Tut dem FC Wil Tabellenplatz zwei nicht gut und wird diese Barrage-Position zur Last? Zum zweiten Mal sind die Wiler als Tabellenzweiter zu einem Auswärtsspiel gereist und haben nicht die gewohnte Leistung abrufen können. Bei den Grasshoppers war man im Letzigrund vor knapp einem Monat chancenlos geblieben und mit 0:3 getaucht. Und auch dem FC Vaduz waren die Wiler nicht gewachsen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Äbtestädter zweimal in Führung gingen und erst in der Schlussphase von den Liechtensteinern distanziert wurden.

Denn alles in allem war es nicht genügend, was die Wiler zeigten. Defensiv wirkten sie bei hohen Bällen unsicher, leisteten sich ungewohnt viele Fehler und kamen als Kollektiv nicht auf Touren. Davon auszunehmen war – trotz vier Gegentreffern – Goalie Zivko Kostadinovic. Gleich mehrfach liess er mit starken Reflexen seine Mannschaft hoffen, trotz magerer Leistung doch Zählbares aus dem Fürstentum ins Fürstenland mitzunehmen. Es wäre allerdings ein gar fürstlicher Lohn gewesen.

Drei Gegentore in acht Minuten

Aber der Reihe nach: Die Wiler nutzten ihren ersten Corner Mitte erster Halbzeit zum Führungstreffer. Nachdem die Ecke kurz gespielt worden war, schlug Valon Fazliu den Ball zur Mitte, wo Joël Schmied am Höchsten stieg und per Kopf seinen zweiten Saisontreffer erzielte – den zweiten gegen den FC Vaduz. Doch die Liechtensteiner reagierten umgehend und verdienten sich den Ausgleich nach gut einer halben Stunde. Es war ein prächtiger Sonntagsschuss Pius Dorns an diesem regnerischen Sonntag.

Nach dem Seitenwechsel waren es nicht die Wiler, die einen Gang höherschalteten, sondern die Gastgeber. Die Liechtensteiner kamen regelmässig zu Torchancen und es schien nur eine Frage der Zeit, bis sie in Führung gehen würden. Und tatsächlich fiel das 2:1 – allerdings entgegen dem Spielverlauf auf der anderen Seite. Via Mergim Brahimi und Filip Stojilkovic kam der Ball zu Fazliu, der im Strafraum noch zwei, drei Schritte machte und dann ins lange Eck zur zweiten Wiler Führung einnetzte. Doch die starken Vaduzer belohnten sich doch noch für ihren grossen Aufwand, den sie betrieben. Mit drei Toren innerhalb von acht Minuten kehrten sie Partie und machten sich zum verdienten Sieger. Die grosse Figur war Doppeltorschütze Denis Simani, ein Verteidiger. Den entscheidenden vierten Treffer der Gastgeber erzielte der eingewechselte Mohamed Coulibaly.

Ausgerechnet am 3.11. die Derby-Niederlage

So setzte es in einer bis anhin starken Saison eine Lehrstunde für die jungen Wiler ab. Eine Erkenntnis wird sein, dass jeder an seine Leistungsgrenze gehen muss, damit Punkte resultieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Gegner nun der Tabellenvorletzte oder der Leader ist. Die Reifeprüfung, als welche das Spiel im Rheinpark im Vorfeld beschrieben worden war, ist nicht bestanden worden.

Und das gegen einen Lieblingsgegner. Achtmal in Folge war der FC Wil gegen die Liechtensteiner zuvor unbesiegt geblieben. Im Rheinparkstadion ging die letzte Niederlage gar auf den Spätherbst 2013 zurück. Es setzte ausgerechnet am 3. November, dem Tag des legendären 11:3-Erfolges gegen den FC St. Gallen, eine Derby-Niederlage ab. Entscheidend wird nun sein, dass die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden. Denn ein Beinbruch ist dieser Fehltritt gewiss nicht, zumal Leader Lausanne-Sport völlig überraschend bei Schlusslicht Chiasso, Wils nächsten Gegner, verloren hat – und auch Verfolger Winterthur nicht über ein Unentschieden herausgekommen ist.

Die wichtigsten Szenen des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 
Alle sechs Tore im Video: So verspielte der FC Wil zweimal eine Führung.

Resultate, Challenge League, 13. Runde:
Vaduz - Wil 4:2
Chiasso - Lausanne-Sport 4:2
Grasshoppers - Kriens 2:0
Schaffhausen - Winterthur 1:1
Stade Lausanne-Ouchy - Aarau 0:2

FC Vaduz – FC Wil 1900 4:2 (1:1)

Rheinpark: 1630 Zuschauer. – Sr: Hänni.

Tore: 21. Schmied 0:1. 32. Dorn 1:1. 72. Fazliu 1:2. 79. Simani 2:2. 83. Simani 3:2. 87. Coulibaly 4:2.

FC Vaduz: Büchel; Sülüngöz, Y. Schmid, Simani; Dorn, Gajic, Lüchinger (66. Prokopic), Antoniazzi (74. Schwizer); Cicek (87. Frick); Sutter, Milinceanu (70. Coulibaly).

FC Wil 1900: Kostadinovic; von Niederhäusern, Schmied, Kamberi, D. Schmid; Muntwiler, Abedini; Duah (87. Silvio), Fazliu (78. Ndau), Krasniqi (70. Brahimi); Stojilkovic.

Bemerkungen: Vaduz ohne Drazan, Wieser, Gasser (verletzt), Chande, Mikus, Hofer, Gomes und Djokic (nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, Schäppi, Rohner, Wörnhard, Celant (verletzt), Sejdija und Beka (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 13. Lüchinger (Foul). 43. Cicek (Foul). 59. von Niederhäusern (Foul). 72. Fazliu (Unsportlichkeit). 94. Y. Schmid (Unsportlichkeit). 94. Brahimi (Unsportlichkeit, im nächsten Spiel gesperrt).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 13/27. 2. Grasshoppers 13/25. 3. Wil 13/23. 4. Winterthur 13/22. 5. Aarau 13/17. 6. Vaduz 13/16. 7. Kriens 13/16. 8. Schaffhausen 13/14. 9. Stade Lausanne-Ouchy 13/4. 10. Chiasso 13/7.

Nächste Spiele (14. Runde):
Freitag, 8. November: Winterthur - Grasshoppers (20.00 Uhr).
Samstag, 9. November: Wil - Chiasso (17.30 Uhr).
Sonntag, 10. November: Kriens - Stade Lausanne-Ouchy (14.30 Uhr), Aarau - Vaduz (15.00 Uhr), Lausanne-Sport - Schaffhausen (15.00 Uhr).

Torschütze Joël Schmied im Interview:

 
"Der FC Vaduz wollte den Sieg mehr als wir", sagt der Wiler Verteidiger Joël Schmied im hallowil.ch-Interview.

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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein. Merci für das Interesse an diesem Liveticker und noch einen schönen Sonntagabend. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Samstag (9. November) ab 17.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Chiasso, das auswärts in dieser Saison noch keinen Punkt geholt hat, heute aber Leader Lausanne-Sport völlig überraschend mit 3:2 besiegte. Auch diese Partie können Sie im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgen.

Schlussfazit: Somit war das eine Runde für die Grasshoppers, die als einziges Team des Spitzen-Quartetts gewonnen haben in dieser Runde - und dem FC Wil Platz zwei entrissen. Den Wilern ist es also auch dieses Mal nicht geglückt, als Tabellen-Zweiter einen genügenden Auftritt an den Tag zu legen. Kommt da doch plötzlich Druck auf?

Schlussfazit: Der FC Wil verliert erstmals seit dem 23. Juli 2017 wieder gegen die Liechtensteiner. Im Rheinpark ist es gar die erste Niederlage seit fast sechs Jahren. Und das Verdikt geht in Ordnung. Denn Vaduz hat schlicht mehr getan für den Sieg und wurde dafür spät belohnt. Zwar gingen die Wiler zweimal in Führung. Auch das genügte aber nicht, um einen alles in allem ungenügenden Auftritt zu kaschieren. Es stimmte zu wenig zusammen bei den Wilern. Hinten waren die Äbtstädter zu oft unorganisiert und fehleranfällig. Nach vorne kam zu wenig. Das reicht auch beim vormaligen Tabellen-Vorletzten nicht zu Punkten.

Schlusspfiff: Der FC Wil bezieht beim FC  Vaduz eine verdiente 2:4-Niederlage. 

93. Minute: Da entladen sich die Emotionen. Gajic und Brahimi geraten aneinander. Beide sehen Gelb. Brahimi fehlt somit am kommenden Samstag gegen Chiasso, da es seine vierte Verwarnung dieser Saison ist.

92. Minute: Die Wiler versuchen es nochmals. Aber ist nun höchstens noch das Prinzip Hoffnung - mit hohen Bällen.

90. Minute: Mindestens drei Minuten Nachspielzeit gibt es.

87. Minute: TOOOOOOR für den FC Vaduz durch Coulibaly zum 4:2. Just als die Wiler auf zwei Stürmer umgestellt hatten, scheppert es hinten erneut. Der eingewechselte Coulibaly kommt frei an den Ball und trifft flach. Das dürfte es wohl gewesen sein.

86. Minute: Auch der FC Wil hat gewechselt: Duah wurde durch Silvio ersetzt.

86. Minute: Vaduz wechselt ein letztes Mal: Ciceek wird mit Applaus verabschiedet und durch Frick, den Trainer-Sohn, ersetzt.

83. Minute: TOOOOR für den FC Vaduz durch Simani zum 3:2. Ndau schlägt über den Ball und sorgt dafür, dass die Kugel schliesslich zu Simani kommt, der Kostadinovic überlobt und ins nahe Eck trifft. Zweiter Treffer für den Vaduzer Verteidiger, der die grosse Figur werden dürfte.

82. Minute: Dann die Wiler ganz nahe am dritten Führungstreffer. Doch Duahs Abschluss kann von Büchel noch geklärt werden.

79. Minute: TOOOOOR für den FC  Vaduz durch Simani zum 2:2. Just in einer Phase, als es nicht allzu zwingend war, fällt der Ausgleich. Freistoss-Ball von der linken Seite, der durch den Strafraum segelt. Simani geht von der Wiler Hintermannschaft vergessen, steht am hinteren Pfosten frei und trifft zum Ausgleich. Zwei weitere Vaduzer wären auch noch einschussbereit gewesen. Da stimmte einiges nicht in der Wiler Abwehr.

78. Minute: Nun ein erster Wechsel beim FC Wil: Torschütze Fazliu darf unter die Dusche. Ndau kommt für ihn.

77. Minute: Für die Vaduzer ist das natürlich eine ganz bittere Pille. Aber noch haben sie ja rund eine Viertelstunde, Nachspielzeit inklusive.

74. Minute: Vaduz wechselt nochmals: Antoniazzi ist raus, Schwizer drin.

72. Minute: Beim Torjubel wird Fazliu noch verwarnt weegen einer Unsportlichkeit.

72. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 1:2. Wie war das doch nochmals mit "Wer sie vorne nicht macht, der bekommt sie hinten"? Vaduz drückt und drückt und drückt. Dann kommen die Wiler einmal gefährlich. Brahimi über rechts. Er spielt auf Stojilkovic, der Fazliu schickt. Dieser läuft halbrechts im Strafraum noch zwei, drei Schritte und schliesst dann trocken ins lange Ecke ab. Verdient ist diese neuerliche Wiler Führung gewiss nicht. Aber die Führung halt eben doch.

70. Minute: Auch der FC Wil wechselt: Brahimi kommt für Krasniqi.

70. Minute: Zweiter Wechsel bei Vaduz: Milinceanu macht Platz für Coulibaly.

69. Minute: Ein sehr glückliches Unentschieden ist das mittlerweile aus Wiler Sicht.

68. Minute: Das ist ärgerlich: Da haben die  Wiler bei einem Gegenstoss mal Überzahl. Doch dann spielt Fazliu einen gar leichten Fehlpass. Schade.

66. Minute: Erster Wechsel in diesem Spiel: Der Rot-Gefährdete Lüchinger hat Feierabend und wird durch Prokopic ersetzt.

64. Minute: Und wieder entgeht der FC Wil nur ganz knapp einem Rückstand. Antoniazzi bringt den Ball schön von links rein. In der Mitte steht Milinceanu völlig frei, kommt aber knapp nicht an den Ball. Hätte er es getan, Vaduz führte mit 2:1. Aber eben: Mit dem Konjunktiv ist es so eine Sache im Fussball.

63. Minute: Die Zuschauerzahl ist da: 1630 Fans verfolgen dieses Ost-Derby. Wie immer im Rheinpark dürften es wohl nicht ganz so viele sein.

61. Minute: Es brennt lichterloh im Wiler Strafraum. Fast im Minutentakt kommen die Liechtensteiner gefährlich. Die nächste Top-Chance für die Gastgeber vergibt Sutter. Oder besser gesagt. Kostadinovic macht sie mit einem ganz starken Reflex zunichte. Ohne ihn lägen die Wiler längst deutlich in Rückstand. Es scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Liechtensteiner in Führung gehen.

59. Minute: Gelb für Wils von Niederhäusern. Diese Verwarnung muss er nehmen nach einem  katastrophalen Rückpass von Abedini.

57. Minute: Da fordern sie Penalty im Rheinpark. Der heisse Zweikampf im Wiler Strafraum hiess Kamberi gegen Milinceanu. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Hänni bleibt stumm. Heikel, heikel. Zum Glück gibt es keinen Video-Schiedsrichter in der Challenge League.

56. Minute: Die Wiler haben in dieser Phase grosse Mühe, sich hinten lösen zu können. Da braucht es nun dringend eine ordnende Hand.

54. Minute: Trotz des Regens brennt es weiter vor dem Wiler Tor. Nach einem Querpass durch den Wiler Strafraum kommt hinten wieder Dorn an den Ball. Dieser setzt die  Kugel aber ohne Überzeugung über das Tor. Vaduz drückt.

53. Minute: Dann liegt der Ball wieder im Wiler Tor. Jedoch annulliert Schiedsrichter Hänni den Treffer wegen Offside. Zuerst schliesst Cicek ab und Kostadinovic kann abwehren. Dorn trifft im Nachschuss. Aber eben. Weiter 1:1.

50. Minute: Beinah die Wiler: Schöner Pass in die Tiefe. Stojilkovic kann losziehen. Jedoch ist Büchel knapp vor ihm am Ball. Das wäre sonst ein sicheres Wiler  Tor gewesen.

47. Minute: Dann aber auch die Wiler: Krasniqi bekommt von einem freundlichen Vaduzer einfach so den Ball zugespielt und schliesst sofort ab. Jedoch zu harmlos. Etwas Bewegungstherapie für Büchel. Ein paar Sekunden später gleich nochmals Krasniqi aus der Distanz. Doch dieses Mal drüber.

46. Minute: Antoniazzi versucht es gleich mal für Vaduz. Doch sein Abschluss kann noch geblockt werden.

46. Minute: Das Spiel ist wieder freigegeben. Die zweite Halbzeit läuft.

Die Mannschaften sind zurück. Gleich geht es weiter. Kommt nun eine Wiler Leistungssteigerung?

Zur Überbrückung der Pause noch News von der Wetterfront: Es hat nun Regen eingesetzt. Es dürfte eine nasse zweite Halbzeit werden. Und eine spannende.

Pausenfazit: Die Wiler tun sich schwer und müssen dieses Unentschieden nehmen. Punkto Ballbesitz ist die Sache zwar genau ausgeglichen, wie die Statistik des Spiels aufzeigt. Doch das Schussverhältnis von 9:4 für die Liechtensteiner zeigt deutlich auf, wer näher am Führungstreffer ist. Wie ein Vergleich Vorletzter (Vaduz) gegen Tabellendritter (Wil) kommt einem das nicht vor. Es wird also noch ein hartes Stück Arbeit, wenn die Wiler die Grasshoppers wieder überholen und bis auf einen Punkt zu Leader Lausanne-Sport aufschliessen wollen. Dazu ist ja ein Sieg Voraussetzung. Es braucht dazu eine Leistungssteigerung - vorne und hinten.

Pausenpfiff im Rheinpark: Zwischen dem FC Vaduz und dem FC Wil steht es zur Halbzeit 1:1.

45.+1. Minute: Aber Kostadinovic kann wegfausten.

45. Minute: Eine Minute gibt es noch obendrauf. Und einen nächsten Vaduzer Corner.

44. Minute: Gelb für Cicek nach einem Foul an Krasniqi, der auf der linken Seite zu einem Sprint angesetzt hatte. Ein taktisches Vergehen.

43. Minute: Vaduz drückt weiter. Wil dürft froh sein, wenn sie das Remis in die Pause bringen.

41. Minute: Erst einmal in dieser Saison haben die Wiler gewonnen, wenn sie ein Gegentor kassiert haben. Es war am 25. September zuhause gegen … Vaduz. 4:1.

39. Minute: Und gleich wieder Vaduz: Sutter setzt sich da schön durch und kommt dann im Strafraum zum Abschluss. Doch knapp drüber. Man könnte aus Wiler Sicht auch gegen einen Rückstand nichts sagen.

35. Minute: Und dann müsste Vaduz eigentlich führen. Freistoss von Gajic aus dem linken Halbfeld. In der Mitte kommt Simani aus rund drei Metern Distanz völlig frei zum Kopfball. Doch Kostadinovic taucht schön ab und kann klären. Es ist klar: Den Ausgleich haben sich die Vaduzer redlich verdient.

33. Minute: TOOOOR für den FC Vaduz durch Dorn zum 1:1. Da schliesst der Vaduzer Flügelspieler aus rund 20 Metern Distanz einfach mal ab und haut das Ding schön in die Maschen. Auch das war fein gemacht. Keine Abwehrchance für Kostadinovic. Kurz zuvor waren die Wiler dem 2:0 nahe, als Stojilkovic nahe der Grundlinie den Ball behaupten konnte und auf Duah zurückspielte. Dessen Schuss konnte aber gerade noch geblockt werden.

30. Minute: Vaduz reagiert und schnürt die Wiler derzeit ein. Die  Gäste tun gut daran, Ruhe in die Partie zu bringen.

28. Minute: "Zugabe, Zugabe, Zugabe", fordern die mitgereisten Wiler Fans. Zuerst kommt aber Vaduz - mit einer Doppelchance. Gajic kommt zentral vor dem Tor aus gut zehn Metern Distanz zum Abschluss. Kostadinovic pariert mit einem starken Reflex. Doch Gajic kommt grad nochmals an den Ball, schiesst dann aber weit drüber und daneben. Das war eng. Durchatmen.

25. Minute: Vaduz ist nun gefordert und muss mehr machen. Das dürft den Wilern mit ihren schnellen Flügelflitzern Krasniqi und Duah in die Karten spielen.

21. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Schmied zum 0:1. Die Wiler spielen ihren ersten Corner kurz. Von rechts bringt Fazliu die Flanke in den Strafraum. Schmied steigt am höchsten und verlängert den Ball schön in die linke Torecke. Fein gemacht. Zweiter Saisontreffer des Wiler Verteidigers, zum zweiten Mal gegen Vaduz. Somit ist es in der Blitztabelle tatsächlich nur noch ein Punkt Rückstand auf Lausanne.

19. Minute: Dass Vaduz Vorletzter ist, merkt man übrigens nicht. Es ist ein Spiel auf Augenhöhe. Zumindest mal bis hierhin.

Schlusspfiff in Chiasso: Die Tessiner fügen den Waadtländern tatsächlich die zweite Saisonniederlage zu und siegen mit 3:2. Der FC Wil kann heute also nicht nur Platz zwei übernehmen, sondern bis auf einen Punkt zu den Lausannern aufschliessen. Wenn die Äbtestädter denn gewinnen ...

16. Minute: Wil kommt nun etwas besser auf: Stojilkovic versucht es aus der Drehung von knapp ausserhalb des Strafraums. Doch weit drüber.

15. Minute: Ein erster Vorstoss der Wiler in den Vaduz-Strafraum. Doch Krasniqi fällt dann viel zu leicht, als dass  man Penalty pfeifen könnte.

13. Minute: Hier ist die erste Verwarnung: Es tritt Vaduz' Lüchinger nach einem Foul an von Niederhäusern. Und das nahe am Wiler Strafraum. Das nennt man dann mal unnötig.

11. Minute: Ein solcher schneller Gegenstoss führt zum ersten Vaduz-Corner in diesem Spiel. Doch dieser kann von der Wiler Abwehr sicher geklärt werden.

10. Minute: Die Wiler sind nun bemüht, über Ballbesitz ins Spiel zu finden. Die offensive Lösung haben sie bisher aber noch nicht. Vaduz ist bei Gegenstössen gefährlicher.

8. Minute: Noch das obligate Wort zum Wetter: Der Föhn hält die Regenwolken noch fern - und auf dem Feld klärt der Vaduzer Milinceanu einen Abschluss von Teamkollege Cicek. Das wäre sonst eng geworden. Herzlichst.

6. Minute: Nun ein erster Wiler Abschluss. Duah versucht es aus halbrechter Position und über 20 Metern Distanz. Doch da war die Verpflegungs-Buvette hinter der Corner-Fahne mehr in Gefahr als das Vaduzer Tor.

5. Minute: Die ersten paar Minuten gehören Vaduz. Wil bisher noch mit nichts Konstruktivem.

Chiasso führt gegen Lausanne übrigens wieder: 3:2. Knapp zehn Minuten geht es noch im verregneten Riva IV.

2. Minute: Es geht gleich schwungvoll los: Wils von Niederhäusern kann nicht adäquat klären. Cicek nützt die Gunst der Minute und schliesst aus knapp 20 Metern sofort ab. Doch knapp drüber.

1. Minute: Das Spiel ist freigegeben. Auf geht's ...

So, nun konzentrieren wir uns auf FC Vaduz gegen FC Wil. Die Mannschaften sind hier. Die Wiler in den weissen Heim-Leibchen, Vaduz ganz in Rot. Viel Spass mit diesem Ost-Derby.

Nochmals der Blick nach Chiasso: Da haben die Lausanner innerhalb von drei Minuten ausgeglichen. 2:2. Noch geht es eine Viertelstunde. Drehen die Waadtländer das Ding noch ganz?

Überraschendes Zwischenresultat aus Chiasso: Das abgeschlagene Schlusslicht aus dem Tessin, Wils nächster Gegner, führt gegen den souveränen Leader Lausanne-Sport mit 2:0. Und dies zur Halbzeit. Das böte den Wilern die Option, bis auf einen Punkt an die Waadtländer aufzuschliessen.

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Noch laufen sich die Wiler ein. In Kürze geht es los im Rheinpark.

Geleitet wird das Spiel vom Super-League-Schiedsrichter Nikolaj Hänni, der unweit von hier in Gams wohnt – und schon den letzten Wiler Gastauftritt in Vaduz arbitriert hat. Es war am 2. April dieses Jahres damals die Premiere von Ciriaco Sforza als FC Wil-Trainer. Sie brachte ein 1:1.

Der FC Vaduz beginnt in einem 3-4-1-2-System mit Captain Büchel im Tor. Zudem schickt Trainer Mario Frick folgende Spieler aufs Feld: Die 3er-Abwehr bilden von rechts nach links Sülüngöz, Yannick Schmid und Simani. Die vier Mittelfeldspieler sind von rechts her gesehen Dorn, Gajic, Lüchinger und Antoniazzi. Die hängende Spitze gibt Cicek. Und die beiden Stürmer sind Sutter (rechts) und Milinceanu.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Der FC Wil beginnt unter der Leitung von Trainer Ciriaco Sforza im gewohnten 4-2-3-1-System wie immer mit Kostadinovic im Tor. Der hat übrigens in dieser und der vergangenen Saison keine einzige Sekunde eines Meisterschaftsspiels verpasst. Die 4er-Abwehr bilden von rechts nach links von Niederhäusern, Schmied, Kamberi und Dominik Schmid. Im defensiven Mittelfeld laufen Captain Muntwiler (rechts) und Abedini auf. Das offensive Mittelfeld bilden von rechts her gesehen Krasniqi, Fazliu und Duah. Einziger Stürmer ist Stojilkovic. Rohner leidet also immer noch an seiner Adduktoren-Verletzung und kann nicht mittun. Zudem verletzt sind Ersatzgoalie Klein sowie Schäppi, Celant und Wörnhard.

Die Hauptfrage ist heute: Holt sich der FC Wil von den Grasshoppers Platz zwei zurück? Die Zürcher haben gestern Samstag den SC Kriens zuhause mit 2:0 besiegt und sind an den Wilern vorbeigezogen. Die Äbtesädter brauchen einen Sieg, um wieder erster Verfolger von Leader und Cup-Viertelfinalist Lausanne-Sport zu sein.

Und dieses Mal treten die Wiler als Favorit an. Es ist der Vergleich des Tabellen-Dritten aus dem Fürstenland mit dem Tabellen-Vorletzten aus dem Fürstentum. Allerdings scheinen die Liechtensteiner unterwert geschlagen zu sein und haben zuletzt oftmals unglücklich Punkte abgegeben. Das «Hinspiel» war allerdings eine klare Sache und die Wiler setzten sich Ende September in der IGP-Arena gleich mit 4:1 durch.

Nun aber zum nächsten Derby. «Endlich Vaduz», könnte man sagen mit Blick auf die Statistik. Die Liechtensteiner sind einer der Wiler Lieblingsgegner. In den vergangenen acht Direktbegegnungen gab es keine einzige Niederlage für den FC Wil gegen die «Residenzler». Die letzte Pleite hier im Rheinpark geht gar auf das Jahr 2013 zurück, ist also schon bald sechs Jahre her.

Ja, dieser 3.11.2002. Auch 17 Jahre danach sind die Erinnerungen noch wach, als wäre es gestern gewesen. Und die Sprüche im «Sportpanorama»-Bericht von Thomas Senn sind hängen geblieben. «St. Gallen war noch schlechter als das Wetter.» Oder: «Das Wetter wurde besser, St. Gallen nicht.» Oder: «Das Duell Bamba gegen Tato ist wie Ferrari gegen Deux Chevaux.» Und so weiter, und so fort. Wir schwelgen in Erinnerungen.

Es ist Fussball-Sonntag. Und das am Wiler Stadt-Feiertag. Stadt-Feiertag? Genau, am 3. November war doch mal was. 11:3 ging es aus, damals an jenem regnerischen Sonntag, den 3. November 2002, das Meisterschafts-Derby gegen den FC St. Gallen. Elf zu drei. Und heute ist wieder Sonntag, und wieder tristes Wetter (wenn auch noch kein Regen), und wieder Derby, und wieder 3. November. In diesem Sinne: Herzlich willkommen aus dem Vaduzer Rheinparkstadion zum Spiel um Platz zwei für den FC Wil. Simon Dudle tickert für Sie durch die Challenge-League-Partie gegen den FC Vaduz.

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Die Vorschau:

Der FC Wil ist nach einem Drittel der Saison erster Verfolger von Leader Lausanne-Sport – und liegt somit vor Rekordmeister GC klassiert. Das wäre den Äbtestädtern vor Saisonbeginn wohl nicht einmal von den treusten Fans zugetraut worden – zumal die Equipe fast gänzlich neu zusammengestellt worden war.

Doch genau dieser neue Esprit trug die junge Mannschaft im ersten Meisterschaftsdrittel weit nach oben. Bekanntlich ist es aber einfacher, nach oben zu kommen als oben zu bleiben. Darum wäre es nun ein nächster Entwicklungsschritt, wenn das Team auch die anstehenden beiden Spiele souverän gestalten würde. Es geht zuerst gegen den Tabellen-Achten FC Vaduz und dann eine knappe Woche später gegen das bereits abgeschlagene Schlusslicht FC Chiasso. Gewinnen die Wiler diese beiden Partien, haben sie sich nach der letzten Länderspielpause des Jahres ein echtes Spitzenspiel gegen Lausanne-Sport erarbeitet.

Die Wiler:

Man muss momentan schon das Haar in der Suppe suchen, wenn man mit den Wiler Auftritten nicht zufrieden sein sollte. Das zählt zumindest für die Mehrzahl der Partien. Sieben von zwölf Spielen haben die Wiler gewonnen und dabei sechsmal keinen Treffer zugelassen. Den einzigen Vollerfolg mit kassiertem Gegentor gab es Ende September in der Heimpartie gegen … Vaduz. Oder anders formuliert: In jedem zweiten Spiel dieser Saison hat Goalie Zivko Kostadinovic seinen Kasten sauber gehalten. Die beste Abwehr gepaart mit dem zweitbesten Sturm ergibt zurecht Platz zwei in der Tabelle.

Doch gerade auswärts war noch nicht immer konstant, was gezeigt wurde. Ausreisser nach unten waren die 0:3-Niederlage im Letzigrund gegen die Grasshoppers und die 0:1-Pleite auf dem Aarauer Brügglifeld. Davon haben sich die Wiler aber nicht aus dem Konzept bringen lassen. Denn mit den vielen Erfolgen ist das Selbstvertrauen gestiegen. Wird nun auch der FC Vaduz besiegt, so wären es in dieser Saison erstmals drei Siege am Stück.

Die Vaduzer:

13 Punkte aus 12 Spielen sind nicht die erhoffte Ausbeute des ersten Meisterschafts-Drittels. 23 Gegentore entsprechen gar dem zweithöchsten Wert aller Challenge-League-Teams. An einem guten Tag sind die Liechtensteiner aber fähig, jeden Gegner dieser Liga zu ärgern und zu besiegen. So liess man sich von den Grasshoppers zweimal nicht mit null Punkten abspeisen. Das jüngste 3:3 gegen den Absteiger war gar ein eher magerer Lohn für einen couragierten Auftritt. Das Schussverhältnis lautete am Schluss 21:9 für die Liechtensteiner. Knapp eine Woche zuvor hatte der FC Vaduz auch auf der Winterthurer Schützenwiese 21 Abschlüsse zustande gebracht. Nicht zufällig haben die Liechtensteiner nach einem Drittel der Saison den drittbesten Angriff der Saison.

Unter der Woche gab es im liechtensteinischen Cup-Viertelfinal allerdings nur einen mühevollen 3:1-Auswärtssieg beim 3.-Liga-Klub FC Triesen – und dies nach einem Rückstand. Zum Vergleich: Als sich die beiden Teams in der Saison 2016/2017 letztmals im Cup begegnet waren, hatte es einen 18:0-Sieg für Vaduz gegeben.