Was war das für ein Sommer. Die hohen Temperaturen und das anhaltend schöne Wetter luden dazu ein, das Mittagessen im Freien zu geniessen. Aber wo? Der Stadtweier wäre geradezu prädestiniert, um sich beim Verzehr eines Salates die Sonne auf den Kopf scheinen zu lassen. Diverse Gründe sprechen dafür, den geplanten «Altstadtgarten» zu errichten. Der teilweise ramponierte Ruf des Stadtweiers könnte mit einem solchen Projekt aufgebessert werden. Zudem ist Wil in einer Gastrokrise und viele Restaurants haben zu kämpfen. Ein neues Vorzeigeobjekt brächte zwar neue Konkurrenz, aber der ganzen Branche eben auch neue Impulse. Es würde ein Treffpunkt für Einheimische und Touristen entstehen, was neue Gäste anlockte. Kurzum: Der Altstadtgarten ist ein kleines Stück städtische Weiterentwicklung, versehen mit einiger Strahlkraft. Er würde der Stadt und deren Bewohnern guttun. Dazu ist es nötig, dass der eine oder anderen Anwohner über seinen Schatten springt. Natürlich geht ein Restaurant mit Lärm einher. Aber die Öffnungszeiten sind beschränkt und betreffen nicht den späten Abend. Wenn es wegen der Eigeninteressen nicht mehr möglich ist, am Stadtweier eine Beiz zu errichten, muss man sich nicht über Stillstand wundern.

Das Projekt der jungen Initianten hat eine Chance verdient. Zumal abzusehen ist, dass sie nicht das grosse Geld machen werden und ihr Einsatz deshalb auch im Sinne der Weiterentwicklung der Stadt zu sehen ist. Doch die Sache wird mit den lauter werdenden Nebengeräuschen wie den gefällten Visieren immer mehr zu einem sich in die Länge ziehenden Trauerspiel. Schade. 2018 wäre auch am Weier ein schöner Sommer gewesen.

Simon Dudle

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