Wenn irgendwo eine 4G-Antenne aufgerüstet oder eine 5G-Antenne aufgestellt werden soll, lässt der Widerstand kaum lange auf sich warten. Dessen ist sich auch der Verwaltungsrat der katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil bewusst. Deshalb unterbreitet er eine entsprechende Option den Kirchbürgern. An der Rechnungsgemeinde vom 12. April in der Kirche Henau können sie sich in einer Konsultativ-Umfrage dazu äussern.

Absage ist nicht definitiv

Im letzten Jahr ist der Kirchenverwaltungsrat angefragt worden, ob er Standorte bei den Kirchen in Niederuzwil und Henau für Mobilfunkantennen mit 5G-Technologie zur Verfügung stellen würde. Vorderhand seien diese Anfragen abschlägig beantwortet worden, führt die Behörde aus. Der Entscheid sei gemäss der Kirchgemeindeordnung in ihrer Kompetenz gelegen. Dann begründet der Kirchenverwaltungsrat wörtlich: «Da dem Rat bewusst ist, dass das Thema ‘Mobilfunkantennen’ die Gemüter bewegen kann, will er einen künftigen Entscheid nicht losgelöst von der Meinung der Kirchbürgerinnen und Kirchbürger treffen. Diese Meinung will er mittels einer Konsultativ-Umfrage kennen lernen.»

Auf 20'000 Franken verzichten?

Im Amtsbericht führt der Rat dann einige Argumente zum Thema an. So als erstes, dass die Kirche die aktuellen Mobilfunk- und Datenübertragungstechnologien selber nutze: «Ohne sie könnten wir unsere Arbeit und Kommunikation nicht mehr zeitgemäss und den Erwartungen der Kirchbürger entsprechend ausführen.»

Die Vermietung der Standorte würde der Kirchgemeinde jährliche Mitzinseinnahmen von 20'000 Franken bringen. Das wäre zu begrüssen und würde helfen, anderweitig wegfallende Einnahmen – beispielsweise Kirchensteuern – zu kompensieren.

Post inside
Auch ein möglicher Antennen-Standort: Sebastians-Kirche und Pfarreiheim Henau.

Als erschwerend nennt die Behörde, dass die Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit noch zu wenig erforscht seien. Man möchte vermeiden, dass die emotionalen Diskussionen das Verhältnis der Menschen zur Kirche belasten. Abschliessend wird auf die vom Bund herausgegebene Vollzugshilfe hingewiesen. Darin werde sichergestellt, dass die Grenzwerte der Mobilfunkantennenanlagen eingehalten würden.