Kaum je hatte man in den vergangenen Jahren mehr Platz, als der Sechsspänner in die Altstadt einfuhr. Der diesjährige Ehrengast, Martin Sewer, genoss trotz Nässe die Fahrt hoch oben zu Ross und machte sich bereit für den Fassanstich. In diesem, für Bierliebhaber wichtigen Moment, wurde der neutrale Besucher in den vergangenen Jahren beinahe erdrückt.

Anders am Samstagabend bei der 47. Austragung der Hofchilbi. Rund zwei Dutzend Trinkfreudige - die Hälfte mit Regenschirm ausgestattet - drängelten möglichst nahe an das Bierfass und traute dann den eigenen Augen nicht. Martin Sewer, Kung-Fu-Grossmeister und Inhaber der Kung-Fu Schule Martin Sewer, wärmte sich auf, dies jedoch ohne Holzhammer, sondern mit einem Schwert. Für den richtigen Fassanstich nahm er dann doch den Holzhammer in die Hand.

Ein Schlag - und einer zur Sicherheit

Ein Schlag und das Bier floss. «Ich habe gemerkt, dass nach dem ersten Schlag das Bier schon kam. Mit einem zweiten Schlag wollte ich aber sicherstellen, dass nichts von dem kostbaren Gut verloren geht», sagte Martin Sewer kurz nach seinem Auftritt. Für ihn war es der erste Fassanstich.

Trainiert habe er nicht dafür. Trainiert haben aber einige seiner Kung-Fu Schüler. Diese zeigten auf dem Hofplatz, was sie draufhaben. «Kung-Fu ist für jeden geeignet und vom Alter her nach oben offen. Denn ein sechsjähriger Schüler trainiert nicht gleich wie ein 80-Jähriger», sagte Sewer.

 
Doch mit dem Hammer: Sehen Sie, wie locker Martin Sewer das erste Bierfass öffnet. (Video: Simon Dudle)

«Vier verregnete Stunden fehlen uns»

Alles in allem war es aber halt doch vor allem eines: nass. Nachdem OK-Präsident Rico Kreis vom organisierenden KTV Wil Handball bei der Fest-Eröffnung mit Blick auf die aktuellste Wetterprognose noch gehofft hatte, dass der Regen «in einer Viertelstunde» aufhören würde, schüttete es dann bis 22 Uhr durch. «Leider fehlen uns die verregneten vier Stunden. Danach hat sich das Fest aber gefangen und der Hofplatz war schön voll, zumindest vor der Bühne, wo die Mürztaler einmal mehr für Stimmung sorgten. Somit ist es doch noch halbwegs in Ordnung», bilanzierte Kreis am frühen Sonntagmorgen gegenüber hallowil.ch. Und weiter: «Wir machten wie immer das beste aus der Situation und sind ganz zufrieden. Es war einmal mehr ein friedliches Fest ohne besondere Vorkommnisse.»

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Mit dem dafür vorgesehenen Holzhammer brauchte Martin Sewer nur einen Schlag, um das Fass zu öffnen.. 

Lesen Sie hier, was es mit der Hofchilbi-Tradition auf sich hat.