Die Perspektiven sind verheissungsvoll. Mit nur gerade zwei Punkten Rückstand auf den Barrage-Platz startet der FC Wil in die Rückrunde der Challenge League. Das Erfolgsteam des vergangenen Herbsts wurde zusammengehalten und durch den aufstrebenden Dominik Schmid vom FC Basel ergänzt. Und trotzdem erwartet niemand von den Wilern, dass sie Ende Saison aufsteigen. Die Favoriten auf die Promotion kommen aus Genf, Lausanne … und allenfalls Aarau. Die junge Äbtestädter Mannschaft kann weiterhin ohne Druck und unbeschwert aufspielen.

Förderlich wäre, die Trainer-Diskussion möglichst schnell zu beenden. Mitte Dezember machte Vereinspräsident Maurice Weber publik, dass der Vertrag mit Erfolgstrainer Konrad Fünfstück vorzeitig verlängert werden soll. Man werde sich über die Festtage zusammensetzen und die Thematik bereinigen. Aus den Festtagen wurde Januar – und nun zieht der Februar ins Land, ohne dass eine Entscheidung gefallen ist. Natürlich wäre es verkehrt, überhastet etwas zu erzwingen, läuft Fünfstücks Kontrakt doch noch bis im Sommer. Aber bei dieser Tabellensituation und Vorgeschichte in die Rückrunde zu starten, ohne zu wissen, wie es mit dem Trainer weitergeht, ist kein guter Rahmen. Je länger die Situation unverändert bleibt, desto grösser wird die Unruhe im Verein – und auch in der Mannschaft. Solange diese um den Aufstieg mitspielt, wird das keinen negativen Einfluss haben, da die Spannung aufrecht bleibt. Sollte der Anschluss gegen oben aber abreissen, könnte sich die Saison noch in die Länge ziehen und weiteren Nährboden für Spekulationen bieten.

Die Krux an der Sache: Sollte man zum Schluss kommen, dass die Zusammenarbeit im Sommer beendet wird, müsste diese konsequenterweise sofort ein Ende finden. Ein Trainer, der den Klub verlassen wird, hat in der Mannschaft nicht mehr den gleichen Status und das gleiche Ansehen wie zuvor. Die Spieler würden sich denken: «Die Karten werden im Sommer sowieso neu gemischt.» Aber wer entlässt schon freiwillig seinen Erfolgstrainer? Es sind Gedankenspiele, die allenfalls gar nicht erst aufkommen würden, wenn die Trainer-Diskussion bereits beendet wäre.

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