Man kann es drehen und wenden wie man will: Der EC Wil und der EHC Uzwil stecken in Schwierigkeiten – und das nicht erst seit dieser Woche und der jeweiligen Hauptversammlung. Der EHC Uzwil ist überschuldet und musste sein Flaggschiff, die erste Mannshaft, aus dem Verkehr ziehen. Auch wenn der Entscheid in der aktuellen Situation richtig sein mag: Langfristig gesehen braucht der Verein eine starke erste Mannschaft. Nur wenn die Uzwiler Kinder und Jugendlichen Idole im eigenen EHC haben, wird es gelingen, das Interesse am Eishockey-Sport wieder zu steigern. Bleibt das Flaggschiff länger in der Werft, könnte das der schleichende Tod für den ganzen Verein sein.

Auch der EC Wil gibt derzeit keine gute Figur ab. Der Streit zwischen Vereinspräsident Roger Dietschweiler und Frauenteam-Gründer Marcel Herzog wirft ein schlechtes Licht auf den Gesamtverein. Welche Eltern möchten ihre Kinder einem Klub anvertrauen, in dem interne Streitigkeiten viel mehr zu reden geben als sportliche Erfolge?

Was die beiden Hauptversammlungen auch deutlich gezeigt haben: Finanziell ist die Lage hüben wie drüben angespannt bis prekär. Beide Vereine konnten keine genehmigungsfähige Jahresrechnung präsentieren. Dafür wurden Personen, die noch vor relativ kurzer Zeit Stützen im Klub waren, an den Pranger gestellt und für die finanzielle Situation verantwortlich gemacht.

Überraschend kommen diese Entwicklungen aber nicht. Denn das Eishockey der Region Wil steckt seit geraumer Zeit in der Krise und hat grundlegende Probleme. Sowohl der EC Wil als auch der EHC Uzwil vermögen selten mehr als 400 Zuschauer an ein Heimspiel zu locken. Noch gravierender ist aber, dass es nicht mehr gelingt, genügend Kinder für den Eishockey-Sport zu begeistern. Können keine Akteure aus den eigenen Reihen ins Fanionteam nachgezogen werden, ist dies ein tiefgreifendes Problem. Denn Transfers auswärtiger Spieler – oder Spielerinnen – sind nicht nur teurer, sondern stärken auch die Identifikation mit dem eigenen Verein nicht.

Auch wenn es die Verantwortlichen des EC Wil und des EHC Uzwil nicht gerne hören: Aber sie werden langfristig nicht darum herumkommen, eine vertiefte Zusammenarbeit zu prüfen, wenn man künftig ein gewisses Gewicht haben möchte. Im Nachwuchsbereich klappt diese mittlerweile ganz gut. Warum soll das nicht auch bei den Aktiv-Mannschaften möglich sein?

Lesen Sie hier den Bericht über die Hauptversammlung des EC Wil.
Lesen Sie hier den Bericht über die Hauptversammlung des EHC Uzwil.