Mai bis August waren die heissesten und trockensten Sommermonate seit Messbeginn. Der September zeigte sich in der ersten Monatshälfte warm und gewitterhaft. So sprossen die Wiesenchampignons. Diese lieben heisse Perioden mit anschliessender Feuchtigkeit. Gegen Ende des Monats wurde es kühler und es regnete regelmässig, so dass der Wald plötzlich voller Pilze war. Das hielt an bis zum Ende der Kontrollsaison. Viele konnten nicht widerstehen und pflückten Pilze, weil es ja so viele hatte. 

Die Pilzkontrolle sah sich oft mit Pilzkörben von Leuten konfrontiert, die keine Ahnung hatten, wie es im aktuellen Mitteilungsblatt heisst. Denen gaben die Verantwortlichen die Anleitung zum fachgerechten Ernten von Pilzen mit nach Hause. In der Statistik ist das gut ersichtlich. Vieles in diesen Körben galt es auszusortieren: zu junge, zu alte, verwurmte oder schimmlige Exemplare oder solche, die nicht zum Verspeisen geeignet sind. Durch die optimalen Witterungsbedingungen sprossen auch Pilze, die in den vergangenen Jahren kaum zu sehen waren. Dadurch wurde die Artenvielfalt sehr gross.

Mengenmässig der häufigste Pilz war der Maronenröhrling mit 44 kg. Auch der Flockenstielige Hexenröhrling und die Rotfussröhrlinge kamen in grossen Mengen auf die Kontrolle. Auffallend war in diesem Jahr, dass mehr als ein Drittel aller Pilze verdorben, verwurmt, alt oder ungeniessbar war. Bei den tödlich giftigen Pilzen war ein grüner Knollenblätterpilz dabei.

Zusammengefasst gingen 206.8 kg Speisepilze, 60 verschiedene Arten, 79.3 kg ungeniessbare, 6.8 kg giftige, 662 g tödlich giftige Pilze, total 293.6 kg Pilze über den Kontrolltisch.

Einige Male wurde während der Hochsaison zu zweit kontrolliert, um die Wartezeiten zu verkürzen. Heinz Sievers (Kursleiter/Pilzkontrolleur) übernahm zusätzlich die Beratung der Kunden. Anfragen per Telefon, mit und ohne Bild, werden von Jahr zu Jahr häufiger. Einige nutzten das Angebot, bei Frau Sievers zu Hause ihren Fund kontrollieren zu lassen.