Wer auf dem Fussweg zum Freudenberg in Uzwil unterwegs ist, nutzt das sogenannte «Känzeli» meistens als Verschaufpause. Der Platz wird auch genutzt, um die Ruhe zu geniessen und die Umgebung. Denn von diesem Platz aus hat meine Sicht über Ortsteile von Uzwil und einen Panoramablick auf die Berge vom Alpstein. Doch wer in den letzten Tagen beim «Känzeli» die Seele baumeln lassen wollte, wurde regelrecht enttäuscht. Denn dort steht aktuell ein Absperrgitter, wie man es in letzter Zeit nur auf öffentlichen Plätzen während des Lockdowns kannte. «Die Sperrung hat nichts mit den Massnahmen von Bund und Kanton betreffend Corona zu tun», sagt Urban Widmer von der Gemeinde Uzwil. Er ist Projektleiter Bau, Sicherheitsbeauftragter und Leiter der Geschäftsstelle ARA. Er bestätigt, dass das «Känzeli» letzten Freitag vorübergehend für die Benützung gesperrt. Er erklärt auch, dass der Grund für das Absperrgitter ein ganz anderer ist: «In diesem Zusammenhang sind Lärm und Littering wieder grössere Thema.» Denn in den letzten Wochen sei der Platz von Gruppen mit Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen teilweise ab dem frühen Nachmittag bis weit nach Mitternacht genutzt worden. «Und dies über mehrere Stunden», so Widmer. Die Treffen der Gruppen seien vielfach mit lauten Gesprächen und Musikboxen, die auch mehrere Häuser weiter noch zu hören waren, begleitet worden. «Diese Situationen führten dazu, dass das ‘Känzeli’ nicht mehr seinem Ursprung entsprechend von der allgemeinen Bevölkerung genutzt werden konnte», begründet Widmer den Entscheid für das Absperrgitter.

Nach Angaben von Widmer ist es vermehrt zu Lärmbelästigungen und Littering gekommen, obwohl im Vorfeld verschiedenen andere Massnahmen angewendet wurden. «So wurden zum Beispiel nach 22.30 Uhr anwesende Personen durch den Sicherheitsdienst der Gemeinde weggewiesen.» Wie lange die Uzwiler Aussichtplattform noch geschlossen bleiben wird, kann Widmer zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht sagen. Wann das Absperrgitter wegkomme, das werde situativ entschieden. Auf die Frage, ob noch weitere öffentliche Plätze auf Uzwiler Boden geschlossen wurden, sagt Widmer: «Es wurden keine weiteren Orte gesperrt.»