Muriel Frauchiger (CVP), Sandra Oberholzer (parteilos), David Schefer (parteilos) und Bruno Dudli (SVP) bewerben sich am 27. September um die drei freiwerdenden Sitze im Oberbürer Gemeinderat. Sie nahmen in einem von Guido Kriech geleiteten Podium Stellung zu aktuellen Fragen der örtlichen Politik. Bei den erneut kandidierenden Peter Bruhin (CVP), Erich Frick (CVP) und Heinz Kaiser (parteilos) sowie Gemeindepräsident Alexander Bommeli (FDP) geht man offensichtlich von einem genügenden Bekanntheitsgrad und einer problemlosen Wiederwahl aus. Den Fragen des Moderators stellte sich auch Yvonne Keller (FDP), welche die Nachfolge von Marco Frauchiger (FDP) als Präsidentin der Oberstufenschulgemeinde antreten will.

Vorweg: Guido Kriech brachte viele Bereiche der Kommunalpolitik zur Sprache. Die Ausführungen der fünf Kandidaten förderten aber keine grossen Unterschiede zutage. In vielen Belangen waren sie sich einig. Allem voran leben sie gerne in der Gemeinde und attestieren ihr eine hohe Lebensqualität. Für die Wähler aufschlussreich dürften der Werdegang und die Motivation der Kandidatinnen und Kandidaten sein.

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Sandra Oberholzer ist parteilos und kandiert für den Gemeinderat.


Partei-, aber nicht meinungslos

Sandra Oberholzer ist in Uzwil aufgewachsen und hat dort eine KV-Lehre absolviert. Seit 21 Jahren wohnt sie in Oberbüren, ist verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. Anfänglich war sie Assistentin in einem Oberbürer Unternehmen. 2010 hat sie zusammen mit ihrer Schwiegermutter den Druckereibetrieb des erkrankten Schwiegervaters übernommen. Seit vier Jahren ist sie als Seminarmanagerin an einem Institut der Universität St. Gallen tätig. In der Freizeit engagiert sie sich unter anderem im Turnverein Oberbüren.

Als Argumente für ihre Wahl nennt Sandra Oberholzer, dass sie zwar parteilos, aber nicht meinungslos sei. Vor einem Entscheid sichte sie die Fakten. Das Geschehen in der Gemeinde interessiere sie und sie wolle einen Beitrag für eine lebendige Gemeinde leisten.

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Auch der parteilose David Schefer aspiriert auf einen Sitz im Gemeinderat.


Im Immobilienbereich spezialisiert

Auch David Schefer ist in Uzwil aufgewachsen. Er hat eine KV-Lehre und anschliessend berufsbegleitend ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert. 2001 kam er ins Sonnental. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Seit 25 Jahren ist er in der Bankbranche, seit 15 Jahren als Spezialist für Immobilien und Unternehmensfinanzierungen tätig. Politisch war er 12 Jahre Mitglied der GPK der Gemeinde und während einer Amtsdauer Schulrat. Sportlich engagiert er sich im Turnverein.

Warum er gewählt werden möchte? Er verfüge über jahrelange politische Erfahrung und sei nach einem ausbildungsbedingten Unterbruch wieder bereit, Verantwortung zu übernehmen.

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Muriel Frauchiger  kandidiert als CVP-Kandidatin.


Sport und Volksgesundheit

Muriel Frauchiger ist mit dem jetzigen Präsidenten des Oberstufenschulrates verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie kam als Kind aus der Westschweiz nach Oberbüren. Nach der Sekundarschule in Uzwil und der Kantonsschule St. Gallen hat sie an der ETH Sport studiert. Anschliessend kehrte sie an die Kantonsschule St. Gallen als Sportlehrerin zurück, wo sie ihr Fach noch immer auf Englisch unterrichtet. Nach einer Weiterbildung in Schmerz- und Bewegungstherapie hat sie sich in diesem Bereich in einem Teilpensum selbständig gemacht. Als Sportlehrerin hat sie ihre Fähigkeiten auch der Jugi zur Verfügung gestellt. Ausserdem spielt sie Tennis und fährt gerne Ski.

Oberbürer sollten sie wählen, weil sie sich hier verwurzelt und daheim fühle, sagt sie. Hier engagiere sie sich, mit viel Energie und grossem Interesse. Wichtig sei ihr der Einsatz für Menschen jeden Alters. Im Gemeinderat müssten Frauen und Männer angemessen vertreten.

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Bruno Dudli möchte erster Vertreter der SVP im Gemeinderat Oberbüren werden.


Bindeglied zwischen Körperschaften

Bruno Dudli ist in Niederwil aufgewachsen. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seit 1988 ist er im Bereich Transportversicherungen tätig. Sechs Jahre lang hat er in St. Gallen ein Velogeschäft geführt. Nach dessen Aufgabe hat er im Sonnental ein Eigenheim gebaut. 2009 hat Dudli das Präsidium der SVP-Ortspartei Oberbüren, 2014 das Präsidium der Kreispartei Wil übernommen. Er gehört in der zweiten Amtsdauer dem Kantonsrat an. Er ist Vizepräsident im Gewerbeverein Oberbüren und gehörte während vier Jahren dem GPK der Primarschule Oberbüren-Sonnental an. Als Velofahrer hat er es bis zu den Elite-Amateuren geschafft.

Fünf Argumente führt Bruno Dudli an, weshalb ihn die Oberbürer wählen sollten: Als Bürger von Oberbüren liege ihm die Gemeinde am Herzen. Das Sonnental sollte im Gemeinderat vertreten sein, ebenso die SVP. Ausserdem sehe er sich als Bindeglied zwischen dem Gewerbe und der Gemeinde sowie dem Kantonsrat und der Gemeinde.

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Yvonne Keller (FDP) hat als Gemeinderätin demissioniert und kandidiert als Präsidentin des Oberstufenschulrates.


Führungsverantwortung übernehmen

Yvonne Keller, verheiratet und Mutter von zwei Kindern, strebt das Amt der Schulpräsidentin der Oberstufengemeinde an. Sie ist ausgebildete Kauffrau mit Weiterbildungen im Marketing und im Finanzbereich. Weiter führt sie Aufenthalte in Amerika und im Welschland und entsprechende Sprachkenntnisse ins Feld. Seit 1996 arbeitet sie im Betrieb der Schwiegereltern mit. Ab 2000 war sie zwölf Jahre Mitglied des Primarschulrates Oberbüren-Sonnental, von 2012 bis heute gehört sie dem Gemeinderat an. Ausserdem hat sie für den Nationalrat und den Kantonsrat kandidiert und ist seit vier Jahren Präsidentin der örtlichen FDP.

Nach ihrem langjährigen Einsatz in politischen Gremien reizt Yvonne Keller die Übernahme einer leitenden Aufgabe, und sie fühlt sich gut vorbereitet darauf. Als Gewerbefachfrau kenne sie die Ansprüche an die Schulabsolventen und würde Oberstufenschüler gerne auf ihrem Weg begleiten.


Worüber geredet wurde

Mit den intakten Gemeindefinanzen wollen alle Kandidaten sorgfältig umgehen. Die unerwarteten Aufwendungen als Folge des Corona-Lockdowns liessen keine Senkung des Steuerfusses zu. Der Gemeinde fehlten wirkungsvolle Mittel, örtlichen Gewerbebetrieben unter die Arme zu greifen. Diesbezüglich seien die Einwohner in der Pflicht, indem sie ortsansässige Geschäfte und Betriebe berücksichtigten. Die Gemeinde soll jene Aufgaben, für die sie in der Lage ist, selber bewältigen, darüber hinaus aber regionale Zusammenarbeit anstreben. Das Thema Einheitsgemeinde werde sicher wieder aufs Tapet kommen, habe doch die Oberstufengemeinde den Finanzbereich bereits ausgelagert. Bei der Frage, ob im Gemeinderat das System mit den vielen Kommissionen durch ein Ressortsystem ersetzt werden solle, waren die Antworten zurückhaltend. Kein Kandidat sprach sich klar für das Ressortsystem aus.