Die Situation ist unbefriedigend. Wer aus dem unteren Toggenburg mit dem öffentlichen Verkehr nach St. Gallen will, der hat in Wil 21 Minuten Aufenthalt. Das gleiche zählt für die Gegenrichtung. Zwei Probleme bestehen: Einerseits kann die S1 von Wil nach St. Gallen wegen des nun stärker gewichteten Güterverkehrs nicht mehr in der vormaligen Taktlage verkehren. Andererseits können die Züge zwischen Wil und Wattwil nur in Bütschwil kreuzen, womit die Fahrmöglichkeiten eingeschränkt sind.

«Der Kanton St. Gallen und die betroffenen Gemeinden haben sich seit Bekanntgabe der neuen Planungen auf sämtlichen Stufen intensiv, aber erfolglos, beim Bundesamt für Verkehr und der SBB gegen diese Verschlechterungen gewehrt», schreibt der Kanton St. Gallen am Mittwoch in einer Mitteilung. Für den nächsten Bahn-Ausbahnschritt sind finanzielle Mittel zur Wiederherstellung des Knoten Wil gesprochen worden. Das betrifft allerdings einem Zeithorizont der Jahre 2030 bis 2035. Der Kanton will sich aber dafür einsetzen, dass die Angebotsverbesserung früher realisiert wird.

Aus- und Abbau am Abend

Der Fahrplanwechsel im Dezember bringt also keine Verbesserung für die Reisenden vom unteren Toggenburg – und auch nicht für jene aus Bettwiesen, die ein ähnliches Problem haben. Dafür wird es besser für jene aus dem Gebiet Wuppenau und Hosenruck. Auch sie haben momentan lange Wartezeiten am Bahnhof Wil. Neu werden die Buslinie Wil – Hosenruck (722) und die Linie Wuppenau-Weinfelden (934) zu einer durchgehenden Linie verknüpft. Die Busse verkehren ab Dezember durchgehend zwischen Wil und Weinfelden. Als Betreiber treten «Postauto» und «Wil Mobil» gemeinsam auf. In Wil gibt es neu laut Angaben des Kantons St. Gallen «gute Anschlüsse» in Richtung St. Gallen und «stabile Anschlüsse» Richtung Zürich, Wattwil, Weinfelden (Zugverbindung) und zu den Buslinien. Wegen der zu geringen Nachfrage wird hingegen zwischen Rossrüti und Wuppenau der Halbstunden-Takt am Morgen und Abend zur Hauptverkehrszeit gestrichen. Neu gibt es durchgehend einen Stundentakt.

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Ab Dezember fährt dieser Bus nicht mehr nur bis Hosnruck, sondern nach Weinfelden.

Eine Verdichtung zu einem Halbstunden-Takt wird dafür von Montag bis Freitag von 6 Uhr bis 8 Uhr und von 16 Uhr bis 18 Uhr auf der Busverbindung zwischen Flawil und Degersheim eigeführt. Zudem wird im Gebiet «Wil Land» die Taktlage der Busse um 30 Minuten gedreht. Auf dem Bahnnetz erfolgt eine Verlängerung des Halbstundentakts der S9 nach Wattwil am Abend – und zwar bis Betriebsschluss. Nach Weinfelden gibt es in den Nächten auf Samstag und Sonntag um 0.32 Uhr einen zusätzlichen Zug.