demokratische Verantwortung weiterhin wahrnehmen und mit Engagement wie bisher die Gemeinde leiten. Jedenfalls schätze ich Hans Mäder so ein.»

Dario Ziltener: «Nein, das denke ich nicht. Ich bin mir sicher, Hans Mäder würde bei einer Nichtwahl mit dem gleichen Engagement wie bisher in der Gemeinde Eschlikon weiterwirken.»

Esther Sieber: «Ich denke, dass verschiedene Meinungen in Eschlikon kursieren. Hans Mäder wird nach einer Nichtwahl weiterhin seine Erfahrungen und sein Wissen zum Wohl der Gemeinde einsetzen.»

Helen Bohni: «Ich glaube nicht, dass die Eschliker Bevölkerung Hans Mäder bei einer Nichtwahl das Vertrauen entziehen würde.»