Genau nach dem Titel-Modus zeigte sich der gemütliche Abend, Stunden zum Ausspannen und Geniessen. Nicht nur ältere, sondern viele junge Menschen liessen sich von den Heimatmelodien und -texten unterhalten. Präsident Hansruedi Eugster durfte nebst den einheimischen Gästen im vollbesetzten Saal zahlreiche Delegationen aus Nah und Fern begrüssen. Er schaute auf ein reges Vereinsleben zurück, zu dem auch die erlebnisreiche Reise ins Greyerzerland und den Tessin gehörte. Sein Dank ging an alle, die zum Gelingen der verschiedenen Aktivitäten beigetragen haben. «Jeder einzelne ist wichtig, damit so ein Anlass funktioniert», betonte er.

Die schönen Seiten der Welt

Besingen die Jodlerinnen und Jodler eine heile Welt, die es nicht mehr gibt? Ganz sicher nicht – aber man muss sie sehen und geniessen, die noch immer existierenden Schönheiten der Natur, Freundschaften unter den Menschen und gegenseitigem Vertrauen. Dabei helfen die Jodellieder, lassen die Menschen wieder mit offeneren Augen durch die Welt gehen, die kleinen Bijous am Wegrand entdecken und schätzen. So wünschte das Chörli zu Beginn allen Gästen «E fröhlichs Fescht» aus der Federer des ehemaligen Dirgenten Mathias Zogg, erinnerte damit an eben erwähnten Glanzpunkte und Freuden im Leben. Der «Glogge-Jodel» wurde einfühlsam vorgetragen. Auch alle anderen Darbietungen zeigten das hohe Niveau des Heimatchörli’s. 

Den ersten Höhepunkt bot das Ensemble mit der rätoromanischen Hymne «La sera per il lag», komponiert von Gion Casanova mit einem Text von Flurin Camathias. Dies ist eine schwierige Aufgabe, ist Rätoromanisch doch sehr anspruchsvoll. Einstudiert wurde das Werk für einen Auftritt in allen vier Landessprachen in der Kirche Minusio. Später sangen Corina Gisler, Katrin Breitenmoser, Matthias Allenspach und Hans Länzlinger im Quartett von der «Bluemepracht». Die Jodlerinnen Corina Corina Gisler und Maja Ebneter wussten mit «Ha singe im Bluet» und «Dibidäbi lupf dis Bei» zu gefallen. Begleitet wurden sie auf dem Akkordeon von Noldi Baumann.

Theater und Gesang

Der Sänger und Regisseur Willy Bill hatte das abendfüllende Theater «’Bärg-Röseli» von Karl Waser zu einem Singspiel arrangiert. «So sind die Sängerinnen und Sänger den ganzen Abend engagiert» meinte er lachend. Mit diversen Einlagen gaben sie dem Volksspiel in vier Akten einen ganz besonderen Anstrich. Angela Allenspach, Hannes Lutz, Wendelin Allenspach, Silvia Hinder, René Wohlwend, Corinne Rüedi, Thomas Rohr, Pia Beffa, Ueli Geisser, Hannes Lutz und die Souffleuse Barbara Burgherr spielten die Geschichte vom Bauernsohn, der eine wohlhabende Frau heimbringen sollte, sich aber trotz aller Gegenwehr nicht von seinem Röseli abbringen lässt. Mit grossem Applaus wurden zusätzliche musikalische Zugaben gewünscht. Ganz zum Schluss auf den Weg ins neue Jahr: Muesch dini Seel echli bambälä loh, dir öppis gönne und viel Freud am Läbe ha, das mues jetz sie…» Mit Tanzmusik und frohem Beisammensein klang der Abend gemütlich aus.

Am Sonntag, 30. Dezember gibt es um 20 Uhr nochmals Gelegenheit zum Besuch des Jodelchörlis.

Übrigens: der Platz der Dirigentin ist noch nicht bessetzt, eine Nachfolgerin, ein Nachfolger wird gesucht.